Mit „exorbitanten“ Drogenmengen gehandelt: Fünf Männer in Regensburg zu langen Haftstrafen verurteilt

Sie haben mit großen Mengen Drogen gehandelt und damit Millionen erzielt – Jetzt sind fünf Männer am Landgericht Regensburg wegen gewerbsmäßigen Handels mit Heroin und Crystal Meth in nicht geringen Mengen zu Haftstrafen zwischen 14 Jahren sowie fünf Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Teilweise agierten die Täter nach Überzeugung des Gerichts als Bande.
Der Vorsitzende Richter der fünften Strafkammer, Thomas Zenger, verwies in der Urteilsbegründung auf „exorbitante Mengen und Konsumeinheiten, die unter die Leute gebracht“ wurden. Von hohen Strafen wollte er gar nicht sprechen. Die Taten seien „nicht übermäßig hart vergolten“, wenn man auf die Einzelstrafen blicke und wisse, wie Dealer in anderen Fällen verurteilt wurden, erläuterte er.
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Schwunghafter Handel mit Heroin und Crystal Meth
Trotz der grassierenden Corona-Pandemie betrieb die Bande nach Überzeugung der fünften Strafkammer ab dem Frühjahr 2020 einen schwunghaften Handel mit Drogen. Von April 2020 bis April 2022 sollen vier Männer 37 Kilogramm Heroin und mehr als sieben Kilogramm Crystal-Meth in Regensburg und Umgebung verkauft haben. Der fünfte Angeschuldigte soll als Zwischenhändler rund 12,5 Kilogramm Heroin an Endverkäufer weitergegeben haben.
Bis zu 14 Jahre Haft für organisierten Drogenhandel
Die mit 14 Jahren sowie 13 Jahren und neun Monaten Haft höchsten Strafen bekamen zwei Männer, die das Gericht als Köpfe einer Bande identifizierten. Sie hätten keine Reue oder Schuldeingeständnis gezeigt, führte Zenger aus. Ein weiterer Angeklagter, der sich als sogenannter Bunkerhalter für die Bande betätigt hatte, erhielt eine Gefängnisstrafe von neun Jahren. Nach vier Jahren verbüßter Haft kann er aber in den Maßregelvollzug wechseln. Ein Komplize muss fünf Jahre und drei Monate hinter Gitter. Ein Zwischenhändler wurde zu sieben Jahren und zwei Monaten verurteilt. Bei den beiden Letztgenannten wirkten sich vor allem ihre Geständnisse strafmildernd aus.
Polizei entschlüsselte Chat-Nachrichten der Verdächtigen
Die Ermittler waren der Gruppe über entschlüsselte Chat-Nachrichten auf die Spur gekommen. Im Laufe des Prozesses legten aber auch zwei Männer Geständnisse ab. Die Staatsanwaltschaft ermittelte in Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei und dem Bayerischen Landeskriminalamt bereits seit November 2020, ehe die Behörden im April 2022 mit einer Aufsehen erregenden Aktion zuschlugen und die Angeklagten verhafteten. In Nittendorf sprengten vermummte Beamte eines Spezialeinsatzkommandos die Haustür eines der Angeklagten. Insgesamt wurden bei der Groß-Razzia in Nittendorf und Regensburg sowie in den Nachbarlandkreisen Schwandorf und Kelheim und in Tschechien 22 Objekte durchsucht. Rund 200 Beamte waren damals im Einsatz.
Drogen im Wert mehrerer Millionen Euro umgesetzt
Die nun verurteilten Männer ließen regelmäßig größere Mengen an Heroin und Methamphetaminen nach Regensburg liefern. Von dort aus vermittelten sie die Ware an Zwischenhändler weiter. Rauschgift im Straßenverkaufswert von rund 3,6 Millionen Euro soll umgesetzt worden sein. Das Gericht ordnete eine Rückzahlung von Taterträgen in Millionhöhe an. Die Mengen, ab denen von Handel in nicht geringen Mengen gesprochen werde, seien um ein Vielfaches überschritten, betonte Zenger. „Es geht hier um harte Drogen in erheblichsten Mengen. Erheblichste. Wenn es dieses Wort tatsächlich gäbe, wäre es in diesem Fall das richtige.“
Revision bereits angekündigt
Das mehr als 40 Hauptverhandlungstage umfassende Verfahren war mit harten Bandagen geführt worden. Den von Verteidigerseite erhobenen Vorwurf, es habe sich um ein „skandalöses Verfahren“ gehandelt, wies Zenger aber deutlich zurück. Zur Verwertbarkeit der Chat-Nachrichten könne man im juristischen Diskurs eine andere Auffassung vertreten, räumte Zenger ein. Aber man könne nicht sagen, dass die Kammer „irrlichterte“.
Von Verteidigerseite wurde bereits angekündigt, dass man Revision einlegen wolle.