Der Straßen-Aufriss in 2024: Die großen Baustellen im Landkreis Kelheim

Von Martin Rutrecht · 5. Februar 2024 um 19:00

Entschärfung der Rennstrecke, Ertüchtigung von Staats- und Kreisstraßen, Neubau von Brücken sowie Geh- und Radwegen: Über den Landkreis Kelheim hinweg sind auch in 2024 etliche Baumaßnahmen an Verkehrsverbindungen vorgesehen. Was wo gemacht wird, zeigt ein Überblick.

• Ihrlerstein: Vorarbeiten – konkret Rodungen – laufen bereits an der sogenannten Rennstrecke (Staatsstraße 2233) zwischen Kelheim und Ihrlerstein. „Im Frühjahr beginnen wir mit dem Ausbau zwischen der Abzweigung nach Alling und dem Ortsanfang Ihrlerstein“, erklärt Pressesprecherin Franziska Weigand vom Staatlichen Bauamt in Landshut. Dieser erste Bauabschnitt wird heuer realisiert. „Ziel ist es, die Häufigkeit der Unfälle zu reduzieren.“

• Essing: Eine „Flicksanierung“, so Weigand, steht an der St 2230 auf Höhe Essing an. Schadstellen machen Ausbesserungsarbeiten notwendig.

• Saal a. d. Donau: Entlang der B16 wird zwischen Untersaal und der Kreuzung mit der Teugner Straße ein Geh- und Radweg errichtet. Aktuell besteht dort ein Notgehweg.

• Langquaid: Im Umgriff der Labertal-Gemeinde werden heuer einige Male Straßenbau-Maschinen anrollen. Nach einem Böschungsrutsch ist zur Wiederherstellung des Straßendamms bei Naffenhofen ein Vollausbau der St 2144 erforderlich. Zudem wird die Fahrbahn dieser Staatsstraße zwischen Einmündung St 2230 und Langquaid saniert. Und auch der Belag der St 2143 zwischen Langquaid und Adlhausen erfährt eine Erneuerung.

Eine neue Asphaltdeckschicht bekommt auch die Kreisstraße (KEH) 28 vom Ortsausgang Altbach bis zur Kreuzung KEH 24/28 bei Herrngiersdorf. Diese Arbeiten erfolgen im Juni unter Vollsperrung des Verkehrs, informiert das Landratsamt Kelheim. Die Ortsdurchfahrt Sittelsdorf ist nicht betroffen. „Um Verkehrskonflikte zu vermeiden“, läuft aktuell die zeitliche Abstimmung der Maßnahmen an Staats- und Kreisstraßen rund um Langquaid, ergänzt das Staatliche Bauamt.

Neuer Brückenschlag in Abensberg nach dem Gillamoos

• Abensberg: Eine wichtige Flußüberquerung wird in Abensberg ertüchtigt – die Brücke über die Abens auf der St2144 (Münchener Straße). „Die neue Brücke wird aus Stahlbeton gebaut. Außerdem soll ein Mini-Kreisel am nördlichen Ende entstehen, weshalb das Bauwerk zum Kreisverkehr hin verbreitert wird“, erläutert Weigand. Stützwände in diesem Bereich sollen eine verbesserte Geh- und Radwegführung ermöglichen.

Grund für den Neubau ist der Bauwerkszustand und die aktuelle Traglast, die auf Fahrzeuge mit einem Gewicht von 30 Tonnen beschränkt ist. Während der Arbeiten ist die St 2144 im Bereich der Baustelle voll gesperrt. Die Verkehrsumleitung erfolgt über die B 16. Baubeginn soll im September 2024 nach dem Gillamoos sein.

• Siegenburg: Der letzte Abschnitt eines Geh- und Radwegs an der B 299 zwischen Ludmannsdorf und Siegenburg steht auf dem Plan. In 2021 wurde das Teilstück zwischen Ludmannsdorf und Wildenberg fertig gestellt. Heuer ist die Weiterführung bis nach Siegenburg vorgesehen. Insgesamt erstrecken sich mit dem Abschluss sechs Kilometer Geh- und Radweg der Bundesstraße entlang.

Eine Instandsetzung wird am Kreuzungsbauwerk B 301/ B299 durchgeführt. Die Widerlager sowie der Überbau werden erneuert. Die Brücke soll für größere Lasteinwirkungen sicherer gemacht werden. Der Verkehr auf der B 299 kann während der Arbeiten größtenteils frei fließen, die oben liegende B 301 wird voll gesperrt.

• Train: Auf der KEH3 steht der Abschluss des Brücken-Neubaus bei Train an. Die bisherige Brücke über der Abens mit 30 Tonnen Traglast wird durch eine neue mit 60t ersetzt. „Die Baumaßnahme wurde 2023 begonnen, wegen des frühen Wintereinbruchs konnten die Asphaltarbeiten nicht mehr ausgeführt werden“, teilt die Pressestelle im Landratsamt Kelheim mit. Die Asphaltierung wird im April unter Vollsperrung nachgeholt. Für Radfahrer und Fußgänger ist ein Überqueren möglich.

Ausbau der Ortsdurchfahrt in Mainburg wird fortgesetzt

• Mainburg: An der B 301 wird der Ausbau der Ortsdurchfahrt fortgesetzt. Zum einen wird die Fahrbahn saniert, zum anderen eine Linksabbiegespur gebaut, teilweise werden die Geh- und Radwege ertüchtigt. Die Bundesstraße wird für die Maßnahme voll oder halbseitig mittels einer Einbahnstraße gesperrt. Nur Anliegerverkehr ist möglich. Die Ingolstädter Straße soll für den übergeordneten Verkehr als Umleitung dienen.

Südlich von Mainburg wird der Ausbau des Geh- und Radwegs von Großgundertshausen nach Volkenschwand abgeschlossen. Der zweite Abschnitt von Straßbauer bis Hanselsberg knüpft an das 2023 errichtete Teilstück an.

• Riedenburg: Auf eine lange Vollsperrung müssen sich die Verkehrsteilnehmer auf der KEH 14 zwischen Otterzhofen und Perletzhofen einstellen. Die Kreisstraße wird ab Anfang Mai verbreitert, die Maßnahme dauert bis November. In den beiden Ortschaften wird die Straßenentwässerung erneuert. Abschließend wird die Asphaltdeckschicht zwischen Perletzhofen und der Kreuzung KEH 13/14 bei Jachenhausen ebenfalls instand gesetzt.

Nur vorläufige Kostenschätzung

Bei der Angabe der Kosten sind Staatliches Bauamt und Landratsamt zurückhaltend. Landshut nennt für die Staats- und Bundesstraßen eine Gesamtsumme von elf Millionen Euro (2023: 17 Millionen). In beiden Behörden laufen noch Ausschreibungen, weshalb keine Kosten im Detail feststehen. Dass die allgemeine Teuerung auch den Straßenbau erfasst, ist kein Geheimnis. „In den letzten Jahren waren tatsächlich deutliche Preissteigerungen zu beobachten“, sagt Wigand vom Staatlichen Bauamt.

Mit der Vergabe werden teils auch erst die Termine der Ausführung festgezurrt, daher wurden für verschiedene Arbeiten noch kein Zeitrahmen genannt.

In Abensberg steht ein Brückenneubau in der Münchener Straße an. Die Arbeiten beginnen nach dem Gillamoos. Foto: Abeltshauser