Jetzt zu zweit: Storch auf dem Fürstenkasten in Rötz hat wohl seinen Partner abgeholt

Am Aschermittwoch hatte sie ihn das erste Mal gesehen, sagt Erna Sturm, die wie jedes Jahr ein Auge auf die Störche im Nest auf dem Fürstenkasten hat: Der erste Storch hatte sich in den ruhigen Tagen nach dem Fasching im Horst häuslich eingerichtet.
Aber zunächst einmal für nicht allzu lange Zeit: Zwischenzeitlich sei er dann nach seinem kurzen Besuch in der Rötzer Innenstadt ein paar Tage lang verschwunden gewesen, erzählt Erna Sturm. Wo er war? Vielleicht hat er sich ein mögliches Domizil in Hillstett erst einmal genauer angesehen. Denn auch dort wurde dieser Tage ein einzelner Storch gesichtet, wie die Hillstetter Fotografin Eveline Kaltenegger berichtet.
Wieder in der Innenstadt
Letztes Jahr im April hatte sich in dem Rötzer Ortsteil ein Storchenpaar einen ganz besonderen Platz ausgesucht: Die beiden Jungstörche hatten damals ihr eher noch provisorisch aussehendes Nest auf dem Feuerwehrturm gebaut. Zu einem Zeitpunkt, als sie noch nicht gebrütet haben, hatten sie sich nicht einmal von einem Probealarm stören lassen.
Ende letzter Woche war der erste auf dem Fürstenkasten gelandete Storch nach einigen Tagen dann doch wieder in die Rötzer Innenstadt zurückgekehrt, mit einem Partner oder einer Partnerin im Gefolge. Unterscheiden könne man die beiden Störche aus der Entfernung nicht, so Erna Sturm.
Wahrscheinlich sei der erste kurzzeitig weggeflogen, um den zweiten Storch zu holen, vermutet sie. Jedenfalls hätten beide dann umgehend mit der Pflege des Horstes begonnen.
Zugverhalten gut bekannt
Auch, ob die beiden Störche im Horst auf dem Fürstenkasten die gleichen sind wie die letztjährigen, kann man nicht mit Sicherheit sagen, da die Vögel nicht beringt sind. Mittlerweile weiß man viel über das Zugverhalten des Weißstorchs, nicht bei jedem Storchenpaar werden deshalb Beringungen durchgeführt. Die Störche waren diesmal zwar relativ früh zurück in Rötz, sagt Erna Sturm, doch auch letztes Jahr seien sie sehr früh dran gewesen und schon Anfang Februar in der Stadt eingetroffen.
Als die beiden dann Mitte September gen Süden flogen, besetzte kurzzeitig ein dritter Storch das Nest auf dem Fürstenkasten und verließ es einige Wochen später wieder, als es kälter wurde. Die Altstörche hatten es letztes Jahr geschafft, die beachtliche Anzahl von fünf Jungvögeln auf dem Fürstenkasten großzuziehen, und dass, obwohl das nasskalte Wetter zunächst alles andere als optimal dafür gewesen war.
Um so größer war die Enttäuschung, als nach den ersten Flugversuchen letztlich drei der Jungstörche nicht durchgekommen sind – zwei von ihnen sind verunglückt. Doch zwei konnten sich nach dem Sommer auf den Weg Richtung Süden machen. Der Jungstorch, der in Hillstett geschlüpft war, war jedoch leider ebenfalls nicht durchgekommen.
In den 80er Jahren war der Weißstorch, der auch als Klapperstorch bekannt ist, noch sehr bedroht. Mittlerweile hat der Bestand sich erfreulicherweise wieder erholt.