Kommentar zu Rechtsextremismus: Werdet laut, Unternehmer

Endlich wacht die Gesellschaft auf. Demonstrationen und Aktionen allerorten helfen sehr dabei zu zeigen, dass die große Mehrheit der Bürger zur Demokratie steht und genug hat von den Vergiftungen des Miteinanders. Wir müssen den Rechtspopulismus und -extremismus als Gefahr Ernst nehmen. Deswegen ist es zum einen notwendig, den Ausgrenzern und Ultrarechten klar entgegenzutreten. Zum anderen muss diese Bewegung so viele Menschen einschließen wie nur möglich.
Deutschland würde rückständiger
Die wirtschaftlichen Ideen der AfD (es Programm zu nennen wäre übertrieben) würden Deutschland rückständiger, ärmer, ungerechter machen und auch Unternehmen massiv schaden. In unserer Umfrage haben sich Unternehmen von Rassismus und Extremismus distanziert. Sie betonen die segensreichen Wirkungen von Vielfalt und Offenheit. So weit, so gut. Noch mehr wäre besser. Wer Verfassungsfeinde, Rassisten, Wut-Rechte ansprechen will, muss eine deutliche Aussprache pflegen.
Inzwischen tut sich was, Unternehmerverbände und Ökonomen positionieren sich hörbarer gegen Rechtsextreme. Die Unternehmen selbst sollten sich anschließen. Ein Aufruf an die Belegschaft, sich an Aktionen zu beteiligen, ein Standortleiter oder eine Geschäftsführerin, die dabei vorangehen – das wäre beeindruckend. Unternehmen betonen gerne ihre gesellschaftliche Verantwortung. Sie sollten sie wahrnehmen – wenn nicht hier, wo dann?
Auf der anderen Seite müssten auch weit linke Gruppierungen gemeinsame Sache mit „Kapitalisten“ machen. Alle, die Demokratiefeinden entgegentreten, sind willkommen. Umso wirkungsvoller ist das Einstehen für Demokratie, Europa, Humanismus. Deshalb sollte man nicht pauschal gegen „Rechts“ wettern, wo sich im gemäßigt-konservativen Bereich ebenso aufrechte Demokraten befinden wie „Links“. Es geht darum, gegen die braun-völkische, minderheitenfeindliche Suppe anzugehen. Und jene aufzurütteln, die meinen, man könne die AfD mal so aus Protest wählen. Nein. Wem dieses Land etwas bedeutet, der kann das nicht.