Zwei Filmteams waren zu Gast: „Gangerl“ segelt bald im TV und auf der Leinwand

Von Oliver Hausladen · 23. Januar 2024 um 15:00

Gleich zwei Filmteams waren vor kurzem zu Gast bei Wolfgang „Gangerl“ Clemens: Der Rodinger Weltumsegler wird in Kürze im BR-Fernsehen und auf der Kinoleinwand zu sehen sein und dabei von seinen Abenteuern in aller Welt berichten.

Es war ein sonniger Morgen, als ein kleiner Bus an der historischen Angermühle hielt. Ausgestiegen sind ein Filmteam sowie Max Schmidt, bekannt als Schauspieler unter anderem aus der Eberhofer-Reihe und als Moderator der Fernsehsendung „Freizeit“. Für das neue Format „Der Schmidt Max auf der Suche“ reisten sie nach Roding, um den kurz zuvor aus Indonesien zurückgekehrten Weltumsegler Wolfgang „Gangerl“ Clemens zu besuchen.

Mitbringsel aus aller Welt

Nach einigen Aufnahmen in der Kulisse der Altstadt läutete Max Schmidt die bronzene Schiffsglocke an „Gangerls“ Eingangstür. Die Strapazen der Heimreise um den halben Erdball hatte der Abenteurer gerade verdaut und hieß Schauspieler und Filmteam willkommen.

Nachdem Licht und Kamera eingestellt waren, führte Clemens den Moderator durch seine mit unzähligen Mitbringseln aus aller Welt dekorierten Räume. Wie schon Monika Gruber, die den Aussteiger zwei Jahre zuvor besucht hatte, war auch der Schmidt Max von den Erzählungen zu den teils hunderte Jahre alten Erinnerungsstücken begeistert.

Segel-Start in Neubäu

Als die Frage folgte, wie „Gangerl“ denn zum Segeln kam, führte dieser das Team zum Ursprungsort seiner Leidenschaft, den Neubäuer See. Dort hatte Clemens 1974 „Erstkontakt“ mit dem Segelsport und war schließlich auch Mitglied im Segler-Club Neubäu. Begrüßt wurden die Gäste am Vereinsgelände von Präsident Gerald Schäffer und einigen Mitgliedern, die anlässlich des Drehtags Vorbereitungen getroffen hatten. Mit einem holländischen Flachbodenschiff ging es zunächst hinaus auf den See. Wie man es von einem Weltumsegler nicht anders erwarten konnte, hatte Gangerl das Schiff von Anfang an voll im Griff. Während der Segelfahrt beantwortete er Schmidts Fragen und erzählte Reiseanekdoten. Die Vereinsmitglieder Heinz Forster, Bernd Schmits und Lukas Schäffer besetzten zeitgleich das Rettungsboot, um im Falle von Problemen sofort unterstützen zu können.

Nach gut zweistündiger Ausfahrt und als der Segelpart im Kasten war, folgte vor dem Vereinsheim ein gemütliches Beisammensein. Schmidt interviewte dort Hannelore Strohn, eine gute Freundin aus „Gangerls“ aktiven Zeiten in den 70er- und 80er-Jahren.

Im Anschluss wurde Gangerl zu seiner großen Freude überrascht, als Schäffer ihm die Vereinstasse des Neubäuer Segelclubs sowie den Vereinswimpel für seine Segelyacht „Bavaria II“ überreichte. Sichtlich gerührt war der Weltumsegler, als Schäffer die Anwesenden bat, sich von ihren Plätzen zu erheben, um „Gangerl“ zum Ehrenmitglied des Vereins zu ernennen, was diesen sehr freute.

Danach verabschiedete sich das Filmteam, doch die Mitglieder des Segelclubs tauschten mit „Gangerl“ noch bis tief in die Nacht die verschiedensten Geschichten von früheren Zeiten aus und genossen das Wiedersehen. „Gangerls“ Resümee: „I fühl mi wieda wia dahoam.“

2025 in den bayerischen Kinos

Und noch ein Filmteam um die „bayrischen Ausreißerkönige“ Thomas und Julian Wittmann besuchte den Weltumsegler bei einem Aufenthalt in Indonesien. Sie wollten „jemanden filmisch einfangen, den man eigentlich nicht einfangen kann“: den „Gangerl“. Vorerst unterwegs mit einer selbstgebauten Yacht, sind es inzwischen fast 40 Jahre, über 100000 Seemeilen, 180000 Kilometer mit dem Rucksack und mehr als 80 Jahre, die der „Gangerl“ auf dem Buckel und Tacho hat. Es geht wieder einmal um das scheinbar nicht nur filmische Lieblingsthema der Wittmann-Brüder: Um die Frage „was es braucht, um wirklich aussteigen zu können.“

Suche nach dem Glück

Wieder geht es nicht nur um eine Weltreise auf außergewöhnlichen Wegen, die man meint, auf der großen Leinwand erzählen zu müssen. Es geht auch nicht darum, alles aufzugeben – das machen inzwischen einige. Das wäre alles zu einfach. Es geht um die Suche nach „dem Glück“ und der Freiheit im Innen und Außen. Eine Suche, die auch, wie hier, ein Jahrhundersturm, wie Zyklon Polly nicht verhindern kann. Oder gebrochene Rippen. Ein Gefängnisaufenthalt. Oder. Oder.

Bei der kreativen Umsetzung dieses außergewöhnlichen Kinoabenteuers werden Thomas und Julian Wittmann unterstützt von altbewährten Wegbegleitern, wie etwa Kameramann Markus Schindler. Und auch Produktions- & Verleihteam sind eingespielt und bewährt: „Gangerls Glück“ ist eine Produktion von Schau Hi Films. Majestic Film wird „Gangerls Glück“, wie schon „Ausgrissn – in der Lederhosn nach Las Vegas“ (das im Corona-Jahr 2020 52000 Zuschauer in die Kinos lockte) unter dem bayrischen Label Majestic Sunseitn 2025 in die Kinos bringen.

Die Sendetermine

Ausstrahlung am Montag im BR: Die Sendung „Der Schmidt Max auf der Suche“ mit Wolfgang „Gangerl“ Clemens wird am Montag, 29. Januar, um 20.15 Uhr im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt und ist schon jetzt in der ARD-Mediathek abrufbar.

Der Kinofilm wird im kommenden Jahr gezeigt: Der Film „Gangerls Glück“ von Thomas und Julian Wittmann wird im kommenden Jahr in den bayerischen Kinos zu sehen sein.

Beim Dreh von „Gangerls Glück“ in Indonesien: (v. li.) Thomas Wittmann, Wolfgang Clemens, Julian Wittmann, Markus Schindler und David Miller