Seit 44 Jahren gibt es diesen Ball – Jetzt ändert der Klassiker des Neustädter Faschings seinen Namen

Von Jochen Dannenberg · 31. Januar 2024 um 15:00

Unter Narren und Närrinnen ist es ein Jubiläum: Der Stadtfestball wird heuer 44 Jahre alt. Und er ändert seinen Namen, was kein Scherz ist. Stefan Guttenberger, Vorsitzender der IG Stadtfest, erzählt.

„Der Stadtfestball heißt jetzt Faschingsball“, stellt Stefan Guttenberger fest. Die Namensänderung sei eine Korrektur, mit der deutlich gemacht werden soll, dass dieser Klassiker des Neustädter Faschings ein Ball für jedermann ist. „Es ist ein Ball für Jung und Alt, es gibt Tanz- und Partymusik. Da kommen alle Altersschichten auf ihre Kosten.“

Stefan Guttenberger kennt den Ball seit vielen Jahren. „Mit 16, 17 Jahren gehörte ich zur Balljugend“, sagt er. Heute ist er – inzwischen 39 Jahre alt – der Organisator und „im Mittelalter“ der Besucher und Besucherinnen angekommen. Guttenberger erinnert sich noch gut an die frühen Jahre. „Ludwig Reng war treibende Kraft“, sagt er. „Mein Vater trat auch auf.“

Der 39-Jährige weiß auch: „Zeitweilig war der Ball nicht mehr so gut besucht.“ Aber inzwischen hat die Traditionsveranstaltung, die es in diesem Jahr seit 44 Jahren gibt, wieder an Beliebtheit gewonnen. „Die Alten sind weniger geworden, dafür die Jungen mehr.“

Ansonsten, verspricht Guttenberger, bleibe der Ball so, wie ihn die Neustädter Bürgerinnen und Bürger kennen. Auch am 1o. Februar, einen Tag vor dem Faschingszug, wenn im Bürgersaal das wieder „Neustadt narrisch“ lautet. Die Verkleidungen sind wichtig, aber kein Zwang. „Alle Kostüme sind möglich und erwünscht“, sagt der 39-Jährige. Für die faschingsfrohe Stimmung wurde erneut die Neustädter Showkapelle „Easyx“ verpflichtet.

Kurze Wege

Und für die Getränke gilt: Der Faschingsball wird zum Ball der kurzen Wege. Die Bar wird für die Veranstaltung in den Saal verlegt. Selbstverständlich gibt es auch in diesem Jahr tänzerische wie akrobatische Showeinlagen. Die Prinzengarde der Faschingsgesellschaft Spumantia und die Marchinger Showgirls & Boys werden auftreten.

Bei „altgedienten“ Ballbesuchern könnte heuer übrigens Wehmut aufkommen. Der Ball findet am Faschingssamstag, 10. Februar, zwar an bekannter Stätte, dem Bürgersaal, statt. Doch der dürfte so vielleicht zum letzten Mal erlebt werden könne, schließlich soll er renoviert werden. Derzeit sind die Handwerker noch im Erdgeschoss des Bürgerhauses mit den Arbeiten für die neue Stadtbibliothek beschäftigt.

Losgegangen ist es einst übrigens mit dem Ball, als Simon Stocker senior die Idee aufgriff, nachdem es zuvor keinen Ball mehr gegeben hatte. Ludwig Reng, damals Vorsitzender, heute Ehrenvorsitzender der Interessengemeinschaft (IG) Stadtfest, war sofort von der Idee begeistert und erklärte sich bereit, die gesamte Organisation zu übernehmen. Eine passende Lokalität musste gefunden werden und so fiel die Wahl auf das damalige „Hotel Post“.

Zur Premiere kamen rund 300 Leute und soll ziemlich eng zusammen gesessen haben. Aber das spielte überhaupt keine Rolle. Hauptsache, es gab endlich wieder einen Ball, wo man zusammen tanzen und feiern konnte. Helga Beck, die viele Jahre für den Kartenvorverkauf zuständig war, erinnert sich noch genau, dass der Ball, wie auch in den Folgejahren, in kürzester Zeit ausverkauft war.

„Dass so viele Leute kamen, das war schon eine Sensation“, meinte Ludwig Reng im Rückblick anlässlich des 40-Jährigens.

Bei jedem Ball wurde ein spritziges Programm serviert, bei dem Langeweile niemals aufkommen konnte. So gab es immer eine spektakuläre Aufführung, bei der jeder Vereinsvorstand mitgewirkt hat. Geprobt wurde damals im alten Schulhaus in Mauern. „Da war es zwar eiskalt, aber Spaß hatten wir immer. Das Üben war einfach mit das schönste“, sagte Ludwig Reng weiter. Für ihren Auftritt am ersten Stadtfestball, „Der sterbende Schwan“, erhielten sie viel Applaus.

Immer neue Ideen

Das trieb sie an zu immer neuen Ideen für die folgenden Bälle. So führten sie einmal eine Modenschau auf, kamen ein anderes Mal als „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ und sogar eine „Zirkusaufführung“ stand einmal auf dem Programm.

Den spektakulärsten Auftritt hatten sie laut Reng aber am dritten Stadtfestball. Da haben sie aus leeren Schachteln einen Saal nachgebaut. Der Grund: Es gab den Wunsch nach einem Bürgersaal und der wurde immer lauter. Es sollte dann zwar noch einige Jahre dauern, aber dann ging der Wunsch in Erfüllung.

Der Faschingsball lebte immer schon von seinen Einlagen. Foto: Pirthauer
Erlaubt war (und ist) bei den Kostümen, was gefällt. Foto: Mayer