Neuer Leerstand in Schwandorfs Innenstadt: Der Hirtenladen ist Geschichte

Von Hubert Heinzl · 26. Januar 2024 um 17:00

Die großen Umsätze wurden im Geschäft an der Ettmannsdorfer Straße 6 wohl nie erzielt, doch es war wichtig für die Ausbildung junger Menschen. Jetzt verschwindet ein bunter Farbtupfer aus der Schwandorfer Innenstadt: Der Hirtenladen hat seit kurzem geschlossen.

2012 hat das Haus des guten Hirten in Ettmannsdorf den Ableger im Zentrum etabliert, um dort die angehenden Verkäufer auszubilden. Die jungen Leute von der Förderberufsschule St. Marien im Ettmannsdorfer Kloster lernten, Kundengespräche zu führen, die Waren – meist Dekoartikel, aber auch ausgewählte Lebensmittel – ansprechend zu präsentieren oder über den Umsatz Buch zu führen.

Langjährige Betreuerin im Ruhestand

Dass jetzt die Ladentür geschlossen wurde, hat mehrere Gründe, wie die neue Leiterin im Haus des guten Hirten, Frauke Riegelsberger-Ganglmeier, erläutert. Der vielleicht wichtigste ist nach ihren Worten eine Personalie: Denn die langjährige pädagogische Betreuerin im Hirtenladen, Christine Haas, geht in nächster Zeit in den Ruhestand. „Aber natürlich hat auch das Thema Wirtschaftlichkeit eine Rolle gespielt“, so Riegelsberger-Ganglmeier: „Wir legen Wert auf eine praxisnahe Ausbildung. Und da gehört natürlich auch ein bisschen mehr Publikumsverkehr dazu.“

Den erhofft sie sich durch eine Verlagerung der Ausbildung ans Haus des guten Hirten. Schon jetzt ist im dortigen Klosterladen die Berufsvorbereitung für angehende Verkäufer angesiedelt. Nun kommen die sechs Auszubildenden wieder zurück.

Um für Frequenz zu sorgen, soll nach den Worten Riegelsberger-Ganglmeiers das Konzept des Klosterladens „etwas moderner und regionaler“ gestaltet werden. Statt der vorherrschenden Dekoartikel, die besonders in der Vorweihnachtszeit zahlreiche Kunden zum Haus des guten Hirten lockten, strebt die neue Leiterin eine stärkere Orientierung an den Produkten des täglichen Bedarfs an, einen Nahversorger im Mini-Format, der sich vor allem an die Ettmannsdorfer richten soll.

Frühstückssemmeln und regionale Lebensmittel

Der Gedanke: Kunden, die sich in der Klostergärtnerei schon jetzt mit frischem Gemüse versorgen, sollen künftig ein paar Meter weiter auch Frühstückssemmeln und andere regionale Lebensmittel kaufen können. Der Klosterladen soll dazu künftig wieder täglich geöffnet sein. Die Ladenfläche als solche bleibt unverändert, doch es müssen zusätzliche Räume für die Azubis eingerichtet werden. „Und wir müssen eine Kraft für die Verkäuferausbildung einstellen.“

Der Mietvertrag für den Hirtenladen läuft noch ein halbes Jahr, doch schon jetzt werden Nachmieter gesucht. Interessenten können sich beim Haus des guten Hirten melden.