Physiotherapie und Kurse statt Einzelhandel: Neuausrichtung bei Sport Straßburger in Roding

Eine (fast) komplette Neuausrichtung gibt es beim Rodinger Traditionsgeschäft Sport Straßburger im Landkreis Cham: Statt Einzelhandel werden nach einem Umbau Physiotherapie und Präventionskurse im Vordergrund stehen. Ina Fuchs erläutert die Gründe – und warum auch noch ein kleines Sportsortiment bleibt.
„Meine Leidenschaft ist es einfach, an der Massagebank zu stehen“, erläutert Ina Fuchs den Hauptgrund, warum es Sport Straßburger bald nicht mehr in der bisherigen Art geben wird. Anfang Mai endet das Sport-Vollsortiment auf zwei Etagen am Paradeplatz, einen weiteren Leerstand wird es aber nicht geben, betont Fuchs, die seit zehn Jahren nach dem Tod ihres Vaters Wolfgang Straßburger mit großer Unterstützung ihrer Mutter Silvia Straßbuger die Geschäfte geleitet hat: Zwei bis drei Behandlungsräume und eine große Trainingsfläche werden nach einem Umbau entstehen.
Auf Physiotherapie und Präventionskursen wird dann der Fokus liegen, auch wenn das Gebäude weiter auch ein Sportgeschäft bleibt, wenn auch in kleinerer Form. „Es wird ein Grundsortiment geben, auch Service wird weiter angeboten, solange die Maschinen dafür funktionieren“, erklärt Fuchs.
Idee war schon länger da
Die Idee für die Neuausrichtung hatte sie schon lange, nun sei die Zeit reif, den Laden „zu meinem Geschäft zu machen“, erläutert sie. Ein weiterer Grund sei auch, dass das bisherige Einzelhandels-Konzept nicht mehr funktioniere. Laufkundschaft gäbe es so gut wie keine mehr, die treuen Stammkunden hätten in den vergangenen Jahren für den Umsatz gesorgt.
Dieser fiel aber immer kleiner aus, zumal sich immer mehr Menschen im Internet ihre Sachen aussuchen würden – zu preisen, die der Einzelhandel nicht bieten könne. „Wir müssen die Waren bezahlen, dazu kommen die Zeit und der Service“, erläutert Fuchs.
Zeit freier einteilbar
Ein weiter Faktor ist, dass sich die Mutter zweier kleiner Kinder im Alter von fünf und zwei Jahren ihre Zeit künftig freier einteilen will. „Mein Sohn kommt jetzt dann in die Schule, da will ich auch mal bei den Hausaufgaben helfen und Ähnliches“, erzählt sie. Mit festen Öffnungszeiten in einem Geschäft und der zusätzlichen Tätigkeit bei der Physiotherapiepraxis Weitblick von Karin Paa wäre das nur sehr schwierig möglich gewesen. „Der Zeitpunkt für den Wechsel ist jetzt einfach gekommen“, findet sie deshalb.
Bis zum Muttertags-Markt Anfang Mai wird es noch das volle Sport-Sortiment auf zwei Etagen geben. Danach startet ein großer Umbau. Im Erdgeschoss sollen zwei bis drei Behandlungsräume und eine Fläche zum Trainieren entstehen. Dies sei sehr wichtig, da in Roding ein großer Mangel an Turnhallen herrsche, vor allem momentan, wo die Sporthalle der Realschule generalsaniert wird und nicht zur Verfügung steht. „Zuletzt sind wir mit den Präventionskursen nach Pösing ausgewichen, aber es wird vieles einfacher machen, wenn die entsprechende Fläche mitsamt dem Material einfach hier zur Verfügung steht“, betont sie.
„Physiotherapie ist meine Leidenschaft“
Fuchs ist ausbildete Physiotherapeutin und hat viele Aus- und Fortbildungen absolviert, unter anderem zur Osteopathin. „Das ist meine Leidenschaft, ich gebe auch sehr gerne Kurse“, will sie „das, was mich ausmacht“ künftig auch beruflich noch mehr umsetzen – in Zusammenarbeit mit der Praxis Weitblick. „Wie das dann genau ablaufen wird, wird sich zeigen“, erläutert sie. Angst, dass das neue Geschäftsmodell nicht laufen werde, hat sie weniger: „Der Bedarf an Physiotherapie und das Interesse an Präventionskursen ist sehr groß.“
Wie lange der Umbau, der im Mai starten wird, dauern werde, lasse sich schwer voraussagen. „Ich hoffe, dass wir in diesem Jahr noch mit dem neuen Konzept eröffnen können“, will sich die Geschäftsführerin keinen Zeitdruck mit einem festen Termin machen. Bevor es mit dem Vollsortiment im Sport-Bereich vorbei sei, werde es auf jeden Fall auch noch einen Ausverkauf geben.
Service läuft weiter
Allerdings hängt ihr Herz auch trotzdem noch am Sportgeschäft – weshalb sie es nicht auch ganz aufgeben wird. Im Keller wird es weiter ein Grundsortiment geben, unter anderem mit Dingen, die für die Kurse oder zum Trainieren benötigt werden. Auch würde der Service weiterlaufen und etwa Ski und Snowboards hergerichtet und auch diverse Schläger neu besaitet. „Solange die Maschinen funktionieren, wird das auf jeden Fall weitergehen“, sagt sie.
Ein bisschen Wehmut ist schon mit dabei, erläutert Fuchs, sie ist aber zuversichtlich, dass ihr neues Projekt gut funktionieren wird, „ich gehe das jetzt mit voller Kraft und Optimismus an.“
Genug Zeit, um Gutscheine einzulösen
Frühzeitig informieren: Ina Fuchs und ihrer Mutter Silvia Straßburger ist es wichtig, die Kunden frühzeitig zu informieren, dass es das Geschäft in der bisherigen Form nur noch bis Anfang Mai geben wird.
Genügend Zeit: „Damit haben dann alle noch genügend Zeit, um die Gutscheine und Gutschriften, die noch im Umlauf sind, einzulösen“, erläutert Ina Fuchs.
„Soll keine Probleme geben“: Es sei ihr im Hinblick auf die treuen Kunden sehr wichtig, dass dies gut ablaufe und es keine Probleme geben.