So hilft das bfz Neumarktern, die es nicht leicht haben, bei der Suche nach dem richtigen Job

Um 7 Uhr in der früh beginnt für den 25-jährigen Stefan Baierl der Arbeitstag. So normal das für einen angehenden Koch klingt, so speziell ist doch der Weg Baierls und die Hilfe, die er dabei durch das Berufliche Fortbildungszentrum (bfz) erhält. Seit 40 Jahren hilft es Menschen dabei, nach Schicksalsschlägen und Krankheit den Weg zurück ins Arbeitsleben zu finden. Aber das ist nicht alles.
Ursprünglich hatte Baierl eine andere Ausbildung angefangen, doch dann machte ihm seine Gesundheit einen Strich durch die Rechnung. Als es ihm wieder besser gegangen sei, habe jedoch festgestanden, dass er seine Ausbildung nicht habe weitermachen können, erzählt der 25-Jährige. Erneut stand Baierl vor der Frage, welchen Beruf er ausüben möchte und wegen seiner Gesundheit überhaupt kann.
Er wendete sich an die Agentur für Arbeit. Ihm wurde vorgeschlagen, eine einjährige berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB) für Rehabilitanden am bfz in Neumarkt zu besuchen. Das sollte ihm helfen, wieder in den Berufsalltag zurückzufinden.
Während der Reha im bfz schnupperte Baierl in verschiedene Berufsfelder hinein. Er habe schnell gemerkt: „Kochen macht mir Spaß.“ Und deswegen habe er sich für eine Kochlehre am bfz entschieden. Zudem haben die Azubis dort nicht nur einen beruflichen Ansprechpartner, sondern können zusätzliche Unterstützung in Anspruch nehmen. Beispielsweise sind dies psychologische Angebote.
Praktika in verschiedenen Restaurants
Während seiner Ausbildung hat der 25-Jährige außerdem mehrere Praktika in Restaurants und anderen Küchen gemacht. Diese sollen Baierl auf den Einstieg in den Beruf nach der Ausbildung vorbereiten, erklärt Sozialpädagogin Birgit Deininger, die Baierl während der Ausbildungszeit begleitet.
Der Berufseinstieg nach der Lehre stelle oftmals ein Hürde für die Reha-Teilnehmer dar, sagt Deininger. Sie und ihre Kollegen unterstützen die Azubis dabei, die Umgewöhnung vom geschützten Umfeld auf die Arbeitswelt außerhalb des bfz zu schaffen. Denn ein „stabiler Weg ins Arbeitsleben“ sei Ziel.
Baierl habe bereits einige Jobangebote von Betrieben, in denen er Praktika gemacht hat, erzählt Deininger. Baierl selbst hat schon während seiner Praktika gelernt, dass jeder Betrieb anders ist. Aber er fühle sich auf die Zeit nach seiner Ausbildung gut vorbereitet.
Das bfz hilft Menschen wie Baierl bereits seit 40 Jahren. Gegründet wurde es 1983 aufgrund der damals sehr hohen Jugendarbeitslosigkeit. Jugendlichen sollte eine „berufliche Perspektive“ gegeben werden, sagte Hans Moser, bfz-Leiter. Das Angebot des bfz sei seither stetig erweitert worden, ergänzt Joachim Simbeck, bfz-Leiter Neumarkt.
Unter anderem bietet das bfz Sprachkurse. Durch Sprachkurse mit unterschiedlichen Niveaus können Menschen im bfz Deutsch lernen. Dadurch soll ihnen bei der beruflichen Erstorientierung geholfen werden.
Eine weitere Zielgruppe sind Schüler. Das bfz arbeitet eng mit Schulen und der Agentur für Arbeit zusammen, um Schüler früh über ihre beruflichen Perspektiven, zu informieren. Regelmäßig sind Schüler aus siebten und achten Klassen am bfz. Sie bekommen Einblicke in verschiedene Berufe.
