Was Schneebruch und Sturmschäden in Wäldern bei Waldmünchen angerichtet haben

Der frühe Schnee im Dezember und der nachfolgende Sturm Zoltan haben dem Wald in der Region zugesetzt. Dass davon viele Waldbesitzer betroffen sind, machte eine Veranstaltung der Waldbesitzervereinigung Waldmünchen (Landkreis Cham) deutlich.
Trotz widrigster Wetterverhältnisse mit Schneematsch, Dauerregen und Wind kamen rund 40 Waldbesitzer zu der Infoveranstaltung über Schnee- und Sturmschäden im Wald. Gezeigt wurde dabei die Aufarbeitung dieser Schäden im Privatwald der Familie Briegel bei Bernried.
Die Größenordnung der Schäden für das von ihm betreute Revier Rötz, Schönthal, Tiefenbach, Treffelstein beschreibt Förster Peter Schön mit einem Drittel bis zur Hälfte eines Jahreshiebes, also der Holzernte eines Jahres. Anfangs habe er mit deutlich weniger geschätzt. Er geht für das von ihn betreute Gebiet von rund 15 000 Festmetern aus.
Besonders Schwachholz in Waldmünchner Wäldern ist betroffen
Welche Arten von Wäldern betroffen sind, macht der Vorsitzende der WBV Waldmünchen, Josef Liegl, deutlich. Es handle sich meist um Schwachholz, beispielsweise in Fichtenbeständen, die um 30 bis 35 Jahre alt sind. Beim Schneebruch habe auch die Höhenlage und damit die Schneemenge eine Rolle gespielt.
Schön wiederum beschreibt, dass der Schneebruch nicht nur am Waldrand, oder an Wegen, sondern auch mitten im Wald rund um Käfernester auftrat. Gefährlich macht den Schneebruch, die wie die Bäume gebrochen sind: Teilweise in Wipfelhöhe oder in halber Höhe. Sehr oft haben sich die angebrochenen Bäume auch ineinander verkeilt. „Witwenmacher“ nennt Schön diese Bäume. Vor diesem Hintergrund kann er dem Sturm sogar etwas gutes abgewinnen. Der habe einige dieser Brüche aus „den Wipfeln geschüttelt“.
Bäume als Witwenmacher
Liegl weist im Wald bei Bernried auf solche „Witwenmacher“ hin. Zwei, drei, vier Bäume haben sich mit den in halber Höhe ab- und angebrochenen Stämmen verkeilt und hängen zehn Meter über dem Boden. Solche Bäume zu fällen, ist lebensgefährlich. Niemand könne einschätzen wie die Bäume fallen, wie sie zurückschnellen oder ob sie aufgrund der Spannung unter der sie stehen, beim Fällen plötzlich aufspreißeln. Deshalb appellieren Liegl und Schön an die Waldbesitzer aus Sicherheitsgründen unbedingt einen Harvester einzusetzen.
Aus den Reihen der Waldbesitzer ist allerdings auch zu hören, dass sich das nicht mehr wirtschaftlich rechnet. Gegenargumente Liegls waren nicht nur der Hinweis auf die Gesundheit, sondern auch dass die Aufarbeitung der erwähnten Fichtenbestände sowieso nötig wäre.
Wie wird das Waldmünchner Holz verwendet?
Eine andere Frage ist allerdings die Verwendung des Holzes aus dem Schneebruch. Das meiste dürfte von den Waldbesitzern selbst als Feuerholz genutzt werden, sagte Schön. Die Möglichkeit das Holz der Papierindustrie zu verkaufen sei seit der Schließung der Papierfabrik in Plattling schwieriger geworden, erklärte Liegl. Auch die WBV selbst kaufe Hackschnitzel für Waldmünchen und Schönthal an. Die weitere Verwendung des Stammholzes in definierten Längen und Stärken sei ebenfalls möglich. Auch der Preis dürfte hier kein Problem sein, sagte Liegl, da die durch den Schneebruch angefallenen Mengen nicht marktrelevant seien.
Anschließend beobachteten die Waldbesitzer die Arbeit eines Harvesters der Firma Gürtler. Matthias Gürtler berichtete, das derzeit zwei der fünf Harvester des Unternehmens im Einsatz seien. Grund dafür sei das nasse Wetter, das den Einsatz im Wald verhindere. Liegl wies daraufhin, dass die jetzt nicht stattfindenden Einsätze aber bald nachgeholt werden müssten, um dem Käfer im Frühjahr keine Angriffsfläche zu bieten.
Revierförster Schön empfahl neben Laubbäumen zur Nachpflanzung die Tanne, weil die ähnliche Verwertungsketten in der Holzindustrie habe. Laubbäume seien dagegen leider oft noch „Einzelfälle“. Hier tue sich aber etwas, sagte Liegl. Er sehe eine Zukunft für die Verwendung von Laubbäumen.


