So machen Kois „Winterschlaf“ – Experte aus Waffenbrunn hat auch in kalten Monaten viel Arbeit

Bei Dominic Fischer aus Waffenbrunn dreht sich alles um Zierkarpfen. Der Koi-Experte spricht über Winterschlaf, Misserfolge und wie die Koi-Zucht zu seiner „Sucht“ wurde.
Viele Menschen betrachten die bunten Koi-Karpfen als Statussymbol. Für den Züchter Dominic Fischer sind die farbenfrohen Wassertiere aber viel mehr als nur ein Hobby: Bereits seit rund 15 Jahren züchtet und verkauft er seine Kois, und gibt nicht zuletzt gerne sein breites Wissen weiter.
Dass sich bei Fischer alles um Koi-Karpfen dreht, fällt direkt beim Betreten seines Gartens auf: Die Garagenwand schmücken bunte Karpfen und den Außenbereich zieren goldfarbene Koi-Skulpturen. Doch das Herzstück – ein großes Becken – steht direkt neben seinem Haus. Darin überwintern gerade rund 150 Exemplare.
So werden Kois auf den „Winterschlaf“ vorbereitet
Um Koi-Karpfen den perfekten Winterschlaf zu ermöglichen, bedarf es viel Equipment und Fachwissen. „So ein Koi ist nun mal kein Goldfisch. Diese Tiere sind sehr zeit- und kostenaufwendig“, weiß Fischer. Hauptberuflich arbeitet er als Laborleiter und bringt entsprechende Expertise mit, wenn es darum geht, seinen Fischen den optimalen Lebensraum zu bieten. Dazu gehören neben regelmäßigem Wasserwechsel auch Kontrolle auf Parasiten und die Optimierung der Wasserwerte und -Temperatur.
„Die Vorbereitung der Koi-Karpfen auf den Winterschlaf beginnt schon im Sommer. In dieser Zeit bekommen die Fische viel spezielles Futter, damit sie im Winter genug Energiereserven haben. Im Winter fressen sie in der Regel nicht“, sagt Fischer. Und weiter: „Auch die Filtertechnik ist sehr wichtig und muss groß genug für das Becken sein.“ Für seine Filteranlage hat der Züchter eine kleine Hütte in seinem Garten. Das Wasser in seinem Koi-Becken mit einem Volumen von stolzen 40000 Litern wird einmal pro Stunde vollständig gefiltert.
Lernen aus Fehlern
Wenn es um die Zucht der Zierkarpfen geht, ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Vor rund fünf Jahren machte Fischer eine negative Erfahrung. „Damals war ich vergleichsweise relativ unwissend und habe vieles dem Zufall überlassen. Beim Überwintern ist dann einer meiner Fische verendet und ich habe es zu spät bemerkt. Als Folge war dann fast die gesamte Zucht tot“, berichtet Fischer. Damit auch andere Koi-Züchter und Halter aus seinen Fehlern lernen können, gibt Fischer sein Wissen gerne weiter. Als Züchter verkauft er auf seiner Webseite neben den Koi-Karpfen auch Futter, Parasitenmittel und Zuchtbecken. Zu seinen Dienstleistungen gehört auch eine intensive Betreuung der Käufer. „Ich fahre oft zu meinen Kunden und schaue mir den Teich genau an und untersuche die Kois auf Parasiten. Für Fragen zum Thema Koi bin ich fast rund um die Uhr erreichbar“, sagt Fischer.
Leidenschaft im Kindesalter entflammt
Seine Leidenschaft entdeckte der 36-Jährige bereits im Kindesalter. „Meine Familie hatte schon immer einen Gartenteich. Irgendwann habe ich dann selbst mit einem 500 Liter-Fertigbecken angefangen und durch Zufall ein paar Exemplare gezüchtet. Dann hat mich die Sucht gepackt und ich fing an, die Kois viel zielgerichteter zu kreuzen. Irgendwann kamen wirklich schöne Farben und Muster raus. Jetzt mache ich das Ganze schon seit 15 Jahren“, berichtet Fischer.
Aktuell sind seine Karpfen im Winterschlaf. „Fische überwintern aber anders als zum Beispiel Bären oder Igel. Sie drosseln ihren Stoffwechsel, verziehen sich auf den Beckengrund und warten, bis es wieder wärmer wird. Sie schlafen aber nicht – ihre Augen haben die Fische dabei geöffnet“, erklärt der Züchter. Ferner: „Im Frühling geht die Action wieder los. Dann beginnt wieder die Zucht und es kommen auch ein paar neue Exemplare aus Japan dazu.“
