Zwei Großbaustellen in Regensburg: Drohen Mega-Staus?

Von Julia Ried · 27. Mai 2023 um 05:00

Regensburg. Dieser Sommer wird für alle, die regelmäßig auf den großen Nord-Süd-Verbindungen unterwegs sind, zur Geduldsprobe: Denn die Stadt Regensburg sperrt im August neben der Nibelungenbrücke auch die Kumpfmühler Brücke.

Die Nibelungenbrücke bekommt zwischen 31. Juli und 31. August für circa 750.000 Euro eine neue Asphaltdecke. Stadtsprecherin Verena Bengler kündigt an: „Jede Fahrtrichtung ist abwechselnd für je zwei Wochen für den Kraftfahrzeugverkehr voll gesperrt, zuerst in Fahrtrichtung Norden, danach in Fahrtrichtung Süden.“ Linienbusse und Rettungsdienste dürfen den gesperrten Bereich allerdings passieren. Fußgänger und Radler können die Brücke während der Bauzeit ebenfalls nutzen.

Aufwendiger und langwieriger ist der Umbau der Kreuzung Kumpfmühler Straße/Kirchmeierstraße, deren Ablauf jetzt ebenfalls feststeht. Damit der Verkehr flüssiger und sicherer fließt, investiert die Stadt hier circa 440.000 Euro: Sie verlängert unter anderem die Rechtsabbiegespur in der Friedenstraße. Die Rechtsabbieger bekommen auch ein eigenes Ampelsignal, so dass Fußgänger und Radler sicher passieren können, wenn die Autos Rot haben. Radler können künftig die Kreuzung von der Brücke in Richtung Süden deutlich zügiger, weil diagonal queren.

Stadt baut in der Kumpfmühler Straße von Juli bis Oktober um

Sprecherin Bengler teilt mit: Ab Juli werde ohne wesentliche Verkehrsbeschränkungen die Baustelle eingerichtet. Im August, zu Beginn der Sommerferien, baue die Stadt die nördliche Hälfte der Kreuzung um. „Die Brücke und die Verbindung nach Norden wird für mehrere Wochen voll gesperrt“, sagt Bengler. Im September sei die südliche Hälfte der Kreuzung an der Reihe. „Auch hierfür müssen Straßenäste – von und nach Kumpfmühl – gesperrt werden.“ Verkehr in Ost-West-Richtung, also auf Kirchmeier- und Friedenstraße, sei immer möglich. Die Buslinien, die hier vor allem in Nord-Süd-Richtung unterwegs sind, würden umgeleitet. Für Fußgänger und Radfahrer bleibe der Knotenpunkt weiter passierbar, allerdings mit „eingeschränkten Verkehrsräumen“. Anfang Oktober will die Stadt fertig sein.

Die Stadt sperre bewusst beide Brücken im Sommer, sagt Planungsreferentin Christine Schimpfermann. „Die beiden Maßnahmen stehen in keinem verkehrlichen Zusammenhang – auch die Umleitungen überlagern sich nicht. Wichtig war es in beiden Fällen, die verkehrsärmste Zeit im gesamten Jahr auszunutzen.“

Dennoch ist der Polizei zufolge mit „erheblichen Einschränkungen und Fahrtzeitverlängerungen“ zu rechnen, wie Helmut Ebenbeck von der Inspektion Regensburg-Süd sagt. Zehn, 15 Minuten mehr müssten Autofahrer im Berufsverkehr schon einplanen. „Es wird an den jeweiligen Lichtzeichenanlagen immer wieder Rückstauungen geben.“ Polizei und Stadt rufen Autofahrer auf, die Knotenpunkte so gut wie möglich zu meiden – etwa über die Autobahn. So erklärt Stadtsprecherin Bengler: „Je weiträumiger und je weiter außerhalb der bekannten Berufsverkehrszeiten die Verkehrsteilnehmer die Baustelle umfahren, desto problemloser stellt sich die Verkehrslage dar.“

Die Anwohner der Umleitungen müssten aber mit mehr Verkehr rechnen, sagt Polizist Ebenbeck. Die Kumpfmühler Brücke lässt sich über die Klenzebrücke umfahren. Als Alternative zur Nibelungenbrücke bietet die Stadt eine Route über Adolf-Schmetzer-Straße, Straubinger Straße, Odessa-Ring und Walhalla-Allee an.

Sperrung der Nibelungenbrücke: Auch Gewerbepark betroffen

Das werden auch die 350 Unternehmen im Gewerbepark, ihre Mitarbeiter und Besucher zu spüren bekommen. Geschäftsführer Roland Seehofer sagt: „Die Baumaßnahmen vor allem an dem zentralen Donauübergang Nibelungenbrücke werden natürlich eine erhebliche Beeinträchtigung der ohnehin angespannten Verkehrssituation im Stadtnorden verursachen, gerade in den bereits jetzt stark belasteten Bereichen Osttangente und Walhalla Allee.“ Er hoffe, „dass alle Maßnahmen ausgenutzt werden, um die Baumaßnahmen so effizient und zeitsparend wie möglich durchzuführen“. Armin Gebhard, Vorstand der Regensburger Kaufleute, sieht die Sperrungen gelassener. Es gebe genügend Möglichkeiten, die Altstadt zu erreichen. Gebhard: „Den Regensburger Kaufleuten ist bewusst, dass Baustellen nötig sind. Wir hoffen, dass alles zügig nach Plan verläuft und die Umleitungen gut beschildert werden.“

Juni-Baustelle

Vollsperrung: Vom 30. Mai bis voraussichtlich 10. Juni 2023 werden aufgrund von Baumaßnahmen der Weißgerbergraben und die Keplerstraße gesperrt, wie das Stadtwerk mitteilte.

ÖPNV: Die Buslinien 1, 2, 4, 11, N6 und N7 werden umgeleitet. Die Haltestellen Dachauplatz, Thundorferstraße, Fischmarkt und Keplerstraße werden nicht bedient, die Haltestelle Arnulfsplatz nur von N6 und N7.

Die Kreuzung Kumpfmühler Straße/Kirchmeierstraße sollen auch Radler bald sicherer und schneller passieren können.