50 Azubis aus Kirgistan kommen nach Cham – Unternehmen zeigen großes Interesse

Von Antonia Zuruev · 7. Februar 2024 um 19:00

Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, setzt der Landkreis Cham auf Nachwuchs aus Kirgistan. Zu diesem Thema veranstaltete das Landratsamt am Dienstag gemeinsam mit der Agentur für Arbeit, der Vhs sowie den Chamer Berufsschulen eine Informationsveranstaltung für Arbeitgeber, die daran interessiert sind, in ihren Unternehmen junge Menschen aus Kirgistan auszubilden.

In einer Pilotphase im vergangenen Jahr begannen bereits 21 junge Kirgisen ihre Ausbildung im Landkreis Cham. Nun soll das internationale Projekt ausgeweitet werden: Zum neuen Ausbildungsjahr erwarte man 50 neue Azubis, erklärte Isabella Bauer, Wirtschaftsreferentin des Landkreises. Bei der Infoveranstaltung lernten interessierte Unternehmen die Rahmenbedingungen sowie die nächsten Schritte des Projekts kennen.

Arbeitgeber müssen Geduld und Offenheit beweisen

Siegfried Bäumler, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Schwandorf führte aus, dass in Kirgistan eine mangelnde Berufsperspektive für die überdurchschnittlich junge Bevölkerung herrsche. Dadurch hätten die jungen Kirgisen großes Interesse an einer Ausbildung im Ausland sowie eine hohe Bleibeperspektive.

„Damit der Nachwuchs aus Kirgistan auch längerfristig in Deutschland bleibt, muss man noch vor ihrer Einreise viel Vorarbeit leisten“, so Bernhard Lang von der Agentur für Arbeit Schwandorf. Dabei sei auch das Thema Willkommenskultur von großer Bedeutung. Darauf ging Winfried Ellwanger von der VHS näher ein und gab den Arbeitgebern wertvolle Tipps, damit sie den kirgisischen Azubis ein angenehmes Ankommen in Deutschland ermöglichen können. Er unterstrich, dass die ausländischen Nachwuchskräfte mit vielen Erwartungen und Fragen in ein für sie neues Land einreisen, weshalb die Ausbildungsunternehmen Geduld und Offenheit für fremde Kulturen mitbringen müssen.

Viele Organisationen und Ämter beteiligt

Um den Erfolg des Projekts sicherzustellen, übernehmen die Verantwortlichen unterschiedliche Aufgaben. Dabei soll der Arbeitgeber beispielsweise eine Unterkunft sowie einen Mentor für seine kirgisischen Azubis organisieren. Die VHS stellt Kümmerer zur Verfügung, die als Ansprechpartner fungieren und die Azubis im Alltag unterstützen. Die Agentur für Arbeit kümmert sich um das Organisatorische und der Landkreis übernimmt unter anderem die Rolle eines Ansprechpartners für die Verantwortlichen und kofinanziert das Projekt.