Baugenehmigung für Pumptrack-Anlage Furth im Wald erteilt – noch keine Förderzusage

Von Alexander Frimberger · 1. Februar 2024 um 17:00

Stell Dir vor es ist Bauausschuss und keiner geht hin. So schlimm kam es nicht, aber das Gremium war am Mittwochabend aufgrund von zahlreichen Verhinderungen ausgedünnt. Beschlussfähigkeit bestand aber, so konnte die Tagesordnung angegangen werden.

Punkt eins der Tagesordnung: Bauanträge, beziehungsweise Vorbescheide über die abgestimmt werden musste. In der Gemarkung Sengenbühl ist geplant, eine Scheune abzureißen sowie einen Lagerkeller mit Biergarten neu zu bauen. Bei dem Vorhaben handelt es sich um die Erweiterung eines im Außenbereich vorschriftsmäßig angesiedelten Gewerbebetriebs. Die Erweiterung ist verhältnismäßig. „Eine gute Sache“, befand Bürgermeister Sandro Bauer. Das sahen auch die Ausschussmitglieder so und stimmten dem Vorbescheid zu. Im anschließenden Baugenehmigungsverfahren muss wegen des zusätzlichen Biergartens noch die Stellplatzthematik geklärt werden.

Sportpark Mühllehen

Der Sportpark Mühllehen mit seinem Aushängeschild, der modernen Asphaltpumptrack-Anlage, war schon mehrfach Thema im Stadtrat. Im Sportpark soll daneben ein Scooterloop plus Tricksprung installiert werden, es gibt einen Pavillon sowie einen Seniorenbewegungspark. Integriert und umgebaut wird auch der bereits bestehende Calisthenics-Bereich. Im ersten Drittel des Jahres 2023 wurde die Pumptrackanlage von der ausführenden Firma vorgestellt, der Bau sollte innerhalb weniger Monate verwirklicht werden. Doch es locken Fördermittel, die nur zugeteilt werden können, wenn der Bau noch nicht begonnen hat. In der September-Stadtratsitzung wurde beschlossen mit dem Bauantrag noch zu warten und auf Förderung zu hoffen (wir berichteten). In der Dezembersitzung des Stadtrates wurde die Anlage von Hauptamtsleiter Stefan Schmidberger noch einmal detailliert vorgestellt und beschlossen, den Bauantrag mit Aussicht auf Förderung zu stellen. Der wurde jetzt dem Bauausschuss vorgelegt, der einstimmig zugestimmt hat. Auf Nachfrage von Bauausschuss-Mitglied Oskar Mühlbauer, warum nicht die Einwilligung aller Nachbarn eingeholt wurde, antwortete Josef Beer vom Bauamt, dass es sich bei der fehlenden Unterschrift um das Wasserwirtschaftsamt handele, weil der Chamb am Grundstück vorbeiläuft.

Das werde über das Landratsamt behandelt. Außerdem liegt das Grundstück nicht in der Hochwasserzone. Zum weiteren Vorgehen erklärte Hauptamtsleiter Stefan Schmidberger auf Nachfrage: „Derzeit arbeiten wir noch an der seit letzter Woche wieder möglichen Antragstellung. Eine Zusage gibt es diesbezüglich aktuell noch nicht, aber bereits letztes Jahr wurde das Projekt als geeignetes Förderprojekt eingestuft. Die Gesamtkosten der geplanten LEADER-Maßnahme (ohne Calisthenics-Park – nicht im Förderverfahren berücksichtigt, da schon im Bestand) belaufen sich auf ca. 510000 Euro. Die beabsichtigte und erstrebenswerte Zuwendung aus LEADER liegt bei 50 Prozent, jedoch gedeckelt auf maximal ca. 250000 Euro.“ Beantragt war auch der Neubau einer Garage als Abstellmöglichkeit für private Pkw, Autoanhänger und einen Kleintraktor mit Anhänger. Der Antrag war im September vergangenen Jahres abgelehnt worden. Nach Änderungen im Bebauungsplan wurde jetzt zugestimmt. Auf Anregung von Ausschuss-Mitglied Stefan Zeller wurde das gemeindliche Einvernehmen unter dem zusätzlichen Hinweis erteilt, dass das Vorhaben nur privat genutzt werden dürfe. Geändert wurden die Bebauungspläne „Sagweg“ und „Wassergraben – Teil 1“. Die Entwürfe werden öffentlich ausgelegt und sind einsehbar. Auf Nebengebäuden sind Flachdächer und aufgeständerte Solaranlagen zulässig.

Zeller regte an, eine Hochwassermessstelle an der Kalten Pastritz anzudenken. Es gebe zwar vier Stellen in Furth im Wald aber eben nicht dort. So könnten einschlägige Apps bei Hochwassergefahr im Bereich Bayplatz besser warnen. „Sehr guter Vorschlag, wir werden dem nachgehen“, sagte Bauer. 3. Bürgermeister Franz Former informierte, dass die Gräben entlang der Straße zwischen Grenzübergang und Klöpflesberg mit Laub verstopft sind und Wasser auf die Straße läuft. Das Laub wird mehrmals im Jahr entfernt, so Beer. Former wies auch darauf hin, dass im geänderten Vorfahrtsbereich Bayplatz – vom Stadtplatz kommend – die Vorfahrtsstraße im Bereich Raiffeisenbank nur sehr schwer einsehbar sei. „Kann man hier einen Verkehrsspiegel anbringen?“, wollte er wissen. Das nicht, antwortete Bauer, aber man überlegt den ersten Parkplatz nach der Kreuzung wegzunehmen.

Vorfahrt wird missachtet

Problematisch ist auch der Kreuzungsbereich Josef-Heigl-Straße / Michael-Datzl-Straße. Andrea Pohmer merkte an, dass trotz Beschilderung hier ständig die Vorfahrt missachtet werde. Das Problem ist bei der Stadt bekannt. „Es fehlen Markierungen“, sagte Beer. Sobald es wettertechnisch möglich ist, werden die beauftragten Firmen die Straßenmarkierung wieder anbringen.

Wohin kommt die Toilette auf der Hofer-Insel?

2.Bürgermeister Michael Mühlbauer unterbreitete den Vorschlag, sich noch einmal anzusehen, wo das geplante Toilettenhäuschen auf dem ehemaligen Hofer-Gelände platziert werden soll. Derzeit wird es sich laut Planung im unteren Bereich Richtung Kirchplatz befinden. Mit Blick auf die Zeit nach der Landesgartenschau 2025, schlug er vor, die Toilette weiter oben in Richtung Gasthof Postgarten zu verlegen. Damit sei auch das leidige Thema am Bahnhof entschärft. Im dortigen Bahnhofsgebäude gibt es aufgrund der Besitzverhältnisse kein öffentliches WC. Diese Aufgabe könnte dann die Anlage auf der Hofer-Insel übernehmen, weil sie nur wenige Meter entfernt vom Bahnhof liegen würde.

Bürgermeister Sandro Bauer ging kurz auf die Gründe ein, warum im unteren Bereich geplant wurde. Unter anderem ging es dabei um den Kanalanschluss. Die Verwaltung zeigt sich aber offen für den Vorschlag und will das noch einmal überprüfen.

Der Flächenplan im Bereich „Sagweg“. Foto: Stadt Furth/Josef Beer