Erst wurde eingespart, jetzt wird Neumarkts neue Feuerwache doch wieder teurer

Von Wolfgang Endlein · 23. Februar 2024 um 15:00

Die neue Hauptfeuerwache kostet Neumarkt einiges Geld. 26,4 Millionen Euro gab der Stadtrat im April 2023 als Projektsumme frei. Zuvor hatte man 1,2 Millionen Euro eingespart. Jetzt wird es aber mindestens wieder umso viel teurer. Der Grund: Die Feuerwehr stünde sonst ohne Heizung und Strom da. Wie kam es dazu?

Der Grund liegt in der Idee einer Energiezentrale begründet, die zahlreiche städtische Liegenschaften versorgen soll, darunter auch die neue Wache. So sollte dort ein Wärmepumpensystem eingespart werden. Ebenso ein Trafohäuschen, der Strom-Hausanschluss und ein Notstromaggregat. Zusammen eingesparte Kosten von 1,2 Millionen Euro.

Allerdings sind die Bauarbeiten für die Wache bereits seit Oktober am Laufen. Der Baugrund ist weitgehend vorbereitet. Ab Ende März sollen allmählich die Mauern in die Höhe wachsen. Im Herbst 2026 wird die Feuerwehr einziehen, so der Plan. Die Energiezentrale ist davon weit entfernt. Es steht zudem noch gar nicht fest, wo das Gebäude entsteht. Drei Standorte sind noch im Rennen (siehe Infokasten).

Problem: Feuerwache ist vor Energiezentrale fertig

Fazit: Die Feuerwache wird früher fertig als die Energiezentrale, weswegen die Stadt wieder zum ursprünglichen Plan zurückkehren will. Andernfalls gibt es keine Wärme und keinen Strom für die Feuerwehr. Am Dienstag ist daher der Stadtrat gefragt. Die Räte sollen die Planer der Feuerwache beauftragen, die Rolle rückwärts auszuarbeiten.

Wie die Stadtverwaltung in der Beschlussvorlage für den Stadtrat schreibt, sei davon auszugehen, dass die Wache wieder durch Wärmepumpen beheizt werde. Was das konkret für die Kosten bedeute, müsse die weitere Planung zeigen. Aber aus Sicht der Verwaltung ist mindestens mit rund 1,2 Millionen Euro zu rechnen.

Feuerwache hat lange Geschichte steigender Kosten

Es ist ein weiteres Kapitel in der Geschichte des Projekts, bei dem es von Beginn an neben der Diskussion über den Standort immer ums Geld ging. 2018 sprach eine erste Kostenprognose von etwas mehr als zwölf Millionen Euro. 2021 dann der Knall: Die erwarteten Kosten hatten sich auf 24 Millionen Euro verdoppelt. Kritik kam auf, dass die Pläne zu ambitionierte und teure Nachhaltigkeits-Ansätze verfolge.

Es kam noch ärger: Anfang 2023 stiegen die Summe aufgrund der generell explodierenden Baupreise auf 28 Millionen – obwohl die Planer das Projekt abspecken mussten. Unter anderem fielen die begrünte Fassade und ein zweites Obergeschoss weg.

Im April 2023 beschlossen die Stadträte schließlich, Synergieeffekte mit der geplanten Energiezentrale zu nutzen. Herauskamen die oben erwähnten 1,2 Millionen Euro Ersparnis bei der Hauptfeuerwache, die nun aber wieder der Rechnung des Projekts zugeschlagen werden müssen.

Bundesbehörde geht von sinkenden Baupreisen aus

Demnach stehen nun 27,6 Millionen Euro als Kosten im Raum. Ob es dabei bleibt? Möglicherweise kommt die Stadt günstiger davon. Zum einen beinhaltet die Summe Fördergelder. Im Sommer 2023 hieß es, dass mit 2,1 Millionen Euro vom Freistaat zu rechnen sei. Mit dem Landkreis war man in Verhandlung über einen Zuschuss. Im Raum stand damals laut Ex-Oberbürgermeister Thomas Thumann eine Summe im niedrigen siebenstelligen Bereich.

Zum anderen könnten sinkende Baupreise sich positiv auswirken. Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung erwartet, dass die Baupreise in diesem Jahr um drei Prozent sinken. 2025 sogar um weitere 5,5 Prozent.

Die Feuerwache in Neumarkt entsteht an der Ecke Kurt-Romstöck-Ring und Freystädter Straße. Foto: Endlein
Aktuell sind die Erdarbeiten kurz vor dem Abschluss, im März sollen die Baumeisterarbeiten an der neuen Feuerwache in Neumarkt beginnen. Foto: Endlein