„1 % Quiz“: Sandra Hägler aus Stulln erreichte in der Sat 1-Sendung das Halbfinale

So weit gekommen und am Ende knapp gescheitert. Sandra Hägler (26) aus Stulln (Landkreis Schwandorf) hätte beinahe bei der Sendung „Das 1 % Quiz – Wie clever ist Deutschland?“ auf Sat1 richtig abgeräumt. Doch im Halbfinale scheiterte sie, obwohl sie das Prinzip der Frage eigentlich richtig erkannte.
„Letzten Endes war es ein Leichtsinnsfehler, der mich schon noch ärgert“, erzählt Hägler am Telefon. Auf der anderen Seite sei sie auch stolz auf sich, dass sie es überhaupt so weit geschafft hat. In der achten Sendung der zweiten Staffel, die kürzlich ausgestrahlt wurde, setzte sich die Stullnerin gegen einen Großteil der 100 Kandidaten durch.
Durch Zufall sei die 26-Jährige auf die Sendung aufmerksam geworden. „Ich habe mir gedacht, das kann ich auch“, sagt sie. Das Konzept hatte für die junge Frau einen besonderen Reiz. „Weil es mal eine andere Quizsendung ist als ,Wer wird Millionär’ zum Beispiel, wo man sich lange vorbereiten muss.“
Gedreht wurde die Show, die kürzlich ausgestrahlt wurde, schon im November 2023 in Köln
Hägler entschied sich, eine Bewerbung für die zweite Staffel abzugeben. Nach kurzer Vorstellung samt Video habe sich der Sender schnell bei ihr gemeldet und sie für die Show, die am 4.November 2023 in Köln aufgezeichnet wurde, eingeladen – eine spannende Erfahrung. „Man stellt sich das irgendwie ganz anders vor, wenn man auf der Couch sitzt.“ Nach einer Nacht im Hotel ging am Vormittag die Aufzeichnung los.
Hägler und die übrigen Kandidaten wurden mit dem Bus ins Studio gebracht. Dort angekommen ging es noch kurz in die Maske, ehe die Kandidaten ihre Plätze zugewiesen bekamen. „Dort gab es Tablets, auf denen die Aufgaben dann Runde für Runde gelöst werden mussten“, erinnert sich Hägler.
Heiner Lauterbach und Emilio Sakraya haben als prominente Gäste mitgeraten
Nachdem die beiden prominenten Showgäste, die Schauspieler Heiner Lauterbach und Emilio Sakraya, die außer Konkurrenz mitraten durften, begrüßt wurden, ging es auch schon los.
Das Grundkonzept der Sendung ist schnell erklärt: 100Kandidaten messen ihre Intelligenz im Vergleich zum durchschnittlichen Wissen der Deutschen. Die Fragen sind keine klassischen Wissensfragen, sondern es geht um logisches Denken und Kombinieren sowie mathematische Aufgabenstellungen. Die Fragen werden vorab in repräsentativen Umfragen getestet. So ist bei jeder Aufgabe genau definiert, wie viel Prozent der Deutschen sie korrekt beantworten können. Sowohl die Umfrage-Teilnehmer als auch die Kandidaten haben pro Runde 30 Sekunden Zeit. In Fünf-Prozent-Schritten folgen anschließend immer schwierigere. Antwortet ein Kandidat falsch, scheidet er aus.
Sandra Hägler biss sich Runde für Runde durch. 13 Kandidaten waren noch übrig, als das Halbfinale, die sogenannte Fünf-Prozent-Frage, gespielt wurde. Hier sollten die Kandidaten ein Buchstabenschema analysieren, bei dem einer fehlte.
Während einige sichtlich haderten, hatte Hägler das Schema eigentlich schnell erkannt, wie sie sagt. Um die Aufgabe zu lösen, mussten die Kandidaten im Buchstaben-Wirrwarr erkennen, dass dieses aufgedröselt die vier Elemente Wasser, Erde, Luft und Feuer bildet. Bei letzterem fehlte das U, was die richtige Antwort gewesen wäre. „Ich habe das Prinzip zwar erkannt, aber aus irgendeinem Grund aus Feuer eine Feder gemacht“, sagt Hägler.
Aus einem „U“ wurde ein „D“ – und die junge Frau aus Stulln schied aus
Die Stullnerin loggte somit den Buchstaben D ein und schied mit fünf weiteren Kandidaten aus. „Wenn es etwas gewesen wäre, das ich gar nicht kapiert hätte, dann wäre es nicht so schlimm gewesen. So ist das natürlich bitter.“ Darüber habe sie sich auch mehr geärgert, als über die verpasste Chance auf den Hauptgewinn. „Ums Geld ging es mir eigentlich eh nie. Auch wenn es natürlich schön gewesen wäre, etwas mitzunehmen“, so Hägler. Das Geld wäre bei ihr sicherlich auch gut angelegt gewesen. Die Stullnerin hat mit ihrem Freund im vergangenen Jahr ein Haus gekauft.
Drei glückliche Sieger brachte die achte Folge der zweiten Staffel schließlich hervor. Sie konnten auch die letzte Frage beantworten und teilten sich den Jackpot in Höhe von 96.000Euro. „Wenn ich es auch geschafft hätte, wären es 24.000Euro gewesen“, rechnet Hägler vor und lacht.
Wie geht es jetzt weiter?
Doch ob sie die Finalfrage im Studio überhaupt noch hätte beantworten können, wisse die 26-Jährige bis heute nicht. „Ich war dann gedanklich so raus und man muss ja immer sagen, dass man nur 30 Sekunden Zeit hat.“ Sie habe aber gerade von diesem Druck profitiert. „Da kann ich besser arbeiten, das war auch während meines Chemietechnik-Studiums so“, sagt sie. Für Hägler sei die Show eine tolle Erfahrung gewesen. „Ich kann es wirklich nur jedem weiterempfehlen.“
Bahnt sich da etwa auch eine Teilnahme in weiteren Quizshows an? „Das weiß ich noch nicht. Wenn, dann müsste es aber ein ähnliches Format sein. Für ,Wer wird Millionär‘ wäre ich schon zu langsam für die Auswahlfrage.“