Zwei Tote in Regensburg: Blutspuren führen Mordermittler direkt zur A3

Von André Baumgarten · 19. Januar 2024 um 18:12

Zwei tote Menschen, ein Kilometer langer Stau und viele offene Fragen: Nach dem Fund einer Toten in einem Reihenhaus in Regensburg-Burgweinting ermittelt die Kriminalpolizei in Regensburg auf Hochtouren und stellte einen blutverschmierten BMW sicher.

Polizisten hatten am Freitag gegen 9.30 Uhr die Leiche einer 43-Jährigen im Stadtteil Burgweinting entdeckt – in dem schmucken Reihenhaus fanden die Beamten auch ihre beiden unverletzten Kinder. Zwei Stunden zuvor war der Polizei ein Toter auf der A3 gemeldet worden – es war der zwei Jahre ältere Ehemann. Am Tatort in der ruhigen Neubausiedlung deutet vieles auf ein Gewaltverbrechen hin.

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Die Verkehrspolizei war am Freitag, gegen 7.30 Uhr, zunächst zu einem tödlichen Unfall ausgerückt. Die Autobahn in Richtung Passau wurde gesperrt. Im morgendlichen Berufsverkehr bildete sich schnell ein langer Rückstau. Erst nach gut sechs Stunden konnte die A3 wieder freigegeben werden, der Verkehr staute sich zeitweise auf mehr als 20 Kilometern. Auto- und Lkw-Fahrer harrten teils stundenlang in ihren Fahrzeugen aus – Ehrenamtliche des Rettungsdienstes versorgten sie mit Quads über Stunden hinweg mit Getränken.

Zwar war früh klar, dass sich der 45-Jährige wohl selbst von der Brücke auf die A3 gestürzt hatte – dass hinter dem Einsatz auf der Autobahn aber ein Verbrechen stecken könnte, kam erst rund zwei Stunden später heraus. Polizeibeamte fuhren zur nur knapp 500 Meter entfernten Wohnadresse des Mannes – und fanden die zwei und sieben Jahre alten Kinder, die sich mit der Leiche der Mutter im Haus befanden. Was da am Freitag genau geschah, versuchen Mordermittler aufzuklären. Dafür wurde auch der weiße BMW des 45-Jährigen abgeschleppt, der mit blutverschmierten Türgriffen quer auf einem nahen Gehweg parkte.

Von hier aus dürfte sich der Mann wohl zu Fuß auf den Weg zur A3 gemacht haben – darauf deutete eine gut 350 Meter lange Spur mit Blutstropfen. Spezialisten der Spurensicherung waren bis zum Nachmittag in dem Reihenhaus mit der Tatortarbeit beschäftigt. Ob die 43-Jährige von ihrem Mann getötet wurde, soll die Obduktion zeigen. Hinweise auf „die Beteiligung einer dritten Person“ gebe es keine, teilte das Polizeipräsidium dazu mit.

Ob die Kinder Augenzeugen waren, werde geprüft: „Aktuell gibt es hierfür aber keine konkreten Hinweise.“ Sie wurden von einem Kriseninterventionsteam betreut und danach dem Jugendamt übergeben.

Eine Streife sicherte am Freitag den Tatort in Burgweinting, während die Spezialisten der Spurensicherung in dem Reihenhaus ihre Arbeit machten. Foto: Baumgarten