Asyl-Post von Regensburger Edeka-Chef: Hubert Aiwanger fordert Abschiebungen

Seit Tagen steht der Edeka im Regensburger Donaueinkaufszentrum (DEZ) im Zentrum einer bundesweiten Diskussion. Konstantin Gatzke, Chef des Supermarktes, hatte in einem Facebook-Post beklagt, dass tagtäglich Asylbewerber Tüten voller Waren aus seinem Laden klauen. Nun hat sich Hubert Aiwanger, stellvertretender Ministerpräsident, zu Wort gemeldet.
Am vergangenen Samstag schrieb Aiwanger auf Facebook: „#EDEKA. Diebstahl durch Migranten sollte zur Abschiebung führen.“ Und weiter: „Aber wir bekommen ja nicht mal Gewalttäter außer Landes. Jahrelang wurde systematisch weggeschaut.“ Es brauche eine Politik und Justiz, „die ohne linke Empörung die Interessen UNSERER Bevölkerung vertreten darf.“
Nach Flüchtlings-Post: Regensburger Edeka-Chef hat Forderungen an Politik
Gatzke teilte den Post Aiwangers am ersten Weihnachtsfeiertag. Zunächst mit einem Kommentar, in dem er sich bei dem Freie-Wähler-Politiker bedankte. Dieser Kommentar verschwand nach einigen Stunden. Der Edeka-Chef hatte im MZ-Gespräch kurz vor Weihnachten von der Politik gefordert, Flüchtlinge besser zu integrieren. „Wir brauchen die Leute.“
Den Ursprungs-Post, der von zahlreichen Medien aufgegriffen wurde, hat Gatzke vor einigen Tagen gelöscht. Zum einen sei er bedroht worden. Zum anderen wolle er keine Plattform für Hetze bieten, sagte der Edeka-Chef zur MZ. „Mir ging es um Diebstähle – und nichts anderes.“ Gatzke sagte vor Weihnachten, dass es in seinem Markt seit dem Herbst im DEZ beinahe täglich zu Diebstählen komme. Rund 300 Euro Verlust mache er dadurch – jeden Tag.
Polizei bestätigt Problem mit klauenden Asylbewerbern
Die Polizei bestätigte auf MZ-Anfrage den Eindruck Gatzkes. Seit Herbst käme es gehäuft zu Diebstählen im Regensburger Einzelhandel. Die Täter stammten meist aus den sogenannten Maghreb-Staaten, also aus dem nordafrikanischen Raum.
Einen Kommentar von MZ-Redakteur Philip Hell lesen Sie hier: Diskussion um Flüchtlings-Post – Edeka-Chef hat Recht
Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat vor einigen Wochen eine eigene Stelle geschaffen, die sich ausschließlich mit Mehrfach-Intensivstraftätern beschäftigt. Zu diesen dürften viele der Menschen zählen, über die sich Gatzke in seinem Post beschwert hatte.