Mysteriöse Messerattacke in der Regensburger Altstadt: Warum schwiegen die Ermittler?

Sonntagnacht wurde eine junge Frau überfallen und verletzt – Ermittler haben die Öffentlichkeit zunächst nicht informiert. Was steckt dahinter?
Nach den Übergriffen in der Silvesternacht vor dem Hemingway’s, die erst durch Nachfragen bei der Polizei und der Staatsanwaltschaft bestätigt wurden, gibt es nun einen zweiten Fall, der Rätsel aufgibt. Wie die Mittelbayerische von Anwohnern erfuhr, kam es am Sonntag am späten Abend gegen 22.45 Uhr zu einem Raubüberfall. Bilder aus dem Eingangsbereich des Wohnhauses in der Lederergasse zeigen Blutspuren und polizeiliche Spurensicherungsmaßnahmen.
Doch im Polizeibericht, der täglich an die Medien versandt wird, war bis zum Ende dieser Woche nichts über den Vorfall von Seiten der Behörden mitgeteilt worden. Erst eine Anfrage der MZ brachte erste Informationen über das Geschehen ans Licht. Der Fall ist mysteriös, das steht bislang fest.
Daraufhin teilte ein Sprecher des Polizeipräsidiums mit, dass die Kriminalpolizei den Fall übernommen hat. „Derzeit können wir bestätigen, dass am 14. Januar gegen 22.45 Uhr eine Frau nahe eines Hauseinganges in der Lederergasse verletzt wurde“, so ein Sprecher des Polizeipräsidiums. Dabei wurde einer jungen Frau von einer bislang unbekannten Person eine Tasche entwendet. „Im Rahmen der sofort eingeleiteten Fahndung nahm die Regensburger Polizei eine Person vorläufig fest, bei der die zuvor entwendete Tasche sichergestellt werden konnte“, heißt es weiter.
Doch offenbar handelt es sich nicht um die selbe Person, die der jungen Bewohnerin der Wohnung in der Lederergasse im Hauseingang die Tasche abgenommen und sie dann verletzt hat. Denn der Sprecher der Regensburger Staatsanwaltschaft, Thomas Rauscher, gibt an, „dass wir derzeit zumindest keinen dringenden Tatverdacht haben“. Bei der vorläufig festgenommenen beschuldigten Frau handelte es sich demnach wohl nicht um die Täterin des Raubes. „Diese gab an, die Tasche lediglich gefunden zu haben. Entsprechend wurde kein Haftbefehl beantragt.“
Massive Blutspuren aufgefunden
Doch wer war es dann? Sicher ist auch, dass im Hausgang des Wohngebäudes in der Lederergasse massive Blutspuren aufgefunden wurden. Die Polizei bestätigt, dass nach „derzeitigem Ermittlungsstand zur Tatausführung ein Messer benutzt“ wurde. Das Überfall-Opfer wurde nach Angaben der Polizei ärztlich in einem Krankenhaus versorgt.
Sie konnte das Krankenhaus aber am Tag darauf verlassen. „Es lagen keine lebensbedrohlichen oder schwerwiegenden Verletzungen vor“, heißt es weiter. Aber handelte es sich tatsächlich bei der Frau um ein willkürliches Opfer, das nur wegen einer Tasche mit einem Messer traktiert und verletzt wurde? Die Polizei äußert sich dazu sehr zurückhaltend: „Die Klärung der vorliegenden Frage ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen“, so der Sprecher des Polizeipräsidiums. „Konkrete Aussagen hierzu wären zum aktuellen Zeitpunkt reine Spekulation.“
Polizei führt umfangreiche Spurensicherung durch
Die Kriminalpolizei Regensburg führe eine umfangreiche Spurensicherung durch und befrage derzeit auch Zeugen. „Die Auswertung der Spuren läuft aktuell“, heißt es weiter. Bis dahin gibt der Fall Rätsel auf – und wirft erneut die Frage auf: Hat Regensburg ein Sicherheitsproblem?