Die dicke Stadtluft in Regensburg wird besser – Schärfere Grenzwerte geplant

Von Juliana Ried · 27. Februar 2024 um 17:00

Die Europäische Union verschärft die Grenzwerte für saubere Luft, aber Regensburg ist ohnehin auf einem guten Weg. Zuletzt lag es im Frühjahr 2023 im roten Bereich.

Lang war die Luft in Regensburg so schmutzig, dass die Stadt regelmäßig Grenzwerte riss. Jetzt haben sich EU-Staaten und -Parlament auf strengere Regeln ab 2030 geeinigt – und Regensburg kann ihnen relativ entspannt entgegensehen, auch wenn die Stadtluft immer noch dicker ist als die auf dem Land.

Aktuell liegen die Grenzwerte für Feinstaub und Stickstoffdioxid bei einem Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. Als neue Grenzwerte geplant sind 20 Mikrogramm pro Kubikmeter. Der Regensburger Feinstaub-Mittelwert, gemessen an der zentralen D.-Martin-Luther-Straße, verbesserte sich seit 2019 von 20 Mikrogramm pro Kubikmeter auf 14 Mikrogramm im Jahr 2023. Der Stickstoffdioxid-Mittelwert lag in den beiden vergangenen Jahren bei 26 Mikrogramm pro Kubikmeter, 2019 betrug er 35; gerissen wurde die Grenze zuletzt 2017. In der Weißenburgstraße sank der Mittelwert zwischen 2020 und 2022 von 39 auf 35, danach ließ das Landesamt für Umwelt die Messstelle abbauen und auch die Beschränkung auf Tempo 30 hob die Stadt kürzlich auf.

Regensburger Luft ist 2024 besser als Anfang 2023

Dem Luftqualitätsindex des Umweltbundesamts ist auch zu entnehmen, dass die Regensburger Luft in den ersten Monaten 2024 besser war als im Vorjahreszeitraum. Es bewertete sie in den vergangenen 100 Tagen zu 46,6 Prozent als gut, zu 29,3 Prozent als sehr gut und zu 24,1 Prozent als mäßig. Im roten Bereich, also schlecht, war die Luft zuletzt zwischen Jahresanfang und März 2023.

Stadtsprecherin Juliane von Roenne-Styra erklärt: Ein Hauptfaktor für die Luftbelastung sei der Verkehr. Da dieser in den Corona-Jahren 2020 und 2021 deutlich abgenommen habe, seien weniger Schadstoffe gemessen worden. Für die besseren Werte in der D.-Martin-Luther-Straße sei „sicherlich auch die Modernisierung der Busflotte des öffentlichen Personennahverkehrs mitverantwortlich“. Aktuell fahren 27 von 115 Bussen des Stadtwerks rein elektrisch.

Wärmeres Wetter sorgt für bessere Luft

Raimund Schoberer, der sich als Kreischef des Bundes Naturschutz lange einsetzte für strikte Heiz-Vorgaben für bessere Luft, sagt: Dass sich die Lage entspannt habe, liege auch am Wetter. Inversionswetterlagen, in denen sich Abgase in Bodennähe sammeln, seien zuletzt ausgeblieben. Auch sei es insgesamt relativ warm; dann werde weniger geheizt. „Die Reise geht in die richtige Richtung, aber es gibt noch Luft nach oben.“ So bewertet auch das Umweltbundesamt die bundesweite Entwicklung. „Ein Level, bei dem nachteilige gesundheitliche Wirkungen nicht mehr vorkommen“, ist der Behörde zufolge nicht erreicht. Stickstoffdioxid sei vor allem für Asthmatiker ein Problem. Eine jahrzehntelange Belastung könne auch das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen erhöhen. Feinstaub belaste langfristig Atemwege, Herz-Kreislauf-System, Stoffwechsel und Nervensystem und erhöhe so insgesamt die Sterblichkeit.