Regierung der Oberpfalz will große zentrale Flüchtlingsunterkunft in Neumarkt errichten

Der Druck durch den Zustrom an Flüchtlingen bleibt bestehen, weshalb die Behörden weiter nach anmietbaren Unterkünften suchen. In Neumarkt sind sie offenbar im für hiesige Verhältnisse größeren Maßstab fündig geworden.
Das deutet zumindest ein Antrag auf Nutzungsänderung an, den die Neumarkt Immobilien GmbH bei der Stadt gestellt hat. Sie ist verknüpft mit der Münchener VTC Immobilien GmbH, die den Teil des Industriegebiets an der Ingolstädter Straße besitzt, auf dem einst Europoles saß. Für das ehemalige Verwaltungsgebäude stellte die GmbH den Antrag, um es als Flüchtlingsunterkunft nutzen zu können.
Auf laut Stadtverwaltung rund 3000 Quadratmetern Nutzfläche könnten bis zu 366 Menschen unterkommen. Dem Antrag stimmte der Bausenat am Donnerstag zu.
Ableger des Anker-Zentrums in Regensburg
Das Landratsamt hat bereits das benachbarte frühere Gästehaus von Pfleiderer angemietet, wo rund 150 Flüchtlinge Platz finden. Mit den Plänen nebenan hat das Landratsamt nach eigener Aussage aber nichts zu tun. Die Spur führt demnach nach Regensburg zur Regierung der Oberpfalz.
Man stehe in entsprechenden Verhandlungen, erklärt die dortige Pressestelle. In Neumarkt soll ein Ableger des sogenannten „Anker-Zentrums“ in Regensburg entstehen. Derartige zentrale Unterkünfte sind in der Regel größer als jene des Landkreises und werden direkt von der Regierung betrieben. Die Abkürzung „Anker“ steht für „Ankunft, Entscheidung, Rückführung“. In Anker-Zentren sind Asylbewerber untergebracht, bis klar ist, ob sie in Deutschland bleiben dürfen oder wieder ausreisen müssen. Neben Regensburg gibt es auch in Burglengenfeld eine Dependance.