Klinik des Landkreises Kelheim ist Teil der „regionalen Medizinstrategie“ von PwC

Am Dienstag stellt die Beraterfirma PwC ihr Gutachten für eine „regionale Medizinstrategie“ der Region Ingolstadt vor. Sie betrifft auch den Klinikstandort Mainburg. Nun veröffentlichen fünf kommunale Spitzenpolitiker eine Art „Vorwarnung“.
Die Landkreise Eichstätt, Pfaffenhofen, Neuburg-Schrobenhausen und Kelheim sowie die Stadt Ingolstadt haben das Gutachten beauftragt. Sie sind die Träger von den Kliniken Eichstätt und Kösching, Klinikum Ingolstadt, Kreiskrankenhaus Schrobenhausen – und der Ilmtalklinik, sprich: Pfaffenhofen und eben Mainburg.
Das Haus dort ist mit 90 Planbetten klein und hat regelmäßig Personalnöte – zuletzt gingen Chefarzt Otto Dietl und Oberarzt Andreas Harrieder. Mainburg dürfte daher zu den größeren Sorgenkindern im Gutachten gehören.
„Offener Brief“ der Kommunalpolitiker
Am gestrigen Freitag nun haben die vier Landräte und der Ingolstädter Oberbürgermeister einen „Offenen Brief“ veröffentlicht. Er versichert den Bürgerinnen und Bürger fast flehentlich: „Sie können sich auf eine umfassende, ortsnahe und hochwertige medizinische Versorgung verlassen“; dies sei Ziel der nun beginnenden Strategiedebatte. Dann verweisen die Politiker auf die bundesweit „schwierige Ausgangslage“.
Sie ist auch in Kelheims Kreispolitik Dauerthema: Mainburg und auch das Caritas-Krankenhaus Kelheim bescheren dem Landkreis jährlich steigende Millionen-Defizite im Betrieb sowie hohe Investitionskosten für Gebäude, Medizintechnik, Digitalisierung, was der Staat nur teilweise gegenfinanziert. Hinzu kommt der Fachkräftemangel bei ärztlichem und Pflegepersonal. Schwer planbar ist die künftige Auslastung der Häuser: Einerseits altert die Bevölkerung, sprich: der Bedarf an Behandlungen wächst. Die erfolgen andererseits immer öfter ambulant statt stationär.
„Wir müssen dringend handeln“
Zwar verspreche „die angekündigte Krankenhausreform des Bundes grundlegende strukturelle Korrekturen, die seit langem notwendig sind“. Aber darauf und auf den Freistaat könne man nicht länger warten; „wir müssen dringend handeln“, schreiben die Landräte Alexander Anetsberger (CSU, Eichstätt), Albert Gürtner (FW, Pfaffenhofen), Peter von der Grün (FW, Neuburg-Schrobenhausen) und Martin Neumeyer (CSU, Kelheim) und OB Christian Scharpf (SPD).
Sie erwarten von der Beraterfirma PricewaterhouseCoopers (PwC) „eine zukunftsorientierte, tragfähige Lösung für (...) eine qualitativ hochwertige, wohnortnahe, universelle, bedarfsgerechte sowie wirtschaftlich tragfähige medizinische Versorgung“. Also quasi die eierlegende Wollmilchsau, die mutmaßlich auch PwC nicht hat. Realistisch scheint, dass die Wirtschaftsberater für die betrachteten Kliniken verstärkte Kooperationen, Fusionen oder gar Schließungen zumindest geprüft haben.
Über den Inhalt des „umfassenden und tiefgreifenden“ Gutachtens – ein „vielschichtiges und ausgewogenes Konzept für die zukunftsfähige Gesundheitsversorgung“ – hüllt sich der Offene Brief noch in Schweigen. Darüber informieren Landräte, OB und PwC-Vertreter am Dienstagnachmittag alle Kreistage und Ingolstädter Stadtrat in einer gemeinsamen nicht-öffentlichen Sitzung sowie die Öffentlichkeit in einer Pressekonferenz. Wir werden berichten!