„Mich nimmt das schon mit“: Regensburger Klimaaktivist reagiert geschockt auf Haft-Urteil

Ein Urteil des Amtsgerichts sorgt für Aufruhr: Der Regensburger Klimaaktivist Simon Lachner muss für drei Monate ins Gefängnis, weil er im vergangenen Jahr drei Straßen in Regensburg blockiert hat. Auf MZ-Anfrage zeigt sich der 26-Jährige vom Urteil tief getroffen.
„Es wird wohl noch ein paar Tage dauern, bis ich realisiert habe, was passiert ist“, sagt Lachner. Die Stunden nach dem Urteil seien für ihn emotional gewesen. „Klar, man setzt sich auch schon vorher damit auseinander, dass versucht wird, unseren Protest mit Gefängnisstrafen zu unterbinden. Aber wenn es ausgesprochen wird, ist es schon noch etwas anderes.“ Für Lachner steht fest: „Ich muss drei Monate in Haft, weil ich die Regierung mit meinem Protest daran erinnert habe, was sie selbst beschlossen hat.“ Richterin Andrea Costa hatte in ihrer Urteilsbegründung betont: „Nach der Prüfung hat sich gezeigt, dass das Handeln rechtswidrig gewesen ist. Es geht hier weder um meine persönliche Meinung noch um ein politisches Statement.“
In einer Pressemitteilung der Letzten Generation äußerte sich Lachner wie folgt: „Es werden strafbare Tatbestände konstruiert, um uns einzuschüchtern – um die Kritik am fossilen Festhalten stillzustellen. Und natürlich funktioniert das. Mich nimmt das schon mit.“
Klimaaktivist legt Berufung ein
Lachners Anwalt Milan Martin hat indes Rechtsmittel eingelegt, bestätigt der Klimaaktivist. Der 26-Jährige hegt allerdings keine großen Hoffnungen, dass die Haftstrafe zurückgenommen wird. Er bereite sich nun auf das Gefängnis vor, tausche sich mit Ansprechpartnern innerhalb der Letzten Generation aus.
Auch nach dem Urteil möchte der 26-Jährige weiter für den Klimaschutz kämpfen. „Das halbe Land steht unter Wasser – aber das scheint für uns zur Normalität geworden zu sein.“ Die Klimakatastrophe spiele nach wie vor eine zu geringe Rolle in der öffentlichen Wahrnehmung. Dabei dränge die Zeit, sagt der Klimaaktivist: „Es wird verdammt knapp.“