Bahnstreik: Firma Bögl beklagt Ausfälle – andere Neumarkter Unternehmen sind weniger betroffen

Von Ramona Teufel · 26. Januar 2024 um 05:00

Seit Mitte der Woche geht auf der Schiene fast nichts mehr: „Der Streik der Bahn trifft sowohl Pendler als auch den Güterverkehr“, stellt Thomas Genosko von der IHK Regensburg fest. Auf Unternehmen aus dem Raum Neumarkt hat der Streik der GDL unterschiedliche Auswirkungen.

Die Firma Max Bögl hat in Neumarkt einen direkten Gleisanschluss, der Transporte zum Neumarkter Bahnhof ermöglicht. Trotzdem sei die Firma von den Streiks der DB betroffen, erklärt Jürgen Kotzbauer, Unternehmenssprecher von Max Bögl. „Es kommt dadurch zu Ausfällen geplanter Bahntransporte.“

Insbesondere Silotransporte für die Betonherstellung seien betroffen. Doch nicht nur bei der Anlieferung von Teilen, sondern auch bei der Auslieferung der Waren komme es zu Problemen. Vor allem Hochbau-Projekte wie beispielsweise in Sengenthal oder im nordrhein-westfälischen Hamminkeln, die normalerweise per Bahn beliefert werden, seien dadurch beeinträchtigt.

Umlagerung auf Lastwagen

Um negative Auswirkungen eines Bahnstreiks weitgehend zu verhindern, plane Bögl bei Ankündigung eines Streiks unterschiedliche Maßnahmen, sagt Kotzbauer. Einerseits könnten Transporte per Bahn mit einer sogenannten Priorisierung erfolgen, andererseits würden die Transporte auf Lastwagen verlagert.

Keine Lieferengpässe hingegen gibt es bei der Berchinger Firma Huber SE. Wie Unternehmenssprecher Manuel Schusterbauer erklärt, setze die Logistik „vermehrt auf den Einsatz von Lkw“, was jedoch höhere Kosten verursache.

Das Neumarkter Unternehmen Dehn SE ist von den Auswirkungen des Streiks nach eigenen Angaben „nicht stark betroffen“. Die Firma bekomme nur einen geringen Teil ihrer Lieferungen über die Schiene, wie Unternehmenssprecher Simon Thaler sagt.

Ähnlich geht es der Firma Pfleiderer. Das Unternehmen sei nicht stark betroffen, teilt Unternehmenssprecher Stefan Göldner mit. „In Einzelfällen müssen wir Bahntransporte auf Lkw umplanen.“

Die Tchibo-Züge fahren auch weiterhin ins Verteilzentrum bei Pilsach. „Solange Knotenpunkte und Streckenteile nicht bestreikt werden, haben wir keinerlei Probleme“, teilte eine Unternehmenssprecherin von Tchibo mit. Denn das Eisenbahnunternehmen, mit dem Tchibo zusammenarbeite, sei nicht gewerkschaftlich organisiert.

Mülltransport nicht betroffen

Neumarkter Müll wird normalerweise an der Müllumladestation in Container geladen und dann mit einem Güterzug nach Schwandorf gebracht. Doch weil gerade die Müllpressen in Neumarkt, die den Müll direkt in die Zug-Container pressen, saniert werden, sei der Transport – unabhängig vom Bahn-Streik – auf die Straße verlagert worden, sagt ZMS-Verbandsdirektor Thomas Knoll. Interessant werde es am kommenden Montag, denn dann sei die Sanierung der Pressen fertig und der Müll werde wieder über die Bahn transportiert.