„Katastrophal“, „keine No-Go-Area“, „Sicherheitsrisiko“: Das sagen Regensburger Fraktionen zum Bahnhof

Von Philip Hell · 31. Januar 2024 um 18:10

Nach zwei mutmaßlichen Sexualdelikten binnen weniger Tage ist eine Diskussion um die Sicherheit im Bahnhofsareal entbrannt. Welche Ideen haben hochrangige Regensburger Politiker, um die Situation zu verbessern?

Michael Lehner (CSU): Lehner bezeichnet die Lage als „katastrophal“. „Es ist eine Schande für die Stadt. Wir müssen die Lage in den Griff bekommen.“ Er fordert, möglichst bald für mehr Beleuchtung und Videoüberwachung im Bahnhofsumfeld zu sorgen. Lehner fordert, sogenannte „Watch-Boxen“ rund um den Bahnhof aufzustellen. Damit könne man Videoaufnahmen anfertigen. Langfristig fordert Lehner, möglichst viel Frequenz rund um den Bahnhof zu schaffen – zum Beispiel mit Einkaufsmöglichkeiten.

Thomas Burger (SPD): Er betont: „Der Bahnhof ist keine No-Go-Area.“ Klar sei allerdings, dass man auf die derzeitige Lage reagieren müsse. „Jeder einzelne Fall ist schlimm“, so der Fraktionsvorsitzende. Auch Burger plädiert für mehr Licht und Kameras. Die Oberbürgermeisterin arbeite bereits daran. Darüber hinaus müsse man an der Gestaltung des Platzes arbeiten, um die Frequenz vor Ort zu steigern. Er schlägt beispielsweise einen Kiosk unmittelbar am Bahnhof vor. „Wir müssen gemeinsam an Lösungen arbeiten.“

Daniel Gaittet (Grüne): Gaittet sagt, er fühle sich am Bahnhof nicht unsicher. „Aber die Schlagzeilen der letzten Tage lassen auch mich nicht kalt.“ Er schlägt vor, den Kommunalen Ordnungsservice zu entlasten, damit er mehr Präsenz am Bahnhof zeigen kann. „Das wäre sofort umsetzbar, die Koalition müsste es nur tun.“ Zudem brauche es mehr Beleuchtung. Gaittet betont, dass Prävention wichtig sei. „Wer suchtkrank ist, braucht Hilfe.“ Er fordert: „Planungen und warme Worte reichen nicht, es braucht auch Umsetzung.“

Florian Rottke (Brücke): Rottke sagt, dass der Bahnhof am Tag derzeit sicherer sei als im Sommer. Das könne aber auch an der Jahreszeit liegen. Nachts sei die Gegend allerdings ein Sicherheitsrisiko – auch wegen der mangelnden Beleuchtung. Die Brücke fordere daher „endlich mehr Licht“, weiterhin hohe Präsenz von Polizei und Ordnungsamt und zudem eine mobile, soziale Jugendarbeit vor Ort. Zudem fordert er, die Sitzbänke im Boden zu verankern und den Brunnen im Fürst-Anselm-Park zu reparieren.

Kerstin Radler (Freie Wähler): Radler betont, dass die Sicherheitslage am Bahnhof besorgniserregend sei. Trauriger Höhepunkt seien die beiden zuletzt bekannt gewordenen mutmaßlichen Sexualdelikte. Ursache der gestiegenen Kriminalität sei auch, dass das Bahnhofsumfeld zum Treffpunkt für Bewohner des Ankerzentrums geworden sei. Radler forderte eine erhöhte Präsenz der Sicherheitsbehörden sowie den Einsatz von Videoüberwachung. Sie setzt große Hoffnungen in die Maßnahmen der Stadt.