Imposanter Traktoren-Konvoi auf der B16 – und Daumen hoch von Autofahrern

Nicht mit einem „Blockade-Auftrag“, sondern zu einer Bummelfahrt auf der B16 trafen sich Landwirte aus den Landkreisen Kelheim und Regensburg in Bad Abbach und Graßlfing. Dutzende Traktoren rollten am frühen Montagmorgen an. Aber nicht nur sie.
„Ein Drittel der Teilnehmer sind Nicht-Landwirte, die sich uns anschließen“, sagte Josef Prößl, der am 8. Januar 2024 vor Ort die Aufstellung leitete. So zählten auch Lkw zum Konvoi, etwa von einem Agrarhandel aus Langquaid, zudem Kleinlaster und Transporter. Und auch eine Café-Betreiberin aus Schierling war gekommen. „Das geht uns alle an“, erklärte sie bestimmt.
Nebenerwerbslandwirt Gottfried Gruber aus Hohengebraching schimpfte: „Zuständ‘ sind das keine mehr. Nicht nur die Kürzungen kriegen wir ab, auch jede Preiserhöhung wie bei der CO2-Abgabe spüren wir. Es reicht.“
Ein Jungbauer gibt nicht auf
Der 20-jährige Jungbauer Marco Leichtl aus Schultersdorf bei Kelheim fand es wichtig, „dabei zu sein und ein Zeichen zu setzen“. Trotz der schwierigen Lage in der Agrarwirtschaft will er den elterlichen Ackerbau-Betrieb übernehmen. „Auf jeden Fall“, versicherte er. Aber um dauerhaft existieren zu können, müssten sich die Rahmenbedingungen wieder verbessern. „Wir werden immer wieder geschröpft“, pflichtete sein Vater Benno Leichtl (63) bei.
Kurz nach 5 Uhr setzte sich der Konvoi in Bewegung, an die 50 Traktoren waren es in etwa. Eine Polizei-Begleitung gab es nicht, aber eine Belehrung durch einen Beamten: Eine Kolonne dürfe nicht gebildet werden. Daher ließen die Bauern nach drei, vier Traktoren jeweils Abstand. In die Lücken konnte sich der übrige Verkehr einfädeln.
Zweimal eine Schleife bis Saal a. d. Donau
Zunächst ging es auf der B16 bis Pentling, dort wendete der Tross und fuhr bis zur Ausfahrt Hafen Kelheim-Saal, wo der Konvoi erneut umdrehte. Zweimal wurde diese Schleife gezogen, ehe es zur Kundgebung an der Donau-Arena bei Regensburg ging.
Heinrich Rieger, ein Teilnehmer aus Lengfeld, war von den Reaktionen auf der Straße angetan, auch wenn sich der Verkehr auf der B16 in beide Richtungen teilweise nur im Schritttempo bewegte. „Auto- und Lkw-Fahrer deuten aus ihren Fahrzeugen heraus immer wieder: Daumen hoch“, schilderte der 53-Jährige, während er mit seinen Berufskollegen nach der zweiten Runde Richtung Domstadt tuckerte. Dass Schlupflöcher zum Überholen gelassen wurden, entzerrte die stockende Verkehrslage.
Auch ein Banker springt bei
Auch Rieger ist Nebenerwerbslandwirt, kennt aber als Banker „die Sorgen und Nöte“ der Bauern umso mehr. „Es ist gut, dass sich alle mal zusammen tun und sich wehren.“ Diese Demonstration der Einigkeit findet er „wunderbar“. Wie er rollten Hunderte Bauern aus dem Landkreis Kelheim nach Regensburg. Nach der Kundgebung schloss sich eine Sternfahrt an – die Landwirte setzten an diesem Montag ein deutliches Zeichen.
