Basketball ist sein Hobby und sein Business: Christoffer Faderl verkauft online exklusive Sneaker

Von Antonia Zuruev · 15. Februar 2024 um 15:00

Basketballspieler aus der Oberpfalz stehen immer wieder vor dem selben Problem: Das Angebot für Basketballschuhe und -Zubehör fällt eher dürftig aus. Christoffer Faderl aus Cham wollte das ändern und eröffnete einen Online-Shop, für den er sogar einen Bundesligisten als Markenbotschafter gewinnen konnte.

Christoffer Faderl liebt Basketball, doch das Angebot an entsprechender Ausstattung in der Oberpfalz fällt eher dürftig aus. Während die Sportgeschäfte vor Fußballzubehör aus allen Nähten platzen, müssen Basketballer mühevoll und lange nach Hallenschuhen und Co. suchen – eine Marktlücke, die der 22-Jährige entdeckte und mit seinem Unternehmergeist füllte, als er selbst einen Online-Shop für Basketballsneaker und -Zubehör eröffnete.

Als Kind spielte der geborene Radlinger Fußball. „Mit etwa 14 Jahren war ich dann schon an die 1,90 Meter groß, und alle aus meinem Umfeld haben mir geraten, zum Basketball zu wechseln“, erinnert sich Faderl. Gesagt, getan: In einem Alter von 15 Jahren trat er einem Verein bei und begann, Basketball zu spielen. Doch schon bald merkte er, dass es in der Region keine Einkaufsmöglichkeiten für entsprechendes Zubehör gibt: „Als ich mit Basketball angefangen habe, konnte man in Cham nicht mal einen Ball kaufen“, lacht Faderl und fügt hinzu: „Inzwischen gibt es zumindest vereinzelt Basketbälle in den lokalen Sportgeschäften. Das liegt aber auch hauptsächlich daran, dass Deutschland im Sommer 2023 Weltmeister wurde.“

Christoffer Faderl bekam die Marktlücke immer mehr zu spüren. Nach seinem Abitur machte er ein freiwilliges soziales Jahr in Neustadt an der Waldnaab, wo er eine Saison lang Basketball spielte. „Dort hatten wir zwei Profispieler im Team. Auch sie haben sich gewundert, dass man vor Ort nicht an Schuhe und andere Ausstattung gekommen ist“, sagt Faderl.

Schließlich zog der Basketballbegeisterte für sein BWL-Studium nach Regensburg und stand wieder vor dem selben Problem: zu wenig Angebot für Hallen-Sneaker.

Seltene Modelle und Größen

Während der Corona-Pandemie wurde im Rahmen des Lockdowns die Sporthalle geschlossen. „Da ich in der Zeit sowieso nicht spielen konnte, habe ich beschlossen, alle Sneaker, die ich nicht mehr brauchte, auf Ebay zu verkaufen. Obwohl die Schuhe gebraucht waren, waren sie innerhalb von zwei Tagen ausverkauft. Als ich daraufhin noch ein paar alte Trikots auf Ebay stellte, waren sie genauso schnell weg. Daran habe ich gemerkt, wie groß die Nachfrage tatsächlich ist“, berichtet Faderl.

Zum 1. Januar 2023 meldete er schließlich sein Gewerbe an, stellte eine Webseite mit dem passenden Namen „Sneakerchamp“ zusammen und begann, Basketballschuhe zu verkaufen.

Unterstützung von der OTH Regensburg

„Anfangs war es wirklich schwer, an Händlerware zu kommen. Ich habe einen Händler nach dem anderen angeschrieben und nur Absagen bekommen“, so Faderl. Daraufhin versuchte er es bei Chamer Sportgeschäften. Faderl kaufte ihnen Modelle aus älteren Kollektionen ab und vertrieb sie in seinem online-Shop. „Nach einer gewissen Zeit zogen schließlich auch größere Marken mit. Es hat aber bis zum Sommer vergangenen Jahres gedauert, bis ich dann einen ordentlichen Bestand auf Lager hatte“, berichtet der 22-Jährige. Inzwischen bietet er auch Modelle und Größen an, die besonders schwer zu bekommen sind. „Im vergangenen Jahr habe ich beispielsweise ein Paar in der Größe 49,5 verkauft. Auf Anfrage kann ich sehr viele Modelle in so ziemlich jeder Größe besorgen“, sagt der BWL-Student.

Durch sein Studium bekam Faderl Zugang zum Start-Up-Center der OTH Regensburg. Dort kann er eine professionelle Kamera und eine Leinwand nutzen, um Fotos für seine Webseite zu machen. „In der Anfangsphase wurde ich außerdem intensiv zu den rechtlichen Rahmenbedingungen beraten und habe wirklich viele Sachen erfahren, auf die man aufpassen muss, wenn man ein Gewerbe anmeldet“, sagt Christoffer Faderl.

Profibasketballer Nico Wenzl als Markenbotschafter

Während seiner Zeit in Neustadt an der Waldnaab lernte er den Profibasketballspieler Nico Wenzl kennen, der inzwischen für die Syntainics MBC (Weißenfels) spielt. Nach der Eröffnung seines online-Shops konnte der Jungunternehmer den Bundesligisten als Markenbotschafter für seine Webseite gewinnen und sponserte dem Basketballer als Gegenleistung Hallenschuhe für eine Saison.

Faderl verkauft Sneaker nicht nur, sondern ist selbst ein Fan von Basketballschuhen. In seiner privaten Sammlung hat er an die 100 Paar. Trotzdem kann er nicht nachvollziehen, wie bestimmte Trends entstehen. „Seit vergangenem Jahr ist beispielsweise der Air Jordan 4 von Nike – besonders bei Jugendlichen – extrem beliebt und heiß begehrt. Das Modell existiert aber seit rund 20 Jahren und hat vorher niemanden interessiert“ , erklärt der „Sneakerchamp“. Den größten Einfluss auf die Sneakertrends haben laut Faderl Profisportler und Rapper: „Wenn die Jugendlichen ein Musikvideo von einem beliebten Rapper sehen, der bestimmte Sneaker trägt, wollen sie genau dieselbe Farbe und dasselbe Modell haben. Diese Schuhe sind dann innerhalb kürzester Zeit nur schwer zu bekommen.“ Der teuerste Schuh, den Faderl verkauft hat, war ein Sammlerstück und ging für knapp 500 Euro über die digitale Theke.