Ukraine-Hilfe in Bad Gögging ist auch zu Weihnachten aktiv

Von Jochen Dannenberg · 22. Dezember 2023 um 11:00

Vor 22 Monaten hat Russland die Ukraine angegriffen, die Menschen in der Ukraine erleben ihre zweite Kriegsweihnacht und leiden weiter. Unterstützung gibt es von der Ukraine-Hilfe in Bad Gögging.

Vor wenigen Tagen wurde die Weihnachtssendung auf den Weg gebracht. „Mit einer größeren Geldspende werden wir die Binnen-Flüchtlinge unterstützen“, berichtet Josef Kronauer, der die Hilfsaktion seit vielen Jahren organisiert. Er ist überzeugt: „Viele bedürftige Familien und Waisenkinder in den Dörfern freuen sich an Weihnachten über unsere Hilfe.“

Lesyja Binkowski, die Josef Kronauer unterstützt, weiß, dass es nicht nur um Geldspenden geht. Die Unterstützung aus Deutschland trägt dazu bei, den schwierigen Alltag, so gut es geht, zu bewältigen. Schon vor dem Krieg unterstützten Kronauer und Binkowski ältere Menschen und Familien sowie Kinderheime. Aber auch normale Familien kommen mittlerweile rein wirtschaftlich unter Druck. „Die Lebensmittelpreise sind seit Beginn des Krieges um 300 Prozent gestiegen“, beklagt Binkowski.

Weiter sagt sie, man möge bedenken, dass viele Menschen ihre Heimat im Kriegsgebiet verlassen mussten und eine Unterkunft bei Verwandten und an Schulen in der Westukraine fanden. Binnen-Flüchtlinge aus der Ostukraine erhalten vom ukrainischen Staat pro Kopf und Monat lediglich 50 Euro monatlich. „Die Versuchung ist groß, die Heimat Richtung Westen zu verlassen“, sagt Lesyja Binkowski. Deshalb werden viele dieser Binnen-Flüchtlinge, die in der West-Ukraine Unterkunft gefunden haben, unterstützt. Dazu gehört auch das tägliche Mittagsessen.

Schwerpunkte der Ukraine-Hilfe waren in diesem Jahr unter anderem das Kinderheim in der West-Ukrainischen-Stadt Dolyna mit vielen elternlosen Kleinkindern aus den Kriegsgebieten des Ostens und Binnen-Flüchtlinge an der Schule im Dorf Khlibychin bei Kolomeja sowie die Bereitstellung von haltbaren Lebensmitteln und deren Verteilung für die notleidenden Bewohner in der Ost-Ukraine und für die Frontsoldaten.

An der Motivation der Helfer mangelt es nicht. Es ist die Not der Menschen in der Ukraine, die Josef Kronauer, der inzwischen 83 Jahre alt ist, berührt und zum Handeln bringt. „Ich sehe, wie die Situation vor Ort ist“, sagt er. „Da sind die Familien, die nicht einmal mehr Brennholz haben und die Mehl brauchen, um sich ihre Pelmeni zubereiten zu können.“ Es sind deshalb vor allem einfache Menschen, die von der Hilfe aus Bad Gögging und der Vertrauensleute des Rentners in der Ukraine profitieren – alte Menschen, Kinder, die die vor dem Krieg nicht flüchten können.

Allein im vorigen Jahr haben Josef Kronauer mit Lesyja Binkowski 18 Hilfslieferungen organisiert. Waren mit einem Gesamtgewicht von 4000 Kilogramm wurden mit Transportern in die Ukraine geschafft, außerdem viel Bargeld. 70-000 Euro waren während des Jahres auf dem Spendenkonto von Kronauers Ukrainehilfe eingegangen, weitere 10.000 Euro hatten Bürger in eine Spendenbox am Haus des Rentners eingesteckt.

„Bitte helfen sie mit einer Geldspende, damit wir die Hilfe fortsetzen können und die Familien nicht gezwungen sind, die Heimat verlassen zu müssen“, sagen Lesyja Binkowski und Josef Kronauer. Wer helfen möchte, kann dies per Banküberweisung tun (Raiffeisenbank Kreis Kelheim, Konto 6 425 500, BLZ 750 690 14, IBAN DE74 7506 9014 0006 4255 00, Verwendungszweck „Aktion Kronauer Ukraine-Hilfe“).

Diese Frau freut sich über Tabletten, die sie aus Bad Gögging bekommen hat. Foto: Kronauer
Auch Drogerieartikel fehlen in der Ukraine oder sie sind sehr teuer. Foto: Kronauer