Berchings Gästeführer zeigen bei einer besonderen Tour versteckte Ecken der Stadt

Von Bernhard Neumayer · 16. Februar 2024 um 19:00

Die Johannesbrücke, von der man heute in den Hans-Kuffer-Park und auf die Kulturhalle blickt, ist über 100 Jahre alt. Doch welcher Berchinger weiß, dass ein Bürgermeister für den Bau seinen eigenen Mühlenbetrieb opferte? Diese und weitere Informationen erfahren Teilnehmer einer besonderen Stadtführung.

Diese und weitere Informationen über die Bogenbrücke erfahren Teilnehmer einer besonderen Stadtführung am Sonntag, 25. Februar. Im Rahmen des Weltgästeführertags laden Berchinger Gästeführer zu einem Rundgang zum Thema „Straßen, Gassen, Brücken und Plätze“ ein.

Die Damen des Tourismusbüros haben mit den Stadtführern den Weltgästeführertag des Bundesverbandes der Gästeführer in Deutschland im vergangenen Jahr in Berching wieder aufleben lassen. In Deutschland wird der „International Tourist Guide Day“ seit 1999 begangen. Weil der Weltverband am 21.Februar gegründet worden ist, findet entweder an diesem Tag oder am Wochenende davor oder danach der Aktionstag statt.

Weltgästeführertag in Berching: 2023 war der Andrang groß

„Als die letzte Gästeführerausbildung im Juni 2022 abgeschlossen war, sind wir da wieder draufgekommen“, sagt Katrin Hradetzky aus dem Tourismusbüro. Berching habe sich vor Corona schon an dem Weltgästeführertag beteiligt. 2023 habe man daran nach einer Pause wieder teilgenommen.

Da der Andrang im vergangenen Jahr mit 30, 40 Personen laut Hradetzky „super“ gewesen ist, hat man beschlossen, auch heuer wieder am deutschlandweiten Weltgästeführer tag mitzumachen. Das Tourismusbüro hofft auf zahlreiche Teilnehmer dieser besonderen Stadtführung.

„Das ungewöhnliche bei dieser Tour ist, dass wir Gästeführer die Teilnehmer dort hinführen, wo sie bei einer normalen Stadtführung nicht hinkommen“, sagt Gerlinde Delacroix, die die Gruppe von Station zu Station führt. An jedem Halt gibt ein Gästeführer Historisches über den jeweiligen Platz oder die Gasse preis.

Stadtführung in Berching: Station am Dr.-Grabmann-Platz

Die Teilnehmer treffen sich um 14 Uhr vor dem Rathaus. Dann gehen sie zur ersten Station am Dr.-Grabmann-Platz. Dabei erfährt die Gruppe unter anderem, woher der Name Grabmann kommt und welcher Mann dahintersteckt, nach dem dieser Platz um die Stadtpfarrkirche herum benannt ist.

Danach führt die Tour innerhalb der Stadtmauer vorbei am Bibelgarten, hinter das Sanitätshaus Gailler und später über Reichenau- und Pettenkoferplatz zur Johannesbrücke.

Gästeführerin Delacroix geht davon aus, dass es eine Vorgängerin des heutigen Bauwerks gegeben haben müsse, da bereits um 1734 die Figur des Heiligen Nepomuk, die heute noch die Brücke ziert, gespendet worden sei.

Das Brückenbauwerk, über das man heute von der Vorstadt in die Innenstadt gelangt, haben die Berchinger auch ihrem damaligen Bürgermeister zu verdanken. In der Amtszeit Josef Planks entstand zwischen 1920 und 1922 die heutige Johannesbrücke im Zuge der Hochwasserfreilegung. Für dieses Großprojekt opferte der Bürgermeister seinen eigenen Mühlenbetrieb – gegen nur geringen finanziellen Aufwand, wie Gästeführerin Delacroix berichtet.

Wer weitere Informationen von den Gästeführern erfahren will, hat dazu am 25. Februar die Möglichkeit. Die etwa eineinhalbstündige Stadtführung ist kostenlos.

Über diese kleine Gasse zwischen Rathaus (l.) und dem Restaurant Meteora gelangen die Teilnehmer der Stadtführung zur ersten Station, dem Dr.-Grabmann-Platz. Foto: Neumayer