Er begleitete und gestaltete die Entwicklung Bad Göggings

Josef Kronauer ist im Alter von 84 Jahren verstorben. Mit ihm geht einer der Menschen, die die Entwicklung des Kurortes und das Leben der Menschen in Bad Göggung begleitet und beeinflusst haben, der sich dabei aber nie in den Vordergrund gedrängt hat.
Kirche, Pfarrgemeinde, Tourismusverband und nicht zuletzt die Ukraine-Hilfe waren die „Baustellen“, auf denen Josef Kronauer, der am vorigen Mittwoch verstorben ist, aktiv war. „Er war eine große Hilfe, Pfarrgemeinderatsmitglied und er half in der Kurkirche. Außerdem war er viele Jahre lang Mesner“, sagt Pfarrer Alex Thekkekutt. „Er war überall dabei. Er lebte mit Leib und Seele für Bad Gögging.“ Immer hatte Kronauer seinen Fotoapparat dabei, fotografierte Feste und Konzerte oder die Störche auf dem Kirchturm. Viele dieser Fotos erschienen in der Mittelbayerischen Zeitung.
Freunde und Wegbegleiter loben darüber hinaus seine Menschlichkeit. Karl Zettl – Gastronom, Hotelier und Klinikbetreiber – ist mit Josef Kronauer zur Schule gegangen. Er sagt: „Ich habe ihn geschätzt. Er war Gründungsmitglied des Tourismusverbandes und sehr aktiv.“ Und, ergänzt Zettl, „er war ein Bewahrer“. Kronauer habe die Entwicklung des Kurortes dokumentiert wie kein anderer und sich damit „große Verdienste“ erworben. „Das wird man sicher erst später richtig feststellen.“
Das sagt auch Ursula Richter. Die Autorin der Bad Gögging-Biografie ist ebenfalls mit Josef Kronauer zur Schule gegangen. „Er hat mir für die Chronik neidlos alle Informationen und Fotos aus seinem umfangreichen Archiv gegeben, die ich für das Buch brauchte“, lobt sie den Verstorbenen, zu dem sie auch eine enge Freundschaft unterhielt. Er sei von seinem Wesen ein unaufgeregter Mensch gewesen, sagt Ursula Richter. „Er hat Freundschaft gepflegt und nicht ausgenutzt. Er hat sich auch nicht von anderen beeinflussen lassen. Dabei beobachtete er sein Umfeld genau“, stellt Ursula Richter fest, die einst unter anderem in Japan und China als Professorin tätig war.
Lesya Binkowski lernte Josef Kronauer ganz anders kennen. Sie kam einst als Au-pair-Mädchen mit ihrer Cousine Olga aus der Ukraine nach Bad Gögging. Die beiden lernten sich kennen, es entstand eine Freundschaft. Sie unterstützte ihn bei der Ukraine-Hilfe und lernte Josef Kronauer nicht nur in seinen vielfältigen Funktionen kennen. „Er war ein lustiger Mensch. Man hat mit ihm lachen können. Außerdem war er offen und hilfsbereit und man konnte auch mit seinen eigenen Sorgen zu ihm kommen. Er fand immer die richtigen Worte“, sagt sie. „Er war unser bayerischer Opa.“
Pfarrer Alex Thekkekutt beschreibt diese Eigenschaften, die Freunde und Wegbbegleiter nennen, mit den Worten: „In seinem Denken war Josef Kronauer ein junger Mensch. Es ging von ihm eine große Freundschaft zu den Menschen aus.“