Kostenexplosion, Personalmangel, Überangebot: Dieser Regensburger Lieferdienst gibt auf

Von Christian Eckl · 3. Januar 2024 um 17:00

Seit Jahren wächst die Konkurrenz auf dem Markt der Lieferdienste in Regensburg. Das hat jetzt ein prominentes Opfer gefordert: Ein Lieferdienst, der mit einem markanten Erkennungszeiten seit 2010 Kunden bedient, hat zum Jahreswechsel den Betrieb eingestellt.

Sie kamen stets mit Fliege und klingelten an der Haustür: Die Lieferservice-Mitarbeiter von DeinButler. Doch kurz vor Weihnachten klingelte es ein letztes Mal an einer Haustür: Der Lieferdienst stellt sein Geschäft ein, wie einer der beiden Geschäftsführer bestätigt. „Die Konkurrenz ist einfach zu groß geworden“, sagt Daniel Pauer, der das Unternehmen noch als Schüler mitgegründet hat.

„Die Sorgfalt und Qualität, die uns über Jahre ganz wichtig waren, werden leider nicht goutiert“, sagt Pauer. „Wir haben immer großen Wert auf gepflegtes Aussehen unserer Ausfahrer gelegt und darauf geachtet, dass das Essen warm beim Kunden ankommt – beispielsweise durch elektronisch gewärmte Transporttaschen.“ Der Unternehmer sagt aber auch: „Erst kam Corona, dann nahm die Konkurrenz einfach so stark zu, dass es für uns ein Draufzahlergeschäft geworden ist.“ Der Lieferdienst DeinButler hat den Dienst kurz vor Weihnachten eingestellt.

Personalnot wirkt sich aus

Doch Pauer stellt auch ein gewandeltes Verhalten der Kunden fest. „Es wird auch bei Weitem nicht mehr so viel bestellt wie noch vor der Pandemie“, sagt der Unternehmer. Das Bestell-Verhalten der Kunden habe sich verändert und man merke auch, dass das Geld nicht mehr so locker in der Tasche sitzt. Zudem haben viele Regensburger während der Pandemie gelernt, dass selbst Kochen durchaus ein Freizeitvergnügen sein kann.

Doch auch in Sachen Personal hat sich einiges verändert. „Wir hatten immer so tolle Studenten, die bei uns tätig geworden sind“, sagt der Unternehmer. Es sei in den vergangenen Monaten zusehends schwieriger geworden, diese für den Lieferdienst von DeinButler zu begeistern. Dabei trugen die Butler-Ausfahrer sogar Fliege und Smoking-Jacketts. Doch der Mangel an Personal in der Gastronomie und in anderen Dienstleistungs-Bereichen führt zu einer Verknappung des Personals – das merkten auch Pauer und sein Geschäftspartner. „Es wurde jedenfalls immer schwieriger, gute Leute zu finden“, sagt der Ex-Lieferdienst-Anbieter.

Regensburger Lieferdienst in der Kosten-Zange

Doch nicht nur das Personal ist schwer zu finden. Die steigenden Preise in der Gastronomie einerseits, die durch Inflation und den höheren Mehrwertsteuer von 19 Prozent ab diesem Jahr zu Buche schlagen, vergällen so manchem Kunden den Schmaus aus dem Gasthaus, doch für einen Lieferdienst entsteht dadurch eine Zangen-Position: „Die steigenden Kosten machen sich auch bei uns bemerkbar“, sagt Pauer. Doch die Preise können nicht im gleichen Maße angehoben werden. „Heute machen fünfmal mehr Leute den gleichen Job als zu der Zeit, als wir angefangen haben, aber der Markt wird nicht größer“, sagt Pauer. Dabei hatte er noch als Student die Idee eines Lieferdienstes, das war im Jahr 2006 – „seither haben viele das nachgemacht“. Gegründet wurde der Lieferdienst bereits 2006, damals noch in Füssen, doch schon ab 2010 wurde in Regensburg geliefert. Jetzt sind es nicht mehr die regionalen Lieferdienste, die sich den Markt aufteilen, sondern die Konzerne.