Die Stadtbibliothek Furth im Wald wird immer beliebter – Spiele liegen voll im Trend

Von Alexander Frimberger · 6. Januar 2024 um 19:00

Gar nicht so leicht, ein Gespräch mit Heidi Buhl, Mitarbeiterin in der Stadtbibliothek, zu führen, es herrscht reger Betrieb und das nicht erst seit diesem Tag.

Eine junge Mutter steht mit ihren beiden Kindern an der Ausgabestelle. Heidi Buhl scannt einen ganzen Stapel an Büchern, Hörbüchern und anderen Medien, welche die drei an diesem Tag ausleihen. „Wir kommen alle vier Wochen“, sagt die Mama, die Kinder nicken. Kinder- und Jugendbücher für die Kids, Krimis, Kochbücher und vieles mehr, leiht sich die Mama.

Die Stimmung in der Stadtbibliothek Furth im Wald ist gut

„Zur Zeit ist die Hütte echt voll, vor einigen Tagen hatten wir in drei Stunden über 100 Leute“, sagt Buhl, während sie die Statistik im Computer checkt. Woran das liegt, hat sie sich schon häufiger gefragt. „Mag sei, dass das das schlechte Wetter daran schuld ist. Oder vielleicht, weil man derzeit nicht skifahren kann.“ Das erklärt aber nicht, warum die Bibliothekszuwächse nahezu explodiert sind. 2023 gab es unter jungen Leuten doppelt so viele Neuzugänge wie im Jahr zuvor. Natürlich tragen auch die renovierten Räumlichkeiten ihren Teil dazu bei. „Es ist einfach gemütlich, viele kommen auch einfach mal so vorbei und stöbern ein wenig im Angebot.“ Das hörte sich bei der Wiedereröffnung Ende 2022 noch nicht ganz so an. Auch wenn man happy über den gelungenen Umbau war, kurz nach der Corona-Pandemie beklagte Bibliotheksleiterin Angelika Ochsenmeier, dass viel Stammpublikum, also ältere Menschen, an dem Virus gestorben seien: „Die waren früher regelmäßig da, haben immer viel ausgeliehen und fehlen uns vor allem auch als Menschen.“

Doch der Blick geht längst wieder nach vorne, die Zahlen steigen. Zu den Top-Titeln gehören Spiele der Konsole Switch und die Figuren für den Tonies-Würfel, die ihre eigenen Geschichten spielen. Buhl zeigt auf einen kleinen Restbestand. „Wir haben 120 Tonies, das ist alles, was derzeit nicht ausgeliehen ist. Früher“, sagt sie weiter, „haben wir Kassetten oder Schallplatten gehört, heute sind es eben andere Medien, die zählen.“ Im Aufwind befindet sich „Edurino“. Wer sich eine App herunterlädt, kann auf dem Tablet oder dem Handy ebenfalls eine Figur platzieren und dann digital spielen und lernen. „Kommt bei den Kids gut an“, so Buhl. Ansonsten stehen nach wie vor Wimmelbücher hoch im Kurs, Fantasy sowohl bei Jugendlichen als auch bei Erwachsenen. Zweitere lesen gerne Krimis und Familiensagas. Am gefragtesten war im vergangenen Jahr die achtbändige „Schwesternreihe“ von Lucinda Riley. „Das haben wir zweimal da gehabt, war ständig ausgeliehen.“ Ebenfalls beliebt: der neue Eberhofer-Krimi „Steckerlfischfiasko“ von Rita Falk.

Ganz generell denkt Buhl, dass die Renaissance der Bibliothek am geänderten Verhalten in vielen Familien liegt: „Die Leute müssen sparen, unsere Gebühren tun niemandem weh und man kann seinen Kindern trotzdem alles bieten.“ Einen weiteren Effekt habe das System Leihen auch noch: Die Kinder lernen, auf einen Titel zu warten, wenn gerade ein anderer darin schmökert. Apropos Renaissance: Ganz groß im Kommen sind wieder Brettspiele und vor allem Puzzles, für die ganz kleinen Kunden mit wenigen Teilen.

Bei den Großen dürfen es dann schon bis zu 1000 Teile sein. Buhl schaut auf den Bildschirm: „Das Motiv Ritter wurde am häufigsten ausgeliehen.“ Auf Vollständigkeit überprüft sie übrigens nur die Puzzles mit wenigen Teilen. Ab 200 lässt das die Zeit nicht mehr zu. Und wenn ein Puzzle zum Schluss fehlt, nur 999 statt 1000 in der Schachtel waren? „Das ist ärgerlich“, räumt sie ein, „ist aber bisher nur einmal vorgekommen.“ Egal ob Spiele oder Bücher , eingekauft wird übrigens bei den Händlern vor Ort.

Regionales läuft gut

Zum Beispiel in der Buchhandlung Perlinger: Ähnlich wie in der Bibliothek war 2023 Lucinda Riley ein Thema. Regionales geht gut und bestimmte Sachbücher wie „Lebensaufgabe Pflege“ der Arnschwanger Autorin Maria Münch.

„Das neue Buch der Kabarettistin Monika Gruber war gleich weg“, so Inhaberin Andrea Perlinger. Und zwar noch bevor es wegen der beanstandeten Passagen aus dem Verkehr gezogen und umgeschrieben werden musste.

Eckdaten der Stadtbibliothek Furth im Wald

Die Stadtbibliothek hat Mo., Mi. und Fr. von 15 bis 18 Uhr geöffnet, zusätzlich freitags von 10 bis 12 Uhr. Die Jahresgebühr beträgt für Erwachsene 15 Euro, für Kinder, Schüler, Jugendliche, Azubis und Studenten zehn Euro im Jahr. Familien zahlen 20 Euro. Einmalig fallen drei Euro für die Ausstellung des Bibliotheksausweises an.

In der Gebühr enthalten ist die Nutzung des Online-Systems. Rund 35000 Medien stehen zum Download bereit. Dazu gehören E-Books, Hörbücher, Musik, Videos und Zeitschriften.