Lob vom Divisionskommandeur: Cham ist eine Soldatenheimat ohne Beispiel

Von Johannes Schiedermeier · 15. Februar 2024 um 20:00

Zwischen den Panzern Puma, Marder und Boxer sind am Donnerstag 500 Soldaten aller Einheiten der Panzerbrigade 12 Oberpfalz angetreten, um mitzuerleben, wie Brigadegeneral Andreas Kühne das Kommando über sie an Oberst Axel Hardt weitergab.

Aber nicht nur die Soldaten erhielten viel Lob. Über die Stadt Cham sagte Divisionskommandeur Ruprecht von Butler: „Die Verbundenheit der Stadt und der Oberpfalz mit ihren Soldaten ist bundesweit etwas Besonderes!“

„Grüß Gott, Herr General!“ – Spätestens nach dem donnernden Gruß der Truppen auf dem Volksfestplatz und dem klingenden Spiel des Heeresmusik-Korps Veitshöchheim wusste halb Cham, dass der Übergabeappell begonnen hatte. Symbolisch überreichte Brigadegeneral Andreas Kühne nach fast zweieinhalb Jahren die Truppenfahne der Panzerbrigade 12 Oberpfalz an Divisions-Kommandeur Ruprecht von Butler. Der gab sie an Oberst Axel Hardt weiter, der von diesem Augenblick an das Kommando über die rund 5000 Soldaten und Mitarbeiter der Brigade übernahm.

Brigadegeneral Kühne wechselt in den Mittleren Osten, und machte keinen Hehl daraus, dass es ihm weder leicht fällt, seine Truppe zu verlassen, noch Cham. Und Cham hatte auch nicht vor, es ihm einfacher zu machen. Rund 300 Ehrengäste und 100 Zuschauer waren zum Appell und zum anschließenden Empfang gekommen.

„Auf die 12er ist Verlass“

Bürgermeister Martin Stoiber erinnerte an die Feste, die man miteinander gefeiert hatte – vom ersten Sommerempfang bis zum Maibaumaufstellen, an Konzerte, Frühlings- und Volksfeste. Das alles in einer Zeit der Krisen und des Wandels. Corona, Ukrainekrieg, Krieg im Nahen Osten. Die Folge sei ein Umbau der Brigade gewesen zum Zweck der Landes- und Bündnisverteidigung und deren Einsatz in Litauen. In all der Zeit sei General Kühne immer ein verlässlicher Partner der Stadt gewesen und zum Freund geworden.

General Kühne war stolz auf seine Truppen: „Sehen sie nicht fantastisch aus?“ Das alles werde aufgewertet, weil man den Appell dort feiern dürfe, wo er hingehöre: mitten im Herzen der Stadt, in der Öffentlichkeit und der Mitte der Gesellschaft. Umgekehrt könne sich die Bevölkerung auch auf ihre 12er verlassen: bei Hochwasser, während Corona und natürlich bei der Landesverteidigung. Die Verbundenheit mit der Region sei ganz besonders auch durch die Aktion „Brückenschlag“ von Dr. Andreas Stangl, die auch im Auslandseinsatz eine Verbindung zu den Soldaten halte.

Löffler betonte in seiner Rede den Wandel der Zeit

General Kühne lobte seine Kommandeure und die einzelnen Truppenteile für deren Leistungen in den vergangenen beiden Jahren: „Sie haben Ihren Auftrag stets mit hohem Engagement und Professionalität erfüllt.“

Landrat Franz Löffler betonte in seiner Rede den Wandel der Zeit. So manche Äußerung eines amerikanischen Präsidentschaftskandidaten treibe einem die Sorgenfalten auf die Stirn und mache eines klar: Deutschland müsse selbst für seine Sicherheit sorgen.

Die Bundeswehr habe im Landkreis Cham immer schon eine hohe Wertschätzung erfahren. Die Bevölkerung sei mit ihren Soldaten solidarisch. Es ehre General Kühne, dass er mit zwei weinenden Augen von Cham weggehe. Diese Verbundenheit wünsche man auch dem neuen Kommandeur Axel Hardt. Löffler wünschte der Republik Frieden, Freiheit und eine stabile demokratische Grundordnung.

Die neuen Aufgaben

Ruprecht Butler, Kommandeur der 10. Panzerdivision, knüpfte daran an: Die Pfeiler der äußeren Sicherheit, der inneren Ordnung und der wirtschaftlichen Prosperität seien ohne die äußere Sicherheit Makulatur. Und wenn alle Abkommen versagen, dann brauche es eine Armee, das zeige der Ukrainekrieg.

Von Butler würdigte General Kühne. Dieser habe die Brigade in gut zwei Jahren dorthin gebracht, dass ihre Soldaten kampftauglich seien im Bündnisfall. Daneben habe er mit seinen Einheiten Soldaten der Ukraine ausgebildet, die diesem Umstand nun ihr Leben und das lange Standhalten gegen die russischen Angreifer verdankten. In Litauen gebe es große Dankbarkeit für den Schutz der Brigade. So eine Leistung sei nur möglich mit einem charismatischen Führer wie Kühne an der Spitze. „Sie haben das schlicht und ergreifend klasse gemacht“, so der Kommandeur, der General Kühne anschließend mit der Divisions-Ehrennadel auszeichnete, nachdem dieser zuvor schon die Ehrennadel der Brigade erhalten hatte.

Bei Oberst Axel Hardt, so der Divisionskommandeur, wisse er die Brigade in guten Händen. Dieser sei als Chef des Stabes der Division ein Kenner der Materie und wisse die neuen Aufträge einzuordnen.

Vor der Truppenfahne (von links): der neue Kommandeur Oberst Axel Hardt, Divisions-Kommandeur Ruprecht von Butler und der scheidende Brigadegeneral Andreas Kühne
Vorbeimarsch an den Truppen: Divisionskommandeur von Butler und General Kühne nahmen Bürgermeister Stoiber in die Mitte.
Im Schützenpanzer Fuchs wurde General Andreas Kühne ein letztes Mal an seinen Truppen vorbeigefahren.
Unter den Ehrengästen waren auch Vertreter verbündeter Truppen aus den USA, Litauen und Holland.
Landrat Franz Löffler verabschiedete General Kühne.
Rund 500 Soldaten aus allen Einheiten der Panzerbrigade 12 Oberpfalz waren auf dem Volksfestplatz im Karree zum Übergabeappell zwischen Puma, Boxer und Leopard 2 angetreten. Fotos: Simon Tschannerl