Verbotene Sex-Spiele hinter Pfreimder Gardinen: Polizei lässt Prostituierte auffliegen

Auf den ersten Blick sieht Pfreimd (Landkreis Schwandorf) beschaulich aus. Doch was sich hinter einer der Fassaden abgespielt hat, rief jetzt die Polizei auf den Plan. Eine Frau aus China bot hier ihre Sex-Dienste an.
Was andernorts Normalität ist, ist in Pfreimd illegal. Denn die Kleinstadt hat gerade mal knapp 5300 Einwohner. Der Freistaat Bayern hat per Verordnung die Prostitution in Kommunen mit weniger als 30.000 Einwohnern verboten.
Deshalb ist die Polizei nun tätig geworden und hat das Treiben der Dame am 18. Januar beendet, wie die MZ aus dem Polizeipräsidium Oberpfalz erfahren hat. Bei Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Rotlichtmilieu werden auch einschlägige Plattformen überprüft. Auf verschiedenen Portalen soll nach MZ-Informationen auch die Chinesin unter mehreren Künstlernamen ihre Dienste offeriert haben.
Polizisten vereinbaren Scheintermine
In der Regel werden von den Ermittlern Scheintermine mit den Damen vereinbart. Zu diesen Terminen rücken die Beamten dann an. Der Einsatz in Pfreimd erfolgte in der Mittagsstunde und sei unspektakulär gewesen, so Polizeisprecher Claus Feldmeier.
Ein Verstoß gegen das Prostitutionsverbot wird meist als Ordnungswidrigkeit geahndet. Nur bei beharrlicher Zuwiderhandlung ist es eine Straftat. Die 50-jährige Chinesin ist laut Polizei bereits als Sexarbeiterin auffällig geworden. Dennoch gilt ihr aktueller Verstoß nicht automatisch als Straftat. Da sie in unterschiedlichen Gemeinden tätig gewesen ist, wird es nicht unbedingt als beharrliche Zuwiderhandlung gewertet. Zudem gibt es Rechtsmeinungen, die erst ab dem dritten Verstoß von beharrlich sprechen.
50-Jährige hielt sich illegal in Deutschland auf
Dennoch muss die Chinesin mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen – wegen des gleichzeitigen Verstoßes gegen das Aufenthaltsgesetz. Die 50-Jährige hielt sich illegal in Deutschland auf. Das sei der härtere der beiden Verstöße, erklärt Feldmeier. Sie wurde vom Landkreis zur Ausreise aufgefordert und musste dem innerhalb einer festgesetzten Frist nachkommen.
Erst im März werden bei der Vorstellung der Kriminalstatistik auch Zahlen veröffentlicht, wie oft 2023 im Landkreis Schwandorf gegen das Prostitutionsverbot verstoßen wurde. Nach MZ-Informationen soll es vor Kurzem einen weiteren Fall in Pfreimd gegeben haben. Der Vermieter soll die Prostituierte, nachdem ihm ihre Sex-Tätigkeit bekannt wurde, hinausgeworfen haben. Der Fall ist deshalb wohl auch nicht polizeibekannt. Den Vermietern der Ferienwohnung, in der die Chinesin ihre Freier empfing, scheinen wohl ebenfalls nichts von deren Praktiken gewusst zu haben. Zumindest ermittelt die Polizei nicht gegen sie, so Feldmeier.
Manche Prostituierte sind auch wieder verschwunden, bevor die Polizei zugreifen kann. Solche Fälle soll es kürzlich in Nabburg und Burglengenfeld gegeben haben, wo die Ausübung der Prostitution ebenfalls verboten ist.