Das neue Buch des Further Toni Lauerer ist der aktuelle Top-Titel seines Verlages

Im Herbst hat Toni Lauerer sein neues Buch: „Älter werden ist (ko)a Gaudi“ auf den Markt gebracht. Sein 19. und ein ganz besonderes, wie er verrät.
Besuch an seinem Arbeitsplatz im Rathaus: Erdgeschoss, erste Tür links. Hier klopft zum Beispiel an, wer heiraten möchte, Fragen zum Gewerbewesen oder eben zu seinem neuen Buch hat. Toni Lauerer sitzt an seinem Schreibtisch und lächelt. Er wirkt glücklich und zufrieden, ist er auch, später wird er sagen: „Ich wünsche mir für 2024, dass sich nichts ändert, weder privat noch beruflich. Alles läuft super, auch die Gesundheit ist bestens.“ Ja, genau das sieht man dem Toni an. Er strotzt nur so vor Lebensfreude. Oder ist das etwa nur die Taktik eines in die Jahre gekommenen Mannes? Vorsicht, dünnes Eis, besser ihn nicht persönlich darauf ansprechen. Schließlich fühlt er sich nicht wie so um die 60 Jahre, sondern blutjung. Er empfindet es als maximalen Affront, wenn ihm die Bedienung im Restaurant die Seniorenkarte reicht oder ihm so ein jugendlicher Lümmel einen Platz in der U-Bahn anbietet.
Top-Titel im Verlag
An dieser Stelle: Spaß nicht beiseite, denn Toni Lauerer versteht ihn. Er kann trefflich über sich selbst lachen, das ist ein Geschenk. Vielleicht ist das auch der Grund, warum seine Bücher so gut ankommen. Geschichten aus dem Leben gegriffen, die (fast) jeder kennt und die der Autor, teilweise überspitzt zum Besten gibt. Von gut ankommen zu durch die Decke gehen ist noch einmal ein ganzes Stück Unterschied. Gerade war Weihnachtsfeier seines Verlages Battenberg Gietl, daran hat auch Lauerer teilgenommen: „Der Verlagsleiter Josef Roidl hat gesagt, dass ich in der internen Liste unter den Büchern auf Platz eins stehe. Mithalten kann da derzeit nur der Heimatkalender des Verlags.“
Das bestätigt auch Programmleiterin Manuela Bonfissuto: „Tonis Bücher sind jedes Jahr Top-Titel.“ Aber dieses Jahr ist es schon noch einmal besonders. „Aber er ist nicht nur der Autor, der sich am besten bei uns verkauft, Toni ist auch von der menschlichen Seite eine absoluter Gewinn für uns. Zu allen immer sehr freundlich, trotz seines Erfolges kein bisschen abgehoben.“ So viel Lob geht dem Autor natürlich runter wie Öl, genauso der derzeitige Sturm auf sein neuestes Werk. Er lacht, wenn er erzählt, dass die Buchhändler verzweifelt beim Verlag anrufen und Nachschub mit den Worten fordern: „Der Toni ist uns ausgegangen.“ Da soll es in der letzten Zeit schon turbulent zugegangen sein im Lager, teilweise hätten die Mitarbeiter die Bücherkisten noch persönlich ausgefahren. „Und als ich vor kurzem in einer Buchhandlung in Straubing eine Signierstunde abgehalten habe, hat der Inhaber gesagt, es ist absolut ungewöhnlich, dass bei so einem Termin dreistellig verkauft wird.“ Dann fehlt ja jetzt nur noch ein Eintrag in der Spiegel-Bestsellerliste, oder? Wie viel verkaufte Exemplare braucht es dazu eigentlich? Wieder lacht Toni Lauerer mit einem Augenzwinkern: „Das würde mich auch interessieren.“
Was aber macht jetzt den Erfolg ausgerechnet dieses Buches aus: „Der Verlags-Chef hat gesagt, es liegt wohl daran, dass ich einen Nerv getroffen oder besser gesagt eine Marktlücke gefunden habe.“ Es ist die Baby-Boomer-Generation der in den 1960er-Jahren geborenen, die jetzt genau in das Alter kommen, über das Lauerer in seinen aktuellen Geschichten spricht. Prostata-Beschwerden, wachsende Bäuche, die es im Freibad einzuziehen gilt, Selters statt Sekt, weil man den Alkohol nicht mehr so verträgt, all diese Zipperlein haben viele. „Da hat schon so mancher zu mir gesagt, das kenne ich, mir geht es genau so.“
„Gerhard Polt verehre ich“
Und auch die nachfolgenden Generationen haben seine Bücher als Geschenk entdeckt. „Bei Signierstunden muss ich häufig ‘für den allerbesten Papa‘ oder ‘für den lieben Opa‘ als Widmung ins Buch schreiben.“ Es läuft also rund und das gilt nicht nur für das aktuelle Buchprojekt. Seine neue Bühnen-Tour „Älter werden die Anderen“ startet Ende Januar. „Was mich besonders freut, die Vorstellung am 1. April im Tagungszentrum ATT in Furth im Wald ist bereits restlos ausverkauft.“
Und auch wenn der Further Spaßvogel keine 20 Jahre mehr ist, müde ist er noch lange nicht. Auch im kommenden Herbst wird es ein neues Buch geben. Wahrscheinlich wird es um Weihnachten gehen. Worüber lacht er eigentlich selbst am liebsten. Privat ist er mit seinem Kollegen Wolfgang Krebs befreundet, schätzt aber auch dessen Auftritte sehr. „Gerhard Polt verehre ich und ich mag die allermeisten österreichischen Kabarettisten.“ Zum Schluss noch ein Wunsch für das neue Jahr: „Ich wünsche mir für unseren Planeten ein bisschen weniger Irrsinn.“
Die Männergrippe: Damit ist echt nicht zu spaßen
Aus Toni Lauerers neuem Buch: „Älter werden ist (ko)a Gaudi“: „Männer sehen ja die Dinge grundsätzlich gelassener als Frauen. Es sei denn sie haben eine Erkältung oder gar eine Grippe. Dann wird aus der Gelassenheit Panik, bei zarten männlichen Gemütern sogar Todesangst! Und das zu Recht, denn eine Erkältung ist ja bekanntlich bei einem Mann circa 12-mal schlimmer und gefährlicher als bei einer Frau! Kommt zum Schnupfen und Husten auch noch ein dumpfer Kopfschmerz mit Ohrensausen hinzu, geht es ums nackte Überleben! Das wird zwar von manchen Frauen bestritten, als wehleidiges Getue abgetan und manchmal sogar verhöhnt; Ich als Mann mit einschlägigen lebensbedrohlichen Katarrherfahrungen kann die Pein, die uns Männer in grippalen Phasen plagt, voll bestätigen. Es mag sein, dass die Geburtsschmerzen einer Frau minimal schlimmer sind, aber Männererkältungen sind dafür öfter!
Im Regelfall tut es einem Mann gut, bemitleidet, umsorgt und verwöhnt zu werden. Es gibt aber eine Ausnahme: Wir wollen niemals auf unser fortgeschrittenes Alter angesprochen werden!
Wir wissen selber, wann wir geboren sind und dass das schon eine Weile her ist“ Als noch demütigender empfinden wir es, wenn wir so behandelt werden, als wären wir aufgrund der Jahre, die wir auf dem Buckel, beziehungsweise auf dem bauch haben, ge- oder zerbrechlich, hilflos, senil, betreuungsbedürftig oder mangels Hormonen sexuell neutral beziehungsweise ein vollkommen erloschener Ex-Vulkan, der zwar noch raucht, aber keinen Ausbruch mehr hinbekommt.
