IG Metall übt scharfe Kritik am Sponsor und findet deutliche Worte zu Gastgeberin Gloria

Von Isolde Stöcker-Gietl · 25. Januar 2024 um 19:00

In einem offenen Brief hat sich die IG Metall Regensburg an das Stern-Center gewandt und darin aufgefordert, das Sponsoring der Thurn- und Taxis-Schlossfestspiele zu überdenken. Der Gewerkschaft geht es dabei zwar vorrangig um die Mitarbeiter, aber auch um die politische Haltung der Schlossherrin.

Dem Regensburger Stern-Center bläst nach der Bekanntgabe des Sponsoringvertrages mit den Thurn- und Taxis-Schlossfestspielen ein eisiger Wind entgegen. In einem offenen Brief hat die IG Metall Regensburg am Donnerstag die finanzielle Unterstützung des Events durch das Autohaus scharf kritisiert.

Dies sei vor dem Hintergrund, dass Investitionen am Standort gestoppt und die Mitarbeiter auf sparsame Zeiten eingestimmt würden „mehr als grenzwertig“. Die Gewerkschaft wirft dem Mercedes-Händler vor: „Hier wird Prestige und persönliches Interesse dem Wohle der eigenen Belegschaft vorgezogen.“ Das Stern-Center löst den bisherigen Hauptsponsor BMW ab, der seinen Vertrag „wegen Neuausrichtung des gesellschaftlichen Engagements“ im vergangenen Jahr nicht mehr verlängert hatte.

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Die IG Metall stört sich aber nicht nur am Umgang des Autohauses mit den Mitarbeitern. Sie kritisiert weiter, dass die Sponsorengelder keinem wohltätigen Zweck zugute kämen, „sondern einem Event, das weit über die Regensburger Stadtgrenzen hinaus wegen seiner Schirmherrin Gloria von Thurn und Taxis zu Recht in der Kritik“ stünde.

„Gloria von Thurn und Taxis bewegt sich am äußersten rechten Rand“

Und die Gewerkschafts-Bevollmächtigten Rico Irmischer und Olga Redda werden noch deutlicher: des politischen Spektrums. In empörender Weise verteufelt sie homosexuelle und queere Menschen, verehrt Diktatoren, hetzt gegen Geflüchtete, hält den Klimawandel für eine Irreführung von Spinnern, bekämpft das Recht auf Abtreibung und nimmt priesterliche Kinderschänder in Schutz.“ Sie vereinige alles, was für demokratiegesinnte Menschen ein Graus sei, schreiben die Verfasser.

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Aus Sicht der IG Metall stehe zu befürchten, dass sich angesichts dieses umstrittenen Engagements auch Kunden vom Stern-Center abwenden könnten. Das Unternehmen sollte das Sponsoring dringend überdenken und im Sinne seiner Beschäftigten handeln, so die Aufforderung.

Odeon Konzerte wollte sich auf Nachfrage nicht zu dem offenen Brief äußern. Die Bitte um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen bei Gloria von Thurn und Taxis blieb bis zum Abend unbeantwortet.