Nach Priesterrats-Veto: Bistum Regensburg legt die Kosten für Volkskunst-Institut offen

Der Priesterrat des Bistums Regensburg hatte vergangenes Jahr einem Konzept für einen Museums-Neubau nicht zugestimmt. Das Bistum sagt, es sei nie geplant gewesen, nur Krippen darin auszustellen. Jetzt wird ein Institut gegründet, das Volkskunst zeigt – neben Krippen auch Adventskalender und Hinterglasbilder. Öffentlich zugänglich wird es aber nicht sein. Das kosten der Umbau und die Sanierung.
Die Debatte um die Errichtung eines Instituts für christliche Bilderwelten geht weiter. Jetzt hat sich das Bistum mit einer Erklärung an zahlreiche Medien gewandt, nachdem zuerst die Mediengruppe Bayern und auch die Süddeutsche Zeitung berichtet haben. Es geht dabei im Kern um die Frage, ob das Bistum ein Krippenmuseum bauen wollte, der Priesterrat aber, ein Gremium mit etwa 60 Mitgliedern, dem Bischof diesen Herzenswunsch versagte.
Das Bistum erklärte, man habe zu keinem Zeitpunkt vorgehabt, ein reines Krippenmuseum für elf Millionen Euro zu errichten. Vielmehr sei von Anfang an geplant gewesen, eine „öffentliche Präsentation von Objekten religiöser Volkskunst in der gesamten Breite der Überlieferung und des Sammlungsbestandes“ zu konzipieren. Neben Krippen würden demnach auch Adventskalendersammlung, Klosterarbeiten wie Fatschenkindl, Votivgaben und Hinterglasbilder gezeigt.
Drei Varianten vorgestellt
Das Bistum bestätigte, dass man eine Planung in Auftrag gegeben hat, die 2021 vorlag. Geplant wurde für die ehemalige Domdechantei, einem herrschaftlichen Gebäudekomplex, der einst verstaatlicht und 2012 vom Freistaat wieder ans Domkapitel zurückverkauft wurde. Planentwurf A sah demnach eine Sanierung des Bestandsgebäudes vor mit einem zweigeschossigen Neubau mit Museumsnutzung für rund zehn Millionen Euro. Plan B kostete noch 7,3 Millionen Euro ohne Neubau, Plan C einen Neubau, der das Gebäude nur um ein Stockwerk erweitern würde. Kosten hier: 8,6 Millionen Euro.
Inhalt befürwortet, Finanzrahmen abgelehnt
Das Bistum sagt nun, der Priesterrat habe „die Möglichkeit zur Schaffung einer Dauerausstellung für religiöse Volkskunst offen diskutiert“. Das Konzept wurde damals nach Angaben des Bistums „inhaltlich befürwortet, es soll aber keine finanziellen Auswirkungen auf die Pfarreien haben“.
„Reduzierung auf Forschungszentrum“
Laut einem Teilnehmer war dies auch der Grund, wieso der Priesterrat gegen einen Neubau von zwei der drei Planungsvarianten stimmte. Das Bistum dazu: „Dieses Votum wird berücksichtigt, die Abteilung Kunst- und Denkmalpflege sowie die weiteren involvierten Fachstellen passen das Konzept entsprechend an mit der Reduzierung auf ein Forschungszentrum ohne museale Präsentation.“ Jetzt ist ein kleineres Konzept für die Sanierung vorgesehen.
Dabei muss man wissen, dass das Domkapitel, dem das Gebäude gehört, ein anderer Rechtsträger ist als die Diözese. Die Kosten für die nun geplante Sanierung des Gebäudes in der Schwarzen-Bären-Straße belaufen sich nun auf 2,55 Millionen Euro für die Dachsanierung und 1,23 Millionen Euro für die Sanierungen von Wohnungen im Nebengebäude des Hauses.
„Keine museale Nutzung“
Diese Kosten übernimmt das Domkapitel und sie stehen in keinem Zusammenhang mit der Errichtung des Instituts für religiöse Volkskunst. Wohl aber die 1,425 Millionen Euro für den Ausbau des Instituts, den die Diözese Regensburg vornimmt. „In diesem Kostenansatz sind vorbehaltlich der Ergebnisse der Bauforschung und der Zustimmung der Denkmalpflege Mittel zur Sanierung der romanischen Galluskapelle mit kalkuliert“, heißt es abschließend vom Bistum.
Info: Der Zeitablauf
2018: Laut dem Bistum Regensburg gab es erste Überlegungen zur Gründung eines Forschungszentrums mit öffentlicher Ausstellung für religiöse Volkskunst. Eine Skizze wurde der Ordinariatskonferenz vorgestellt.
2019: Das Konzept wird laut Bistum über eine museale Nutzung hinaus entwickelt. Eine Vernetzung mit der Wissenschaft wird angestrebt. Das Diözesanzentrum Obermünster als Standort wird erwogen, am Ende aber verworfen.
2021: Das Gebäude in der Schwarzen-Bären-Straße 2 wird in den Blick genommen. Ein Planungsbüro erstellt drei Varianten, jede beinhaltet auch die Sanierung des Dachstuhls. Die teuerste Variante soll einen Neubau mit zwei Geschossen für zehn Millionen Euro beinhalten.
2023: Der Priesterrat lehnt im Februar den Neubau ab. Das Konzept für ein Institut bleibt, das nach Angaben des Bistums keinen Publikumsverkehr für die Krippen und Kunstwerke beinhaltet.