Planer zeigen umgeplante neue Neumarkter Feuerwache und deren Kosten

Von Wolfgang Endlein · 28. Februar 2023 um 11:43

2018 waren rund zwölf Millionen Euro an erwarteten Kosten für die neue Feuerwache im Gespräch, zwischenzeitlich stieg die Summe auf rund 24 Millionen Euro. Am Montag präsentierte der Planer im Stadtrat eine neue Schätzung, in die diverse Einsparungen einflossen. Trotzdem stand am Ende eine höhere Summe.

Die Stadträte hatten im vergangenen Jahr beschlossen, dass die Kosten beim Neubau am Kurt-Romstöck-Ring gedrückt werden müssen. Den Planern gaben sie den Auftrag mit auf den Weg, die Pläne zu überarbeiten. Auf Wasserflächen und Fassadenbegrünung sollte ebenso verzichtet werden wie auf eine Hybridbauweise und das zweite Obergeschoss an der südwestlichen Gebäudeecke zur Obi-Kreuzung hin.

2,3 Millionen Euro bei neuer Neumarkter Feuerwache eingespart

Wie Markus Weber vom Architekturbüro Schnabel + Partner erklärte, wurden dadurch rund 2,3 Millionen Euro eingespart. Den Baukostenindex für Ende des vergangenen Jahres eingerechnet kamen die Planer auf geschätzte Kosten von 28 Millionen Euro. Die Summe ist damit aber nur ein Zwischenstand. Wie viel die neue Wache wirklich kosten könnte, das werden erst die Ergebnisse der Ausschreibungen zeigen.

Die Stadt erwartet rund 2,1 Millionen Euro an Förderung durch den Freistaat. Mit dem Landkreis ist Neumarkt ebenfalls in Verhandlungen. Oberbürgermeister Thomas Thumann sprach davon, dass 1,4 Millionen Euro plus x im Raum stünden.

In die Kosten sind neue Mittel einbegriffen, um die auf dem Dach vorgesehene Photovoltaikanlage um eine an der Fassade zu erweitern. Zusammen werden die verbauten PV-Module auf eine Leistung von fast 300 Kilowattpeak kommen. Zum Vergleich: PV-Anlagen auf Einfamilienhäusern haben häufig eine Leistung von rund zehn Kilowattpeak.

Neumarkter Feuerwache wird 103 Meter lang sein

Ein Eisspeicher soll die gewonnene Energie speichern können. Der in der Erde verborgene Speicher nutzt die unterschiedlichen Aggregatzustände von Wasser, um die enormen Mengen an Solarenergie (rund 250000 Kilowattstunden pro Jahr) zu speichern und wieder abzugeben. Er ist auch Bestandteil eines an anderer Stelle in der Sitzung angesprochenes Projekt eines Energienetzwerks für mehrere städtische Gebäude.

Architekt Weber erklärte, dass trotz der teils massiven Umplanungen alle vorgesehenen Räume untergebracht worden seien. Diese seien zwar etwas komprimierter, aber nach Absprache für die Feuerwehr nach wie vor in Ordnung.

Im Aussehen hat sich das 103 Meter lange Gebäude im Vergleich zu den früheren Plänen durchaus verändert. Nach dem Wegfall der begrünten Fassade ist die durchgehende Klinker-Optik eines der auffälligsten Merkmale.

Geht nun alles wie vorgesehen, starten die Bauarbeiten im Herbst 2023. Drei Jahre später soll die Feuerwehr Neumarkt ihre neue Wache beziehen, wie Weber erklärte.

Früher soll eine andere Baustelle des Feuerwehrwesens in der Stadt abgeschlossen sein. Ende 2024 ist als Abschluss für die Sanierung des Feuerwehrhauses in Pölling angepeilt, wie Roland Feierle, Leiter des Hochbauamts, sagte. Die Sanierung sei unumgänglich: Die aktuellen Zustände bezeichnete Feierle als „katastrophal“.

Große PV-Anlage auf dem Dach des Pöllinger Feuerwehrhauses geplant

Das 1970 als Halle für Fahrzeuge errichtete Gebäude, das um das Jahr 2000 erweitert worden war, sei äußerst beengt. So hätten die Aktiven kaum Platz, um sich umzuziehen. Ein Neubau im Norden soll das Beheben, und größere, getrennte Umkleiden für Männer und Frauen ermöglichen. Außerdem soll eine bessere schwarz-weiß Trennung möglich sein, bei der nach Einsätzen kontaminierte Kleidung nicht mit sauberer Kleidung in Kontakt kommt.

Dass die Stadt in jüngster Zeit dem Thema Solarenergie auf städtischen Gebäuden mehr Aufmerksamkeit schenkt, zeigt sich auch beim Feuerwehrhaus. Für 20000 Euro ist eine PV-Anlage eingeplant. Feierle präsentierte den Stadträten geschätzte Gesamtkosten von rund 800000 Euro für die Sanierung, wofür die Räte ihre Zustimmung gaben.

Das Feuerwehrhaus in Pölling entspricht nicht mehr den Standards, die für den Feuerwehrdienst nötig sind. -Foto: Endlein