Kommentar zur Spontan-Demo im Wackersdorfer Industriegebiet: „Eine unüberlegte Aktion“

Von Philipp Breu · 23. Januar 2024 um 17:39

Bisher konnten die Bauern bei ihrem Protest vor allem auf eins zählen: den Rückhalt aus der Bevölkerung. Mit der jüngsten Aktion im Wackersdorfer Industriegebiet am Dienstag haben einige wenige diesen jedoch unnötig gefährdet, findet unser Autor Philipp Breu.

Sie werden bejubelt, behupt, beklatscht – auch am Montag, als sie den Berufsverkehr im Wackersdorfer Industriegebiet mit ihren Traktoren teils massiv behindert hatten. Das verwundert nicht. Die Landwirte, die für ihr Anliegen auf die Straße gehen, genießen Sympathie. Mehr noch: In den vergangenen Tagen wurden sie auch zum Sprachrohr eines Mittelstandes, der sich von der Regierung im Stich gelassen fühlt.

Am Dienstag griff eine Handvoll Bauern jedoch zu Mitteln, die ihrem berechtigten Anliegen schaden dürften. Einen Protest zu organisieren, steht jedem zu. Doch diesen in aller Herrgottsfrühe mit einer Viertelstunde Vorlauf durchzuziehen, lässt Augenmaß vermissen. Immerhin: Der Organisator hat bereits angekündigt, dass so etwas nicht mehr vorkommen soll.

In den Sozialen Netzwerken gibt es zu den Blockaden im Berufsverkehr mittlerweile ohnehin schon kritische Stimmen. Mit solchen Aktionen wie am Dienstag in Wackersdorf laufen die Landwirte Gefahr, dass die Stimmung am Ende kippt.