In und um Furth im Wald: Viele Traktoren, wenig Individualverkehr

Montagmorgen, sechs Uhr am Grenzübergang: Der Parkplatz Schafberg beim Zollamt füllt sich zusehends mit Traktoren und anderen Landmaschinen. Auch einige Pkw und Lkw sind vor Ort. Gleich startet der Konvoi auf der Bundesstraße 20 in Richtung Furth im Wald, natürlich im Schneckentempo: Die Bauernproteste haben auch die Drachenstichstadt erreicht.
Doch keine Spur von Ärger innerhalb der Bevölkerung, auch wenn es immer wieder mal eine Möglichkeit gibt, zu überholen, kaum einer tut dies, zumal auch nur sehr wenig Privatleute unterwegs sind. Gegen 11 Uhr stehen rund 70 Traktoren aus dem Bereich Ränkam und Umgebung wieder am Parkplatz Schafberg. Die Stimmung ist gelöst, Wurstsemmeln werden gereicht. „Die Ampel muss weg“, steht an einigen Fahrzeugen. Deutlich ist der Unmut an der Regierung zu spüren.
Das Video zu den Bauernprotesten
Einer der Organisatoren erzählt, dass die Proteste während der Woche weitergehen werden. Dann geht es weiter in Richtung Cham, gefolgt von einem langen Blechlindwurm.
Szenenwechsel: Beeindruckend und von viel Solidarität gekennzeichnet war am Montagmorgen die Demonstration der Bauern. Im Bereich von Furth im Wald, Arnschwang und Weiding starteten mehrere Kolonnen von Traktoren, Erntemaschinen und Lastwagen, begleitet von zahllosen Privatfahrzeugen. Mit Hupen, Warnblinkern und weiteren Lichtsignalen machten die Teilnehmer auf das Anliegen aufmerksam, dass die Maßnahmen der Bundesregierung unangemessen bzw. zurückzunehmen seien.
Auffällig war in den Morgenstunden, dass vor allem auf der Bundesstraße 20 und auf der alten B20 kaum Verkehr herrschte. Nur vereinzelt waren Fahrzeuge unterwegs, bis dann gegen 6.30 Uhr die Demonstration erkennbar wurde - dann aber mir großer Wucht! Auf der Bundesstraße 20 bei Weiding war beispielsweise von 6.40 bis 7.15 Uhr in Richtung Cham eine durchgängig dicht geschlossene Fahrzeugkolonne erkennbar, die mit etwa 20 Stundenkilometern min Richtung Kreisstadt rollte. Sie wurde von etwa zwei Dutzend Traktoren angeführt, dahinter folgten Lkw und viele Personenwagen. Behinderungen oder gar gefährliche Verkehrssituationen waren nicht feststellbar, denn von den Seitenstraßen kam so gut wie kein Verkehr. Auffällig war, dass vor allem Pkw in der Kolonne mitfuhren, die auf den mehrspurigen Streckenteilen die Möglichkeit zum Überholen nicht nutzten, sondern sich vielmehr in die Fahrzeugschlange einreihten und durch Licht- und Hupensignale "mitdemonstrierten".
Lesetipp: Wenn das Haustier flüchtet: Catrin Röhricht von der Tierhilfe Weiding klärt auf
Eine zweite große Kolonne von Traktoren und Lkw, ebenfalls von Pkw begleitet, war etwas später von Arnschwang über Weiding und Kothmaißling auf der alten B20 unterwegs. Hier bot sich das selbe Bild, das sich dann aber ab etwa ab 7.45 Uhr veränderte: Dann waren kleinere Pulks von Traktoren und Schwerfahrzeugen unterwegs, die zueinander Abstände hielten, aber durch langsames Fahren - auch auf der Bundesstraße 20 - den ansonsten sehr schwachen Verkehr verlangsamten. Diese kleinen Kolonnen befuhren auch Nebenstraße, durchquerten die Dörfer und auch die Stadt Furth im Wald. Auffällig war während des Vormittags, dass ansonsten sehr wenig Straßenverkehr herrschte, was durchaus als Beitrag der Bevölkerung zum Protest der Bauern bewertet werden kann, zumal es zu keinerlei "Gegendemonstrationen" oder irgendwelchen Konfrontationen kam.