Glasfaser für jedes Haus ist das Ziel in Abensberg

Von Wolfgang Abeltshauser · 24. Februar 2024 um 11:00

Die Kommune Abensberg will, dass binnen dreier Jahre jedes Grundstück im Stadtgebiet, dessen Eigentümer das will, mit Glasfaser versorgt wird. Um das zu erreichen, hat man eine Kooperation mit der Firma Leonet aus Deggendorf geschlossen.

Der Hauptverwaltungsausschuss hat das jetzt bei einer Gegenstimme von Harald Hillebrand (Freie Wähler) beschlossen. Bürgermeister Bernhard Resch (Landwähler Offenstetten) skizzierte in der Sitzung die Vorgeschichte: Ein Markterkundungsverfahren, das gemäß der Gigabit-Richtline 2.0 durchgeführt wurde, hatte ergeben, dass zwei Unternehmen einen eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau in Abensberg planen. Da die Kommune zur wettbewerbsrechtlicher Neutralität verpflichtet sei, habe man sich entschlossen, die Vorhaben beider Firmen durch das Unternehmen Breitbandberatung Bayern bewerten zu lassen. Dies sei in Absprache mit dem Städtetag geschehen.

Das Ziel war, mit einem der beiden Netzbetreiber einen Kooperationsvertrag zu schließen, um diesen bei der Durchführung des Glasfaserausbaus zu unterstützen. Auf Nachfrage aus dem Gremium erklärten Resch und Breitbandpate Andreas Poschenrieder, dass im Rahmen einer solchen Kooperation zum Beispiel Werbemaßnahmen der Firma von der Kommune unterstützt werden dürfen.

Ausbau in allen Ortsteilen

Poschenrieder informierte das Gremium, dass Leonet in allen Ortsteilen ausbauen wolle. Konkret nannte er die Kernstadt, Teile Offenstettens, die Aumühle, Schwaighausen, Holzharlanden, Sandharlanden, Pullach, Kleedorf, Arnhofen, Hörlbach und Gaden. Dagegen plane die Telekom lediglich, in der Kernstadt, in Teilen Offenstettens und in Schwaighausen tätig zu werden.

Deshalb sei der Vorschlag der Verwaltung, mit dem Deggendorfer Unternehmen zu kooperieren. Auf diese Weise erhalte jeder, der das wolle, einen Glasfaseranschluss. Laut einer Pressemitteilung der Stadt geht man von einem Zeitraum von bis zu drei Jahren aus.

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Resch betonte, dass sich die Stadt an den Kosten dieses Ausbaus nicht beteiligen müsse. Würden die Ortsteile nicht von einer Firma eigenwirtschaftlich ausgebaut, sehe es laut Poschenrieder ganz anders aus. Er schätze die Kosten für die Stadt dabei auf mindestens 500 000 Euro – im Rahmen eines Förderprogrammes. Derzeit gebe es aber nicht einmal einen geöffneten Fördertopf für solche Maßnahmen, den man anzapfen könne.

Über 200 Kommunen

Nach Angaben auf der eigenen Internetseite ist das Deggendorfer Unternehmen aktuell in mehr als 200 Kommunen in Bayern aktiv. Konkret genannt sich unter anderem Berching, Laberweinting, Nandlstadt, Pfeffenhausen, Rohrbach, Schwandorf und Wolnzach.

Hillebrand mochte der Kooperation nicht zustimmen. Er warb erneut für seine Idee, selbstständig ohne ein Telekommunikationsunternehmen auszubauen. Vor rund zwei Jahren hatte er das Thema in den Stadtrat eingebracht. Der Vorteil sei, so Hillebrand damals, dass die Kommune Eigentümer des Netzes sei und selbst darüber verfügen könne.

Letztendlich konnten sich die Abensberger Politiker damals nicht für diese Variante erwärmen. Etwas absolut Neues wäre das in Bayern wie berichtet nicht. So gibt es die Laaber-Naab Infrastruktur GmbH, in der rund 50 Kommunen aus den Kreisen Neumarkt und Regensburg den gemeinsamen Glasfaserausbau in Eigenregie betreiben. Resch und Leonet-Geschäftsführer Martin Naber unterzeichneten am Donnerstag den Kooperationsvertrag. „Wir freuen uns sehr, dass die Stadt uns unterstützt“, erklärte Naber dabei. Laut einer Pressemitteilung des Unternehmens wolle man 4200 Gebäude mit 6400 Haushalten und Gewerbebetrieben mit Glasfaser versorgen. Die Projektrealisierung könne schneller erfolgen als bei zeitlich langwierigen Förderprojekten.