Gewerbegebiet Oberkreith soll um knapp acht Hektar wachsen – aber nicht nur für Betriebe

Erst im vergangenen Jahr wurde die Erweiterung des Industriegebiets in Altenkreith (Landkreis Cham) abgeschlossen, jetzt plant die Stadt eine Vergrößerung in Oberkreith. Dort sollen aber nicht nur weitere Flächen für Firmen entstehen, sondern auch Parkplätze und Wohnraum entstehen. Dieser Dreiklang ist das erklärte Ziel von Bürgermeisterin Alexandra Riedl.
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„Ansässige Unternehmen brauchen dort dringend neue Flächen“, sagt sie. Mit dieser Erweiterungsoption soll auch die Stärkung des Wirtschaftsstandortes gesichert werden. Bereits im Juli 2023 ist die Bauleitplanung zur Erweiterung des Bebauungsplanes im Industriegebiet Oberkreith sowohl Thema im Stadtrat gewesen als auch öffentlich bekannt gemacht worden. „Das Verfahren läuft, das Ingenieurbüro erstellt den Vorentwurf“, lässt Riedl wissen.
Planung und Grunderwerb
Auch die Grundstücksverhandlungen laufen, bereits für 2024 hat die Stadt über eine Millionen Euro für den Grunderwerb im Haushalt eingestellt. Für die Planungen sind heuer rund 32000 Euro vorgesehen. Insgesamt wird die Stadt laut Kämmerer Josef Zwicknagl in den nächsten Jahren über 2,7 Millionen Euro in das Projekt investieren.
Beim Zeitplan hält sich die Bürgermeisterin noch bedeckt, da bei der Überarbeitung des Gebiets wie immer viele Fachstellen einbezogen und Abstimmungen getroffen werden müssten. „Die Umsetzung soll aber so schnell wie möglich erfolgen“, sagt Riedl.
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Insgesamt soll das Gebiet um 7,7 Hektar erweitert werden. Neben weiteren Parzellen für bestehende Betriebe soll dort auch der enorme Parkdruck, der in den Straßen zu den Firmen besteht, gelindert werden. Zumal im Industriegebiet ausschließlich ebenerdig geparkt wird. „Die Stadt wird aber kein Parkhaus bauen“, stellt Riedl klar. Zum einen sei dies nicht Aufgabe der Stadt, zum anderen sei eine zentrale Parkmöglichkeit über mehrere Etagen von den Unternehmen nicht gewünscht. „Die Firmen können die Grundstücke kaufen und dann ihre Parkplätze selbst schaffen“, erklärt sie.
Des Weiteren soll im Zuge der Erweiterung Wohnraum für Arbeitnehmer entstehen. „Die Firmen brauchen Wohnungen für ihre Fachkräfte“, sagt die Bürgermeisterin. Der Bedarf sei riesig, wie sie von den Firmenchefs wisse. Deshalb sei – in Abstimmung mit den ansässigen Unternehmen – die Idee entstanden, in einem bestimmten Teil des Areals Wohnraum möglich zu machen. Die Realisierung sei derzeit im nördlichen Bereich geplant. Ein Konzept mit konkreten Zahlen für dieses Bauvorhaben liege der Stadt aber noch nicht vor.
Berücksichtigt werden müssen bei der Wohnbebauung laut Bauleitplanung auf jeden Fall die Immissionen der Gewerbe- und Parkflächen, der Landebahn sowie der Verkehr der Kreisstraße. Die Verträglichkeit von gewerblicher und Wohnnutzung wird mit Gutachten untersucht.
Das Planungsgebiet liegt teilweise im Landschaftsschutzgebiet „Oberer Bayerischer Wald“. Für die Erweiterung müssen Waldflächen gerodet werden. Die Stadt müsse den Spagat zwischen Naturschutz und Wirtschaftswachstum meistern, so Riedl.
Besorgte Anwohner
„Wir werden das genau abwägen und natürlich Ausgleichsflächen schaffen“, versichert die Bürgermeisterin, die auch besorgte Anwohner beruhigen möchte: „Als Abgrenzung wird es einen Wall mit Bepflanzung geben.“ Manch Anlieger in Oberkreith befürchtet eine schlechtere Wohnqualität. Bereits jetzt sei man Lärm und Staub sowie Geräuschen von Produktion und Lüftung ausgesetzt.
Im kürzlich erweiterten Industriegebiet „Sanddickicht“ in Altenkreith sind laut Riedl übrigens schon einige Flächen vergeben worden. Dort steht sowohl für ansässige Firmen als auch für Neuansiedlungen Platz zur Verfügung. Die Stadt achte darauf, dass regionale Betriebe zum Zug kommen, betont die Bürgermeisterin.
