Regensburger Verkehr: Viel Lob für das runderneuerte „Monstrum“ in Kumpfmühl

Die Mega-Kreuzung an der Kumpfmühler Brücke in Regensburg war viele Jahre ein gefürchteter Unfall-Hotspot. Vergangenes Jahr wurde sie dann umgebaut. Seit knapp vier Monaten ist sie nun wieder voll in Betrieb. Vertreter von Verkehrs- und Radfahrerverbänden haben sie seitdem genau unter die Lupe genommen – und ein klares Urteil gefällt.
Es ist einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte in Regensburg. Kumpfmühler Straße, Friedenstraße, Kumpfmühler Brücke, Kirchmeierstraße und Bischof-Wittmann-Straße treffen hier aufeinander. Behördenvertreter bezeichneten die Kreuzung schon vor Jahren als „Monstrum“.
Seit der Sperrung der Bahnhofsstraße vor zwei Jahren drücken sogar noch mehr Verkehrsteilnehmer als vorher rein. Und viele fühlten sich hier in den vergangenen Jahren unwohl: Autofahrer, weil Radler an den Ampeln vorbei quer über die Kirchmeierstraße fuhren. Radfahrer, weil Autofahrer riskant wendeten. Und Fußgänger, weil sie zwischen abbiegenden Autos über die Brücke mussten.
Im vergangenen Herbst wurde sie nun umgebaut. Mehrere Monate dauerten die Arbeiten. Dabei wurde unter anderem die vorhandene Rechtsabbiegespur in der Friedenstraße – von Osten kommend – von 40 auf 90 Meter verlängert. Um die Unfallzahlen zu verringern und die Kreuzung für Radfahrer sowie Fußgänger sicherer zu machen, wurden die Rechtsabbieger in die Ampelschaltung mit aufgenommen. Zudem ist seit dem Umbau die diagonale Führung für Radfahrer von der Kumpfmühler Brücke in Richtung Süden durch eine eigene Ampelphase möglich.
Gefährlicher Abbiegestreifen zur Kumpfmühler Brücke
Zeigen diese Maßnahmen nun eine Wirkung? Wolfgang Schumann, Verkehrssicherheitsbeauftragter der Regensburger Polizei, sagt, dass die Kreuzung in der Tat eine der verkehrsreichsten Knotenpunkte im Stadtgebiet sei. Deswegen sei es zunächst einmal zwangsläufig so, dass es hier zu mehr Unfällen als an weniger stark befahrenen Orten komme. Von 2019 bis 2022 nahm die Regensburger Polizei hier 40 offiziell auf, alleine 13 davon auf dem Abbiegestreifen zur Kumpfmühler Brücke.
Seit dem Umbau wurde die Polizei bislang zu sechs Unfällen an die Kreuzung gerufen. Ob es nun Anlass zur Hoffnung gibt, dass sich die Unfallquote auf Dauer senken wird, will Schumann derzeit nicht beurteilen. Erst wenn noch mehr Zeit vergangen ist, werde es hier aussagekräftige Zahlen geben, sagt er.
Der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs in Regensburg, Benedikt Benz, erzählt, dass er früher auf der Kreuzung beim Abbiegen auf die Brücke „immer ein mulmiges Gefühl“ gehabt habe. So sei es sei immer wieder vorgekommen, dass Autofahrer die Vorfahrt des Radverkehrs missachteten. Durch den Umbau habe sich eindeutig etwas verbessert, findet er: Durch die neue Rechtsabbiegeampel sei das Problem gelöst worden.
Benz bewertet zudem die neu installierte direkte Querverbindung für Radfahrer nach Süden als „äußerst gelungen“. Der früher an dieser Stelle immer wieder aufgetretene „Fahrrad-Stau“ verteile sich nun auf zwei Spuren: „Ich finde es angemessen, dass Menschen auf dem Rad an Kreuzungen nach Möglichkeit genauso leicht abbiegen können wie mit dem Auto und entsprechend nicht an mehreren Ampeln warten müssen.“ Insofern wurde die Kreuzung dadurch gerechter für den Radverkehr gemacht – und dieser habe dadurch eindeutig eine Aufwertung und mehr Sichtbarkeit bekommen.
Eine eigene Ampelphase für Radfahrer an der Kumpfmühler Kreuzung
Wolfgang Bogie vom Verkehrsclub Deutschland in Regensburg ist vom Ergebnis des Umbaus beeindruckt. Die riskanten Stellen seien jetzt entschärft, es sei „alles eindeutig geregelt“. Bogie ist nach eigener Aussage „sehr froh, dass auch die Radfahrer, die hier vorher schon illegal diagonal über die Kreuzung gefahren sind, jetzt eine eigene Ampelphase bekommen haben“.
Dem Ordnungsamt, das die Querung eingeführt hat, gebühre dafür „große Anerkennung“. Er bekomme „viele Rückmeldungen von Radfahrern, die hier täglich unterwegs sind, wie toll das Erlebnis ist, dass sie hier für sechs Sekunden Vorfahrt haben können.“ Auch er selbst sei die umgebaute Kreuzung direkt am ersten Wochenende nach der Wiedereröffnung komplett abgefahren – „und ich war regelrecht begeistert“.