Nittenaus Stadtpfarrkirche droht eine teure Sanierung – Pfarrer in Sorge

Von Cornelia Lorenz · 1. Februar 2024 um 05:00

Eine teure Sanierungsmaßnahme könnte der Pfarrei Nittenau (Landkreis Schwandorf) ins Haus stehen: Im alten Teil der Stadtpfarrkirche sind Putzbröckchen herabgestürzt – und die Diözese hat umfangreiche Untersuchungen angeordnet. Was kommt da auf die katholische Kirchenstiftung zu? Pfarrer Holger Kruschina ist besorgt.

Seit September ist der 52-Jährige neuer Stadtpfarrer in Nittenau – und schon muss er sich mit einer potenziell sehr teuren Baumaßnahme auseinandersetzen. Dass so etwas an seiner neuen Wirkungsstätte auf ihn zukommen würde, war für ihn keine große Überraschung. „Ich habe mir da beim Wechsel keine Illusionen gemacht“, sagt er.

Als an Allerheiligen im alten Teil der Kirche, der aus dem 18. Jahrhundert stammt, kleine Putzbrocken auf dem Boden lagen, habe er schnell reagieren müssen. Schließlich seien in dem Bereich auch Haarrisse und Abplatzungen an der Decke zu sehen. „Das zeigt an, dass ein Schaden vorhanden ist, und hier muss man etwas tun“, sagt Kruschina.

Ursache ist noch unklar

Was die Ursache für die Probleme mit dem Putz sein könnte, darüber lasse sich nur spekulieren. Möglicherweise stamme er aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Am 28. Dezember 1944 sei ein Teil der Kirche beim Bombenangriff auf Nittenau beschädigt worden und eventuell stamme die nun schadhafte Putzschicht aus dieser Zeit. Möglicherweise sei sie aber auch jünger und in der Zeit des Kirchenneubaus im Jahr 1978 aufgebracht worden.

Was genau zum Absturz der Bröckchen geführt hat, soll nun mit Hilfe umfangreicher Untersuchungen geklärt werden. Kruschina hat den Schaden sofort nach Regensburg gemeldet. Mittlerweile sei eine Diözesanarchitektin in Nittenau vor Ort gewesen und habe anschließend auf mehreren Seiten das Schadensbild beschrieben. Klar ist laut Kruschina bisher nur, dass die Schwingungen der Kirchturmglocken nicht die Ursache der Putzschäden seien.

Kein finanzielles Polster mehr

Was tatsächlich dahintersteckt, sollen nun umfangreiche Untersuchungen durch mehrere Fachfirmen ans Tageslicht bringen. „Das wird nicht billig“, befürchtet Kruschina und rechnet mit Kosten von 50.000 bis 100.000 Euro. Je nachdem, wie am Ende das Urteil der Experten ausfalle, müsse man darüber hinaus mit Sanierungskosten in Höhe von 200.000 bis 500.000 Euro rechnen, schätzt Kruschina und bezieht sich damit auf Erfahrungswerte mit solchen Fällen. Sollte man tatsächlich Sanierungskosten in Höhe von einer halben Million erreichen, wäre das für die Katholische Kirchenstiftung Nittenau äußerst problematisch, auch wenn man Zuschüsse von der Diözese erhalten könne. „Ich bin wirklich besorgt, denn wir haben kein finanzielles Polster mehr“, sagt Kruschina. Schließlich habe man erst vor Kurzem in die Sanierung des Kirchturms eine Menge Geld stecken müssen. Ohne neuerliche Spenden der Gläubigen werde es bei hohen Kosten auch diesesmal nicht funktionieren.

Klimamessung geplant

Bis tatsächlich eine Entscheidung über die Sanierung ansteht, wird wohl noch ein wenig Zeit ins Land gehen. Zunächst soll in der Kirche ein Jahr lang eine Klimamessung stattfinden, um Veränderungen bei Parametern wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu dokumentieren. Möglicherweise könne dann im Jahr 2025 mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden, schätzt Kruschina. Bis dahin bleibt der Bereich der alten Kirche, der aus dem 18. Jahrhundert stammt, erst einmal abgesperrt, um die Kirchgänger nicht unnötig in Gefahr zu bringen.