Faschingszug mit vielen Wagen: In Chammünster herrschte eine galaktische Stimmung

Regen hatten die unzähligen Aliens und Astronauten, die sich am Sonntagmittag in Chammünster rund ums Marienmünster einfanden, aus dem Weltraum mitgebracht, der zwar die Sichtverhältnisse ein wenig trübte, aber nicht die galaktische Stimmung auf und neben den zahlreichen Wagen.
Von fernen Gestirnen waren sogar Abordnungen gekommen, wie aus Zandt oder Runding, wo deren Löschmannschaften für irgendwelche Jubiläumsfeste warben. Schon fest zum Minstacher Faschingszug gehört die Vilzinger Abordnung, die ihrem Motto treu geblieben ist: „Heben statt kleben“ haben sich die Bieraktivisten auf ihre Warnleiberl geschrieben.
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Bevor sich der lange Zug aber in Bewegung setzte, gab es erst mal Party im Dorf. Fast jeder Wagen hatte seine Soundmaschine dabei und dröhnte die Nachbarschaft mit Partyhits und anderem Nonsens voll, und die Wagenbesatzungen hüpften und grölten im Rhythmus. Aber es gab auch viel spontane Tanz- oder Gesangseinlagen der meist maskierten Leute.
Gegen halb zwölf nahmen die Tanzgruppen der Rändancers auf der Dorfstraße Aufstellung und zeigten fetzige Tanzdarbietungen. Zunächst die Kindergruppe, danach die Jugendlichen und zum Schluss beide zusammen. Viel Applaus bekamen die Mädchen für ihre Tänze. Dann wurde weiter vorgeglüht für den Umzug, der sich kurz nach halb zwei in Bewegung setzte. Voraus marschierte wie in den letzten Jahren der Wartha Karl mit seiner Drehorgel, heuer aber begleitet von zwei jungen, feschen Damen, die ihm seine Notenrollen trugen. Fleißig orgelte er dem gemächlich folgenden Wagenzug voraus.
Süßes aus dem Prunkwagen
Direkt hinter ihm folgte der Prunkwagen der Minstacher Faschingsgesellschaft mit Prinzenpaar Bine I. und Nino I., den Gardemädchen, Hofräten, Präsident Steve Daiminger und Hofmarschall Pusl. Eine Menge Süßigkeiten und süße Klopfer flogen auf die am Ende wieder recht zahlreichen Zuschauer herab, die sich wegen des schlechten Wetters erst kurz vor Umzugsbeginn an den Straßenrändern aufgestellt hatten.
Nach der Faschingsgesellschaft kam der Nachwuchs mit Mutter-Kind-Gruppe und Kindergarten, und auch die Jugendlichen der Rändancers marschierten mit. Ihnen folgten die Altprinzen, heuer als Prinzen in Black, in deren Reihen ein Prinz zu einer Kakerlake mutiert war. Aber sie können’s noch und heizten die Stimmung immer wieder an. Danach wurde es sphärisch. Die Minstacher Feuerwehr hatte ihren Kommandanten auf ihre Rakete Minsta One geschnallt, um ihn ins All zu schießen, etliche Feuerwehrler begleiteten ihn als Astronauten.
Die Schlonegger kriegen ihr Hexentrauma nicht weg. Auch beim Umzug war wieder eine Horde dabei, und zwei flogen vor dem Traktor auf ihren Besen herum. Minsta Hell half da beim Abheben.
Nachwuchs aus dem All?
Die Raumfahrer der Fußballer des FC Chammünster meldeten der Erdstation ein Problem. Wahrscheinlich ging’s um den Biernachschub. Die Turndamen finden auf der Erde keinen Nachwuchs mehr. So wollen sie schauen, ob’s im All welchen gibt. Auf jeden Fall halten sie sich galaktisch fit. Auch die Gutmaninger Haislmannschaft will auf den Mond, sie hat kein Vertrauen mehr in die irdische Regierung. Genug Trinkbares hatte sie dabei.
Die Rieder Hütten versucht’s weiter auf der Erde, hat sich dazu ein stabiles Haus gebaut. Der Chameregger Schupfatrupp hat sich schon für Weltraumausflüge gerüstet, ebenso auch die Minstacher Schützen, deren Wagen außerirdisch strahlte. Auch die Hofinger Wehr setzt auf ihr (T)Raumschiff Surprise der Periode 1, um ins All zu schweben.
Die Feuerwehr Zandt warb für ihre Feuerwehrsum-Space-Bar, Danach rollte ein Westernzug durch Minsta. Voraus ritten verwegene und trinkfeste Cowboys auf aufgedunsenen Gäulen, danach kam der Saloon, indem es offenbar auch Tequila gab, jedenfalls wurde der Rohstoff dafür, ein Kaktus, mitgeführt. Den Schluss machte der Bürgermeister – nicht der Chamer, nein der Rundinger, der mit seinen Mannen für’s diesjährige Feuerwehrfest warb.
So tuckerte der Zug durchs Dorf, und die Kinder freuten sich über Massen an Guadln und die Erwachsenen über die geistigen Gaben, die ihnen von oben herab gereicht wurden. Und alle freuten sich über die Gaudi auf den Straßen und dass es doch immer wieder genug Leute gibt, die eine solche Faschingsgaudi organisieren – und auch über die, die daran teilnehmen.







