Kexi rollt auch auf Abensberg zu

Seit einigen Wochen fahren Kexibusse bis nach Abensberg, nachdem der Land-Kexi im Landkreis Kelheim gestartet ist. Die Abensberger CSU fordert mehr – will auch ein Stadt-Kexi mit vielen Haltestellen in der Innenstadt installieren. Bürgermeister Bernhard Resch, der bisher auf Alternativen wie Taxigutscheine gesetzt hat, kann sich das jetzt auch vorstellen.
Die CSU-Stadträte Niklas Neumeyer und Bastian Bohn sprachen sich bei einer Informationsveranstaltung der Partei zum Thema im Stanxx am Mittwochabend eindeutig für Kexi aus. Bohn forderte, dass der Stadtrat in der kommenden Zeit an diesem Thema weiterarbeiten müsse. Bei dieser Forderung hat er nun auch den Bürgermeister an seiner Seite.
Der berichtete nämlich im Gespräch mit der Mittelbayerischen, dass er bereits mit Stefan Grüttner, Stabsstellenleiter für Personennahverkehr im Landratsamt, darüber gesprochen habe. In Augen des Bürgermeisters gibt es durch die Einführung des Land-Kexis neue Voraussetzungen. Denn die Rufbusse fahren dadurch – anders als früher – bis an die Grenze zur Innenstadt. Haltestellen sind beim Einkaufszentrum, beim Bahnhof und in der Regensburger Straße. Es gibt bereits Haltestellen in allen Ortsteilen. Außerdem ist es möglich, vom Bahnhof, der Regensburger Straße und dem Einkaufszentrum aus zu Fahrten in benachbarte Orte aufzubrechen.
Es wäre in seinen Augen Unsinn, jetzt in der Innenstadt ein anderes System einzuführen. Resch wolle im kommenden Jahr mit dem Landkreis darüber sprechen, wie ein Stadt-Kexi in Abensberg im Detail aussehen könnte.
Buchungszahlen sind gut
Die Zahlen der bestehenden Systeme würden laut Grüttner und Bohn eine klare Sprache sprechen. Der Erfolg liege auf der Hand. Grüttner sprach bei der Infoveranstaltung davon, dass es in Kelheim nach drei Monaten schon so viel Buchengen gegeben habe, wie man sie sich nach zwei Jahren vorgenommen habe. Und in Neustadt steigen die Nutzerzahlen, wie kürzlich berichtet, deutlich an. So gab es in Neustadt im Premierenmonat (März 2022) 641 Buchungen, im April 2023 waren es bereits 3500.
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In Abensberg ist aber noch Geduld gefragt. Denn mit der Einführung eines Stadt-Kexis sei laut Grüttner frühestens 2026 zu rechnen, weil erst einmal jeweils in Bad Abbach und in Mainburg der Start des Rufbussystems über die Bühne gebracht werden müsse, das in den kommenden beiden Jahren vorgesehen sei. Deshalb will Resch weiter an seinen Alternativvorschlägen wie den Taxigutscheinen arbeiten, um den Zeitraum zu überbrücken.
Neumeyer erinnerte in der Infoveranstaltung daran, dass sich seine Partei im Bürgermeisterwahlkampf eindeutig für das Kexi-System ausgesprochen habe. „Von mancher Seite war es nicht so gewünscht“, stellte er fest – mit Hinweis auf Alternativvorschläge wie die Taxigutscheine. Diese verschiedenen Meinungen waren noch bei der von der Mittelbayerischen und TVA veranstalteten Podiumsdiskussion am 17. Juni wenige Wochen vor der Wahl klar aufeinandergeprallt.
So stellte der CSU-Kandidat Simon Steber, der bei der Veranstaltung im Stanxx nicht anwesend war, damals fest: „Mit Taxi-Gutscheinen kommt man nicht weit. Einmal im Jahr vom Dorf nach Abensberg. Das ist kein ÖPNV, das ist Augenwischerei.“ Seinerzeit ließ sich Resch noch nicht von seiner Idee abbringen, sprach nach Stebers Worten von „Polemik“.
Abensberger Ortsteile im Blick
Jetzt scheint es aber doch in Richtung Kexi zu laufen. Bohn hat dazu schon konkrete Vorstellungen. Er würde sich wünschen, dass alle Ortsteile eingebunden sind. Streng genommen müsse das nicht sein, wie Grüttner erklärte, weil über den Landkexi sichergestellt sei, dass jeder aus den Ortsteilen in die Stadt kommen kann. Wenn sich Abensberg aber wünsche, dass die Ortsteile komplett angeschlossen sind, also mit mehr als etwa nur einer Haltestelle, müsse die Kommune entsprechend mehr Geld aufwenden.
In Neustadt sei das so gelaufen, weshalb dort drei Busse unterwegs sind. Das sei schlichtweg eine politische Entscheidung. Auch, ob die Busse an Sonn- und Feiertagen fahren sollen, müsse die Kommune entscheiden. Der Landkreis mache das aus Kostengründen nicht.
In der Veranstaltung stellte Grüttner ein Konzept vor, das in seinen Augen das maximal Notwendige darstelle. So sei denkbar, Offenstetten, das Gewerbegebiet Gaden, die Aumühle und Schwaighausen anzubinden. Gaden sei etwa wichtig, weil es dort mittlerweile das Ärztehaus gebe, wie eine Teilnehmerin betonte. Wobei dieser Standort jetzt schon über den Land-Kexi erreichbar sei. Mehr Haltestellen seien in Neumeyers Augen aber wünschenswert, weil es viele Arbeitsplätze in Gaden gebe. Alle anderen Ortsteile sind in Grüttners Augen über den Land-Kexi gut genug an Abensberg angebunden.
Er warb um Verständnis dafür, dass nicht alle theoretisch möglichen Verbindungen realisiert werden. Es gehe darum, den Bürgern stark frequentierte Ziele wie Mittelzentren anzubieten. Außerdem soll kein Kexi dort fahren, wo es Buslinien mit mindestens sechs Fahrten pro Tag gibt. Man wolle den Busunternehmen nicht Konkurrenz machen. Grundsätzlich sei Kexi für den ländlichen Raum eine sinnvolle Variante, weil es individuelle Mobilität ermögliche.
Zahlen rund um den Kexi
Laut Stefan Grüttner kostet jedes Fahrzeug im Einsatz pro Jahr 175 000 Euro. Dazu müsse mit 9000 Euro im Jahr für die Rufzentrale gerechnet werden, außerdem mit 8000 Euro im Jahr für Updates der App. In den ersten fünf Jahren gebe es eine Förderung, die aber von Jahr zu Jahr abnehme. Unter dem Strich muss laut Grüttner eine Kommune im ersten Jahr mit rund 50 000 Euro rechnen, nach fünf Jahren dann mit 100 000 Euro.
Derzeit gelten in den Stadt-Kexis Fahrpreise je nach Route zwischen drei und vier Euro pro Fahrt. Beim Land-Kexi gebe es einen Grundpreis von 2,5 Euro, dazu 40 Cent pro gefahrenen Kilometer. Das Deutschlandticket ist gültig. Grüttner schlägt vor, die Busse in Abensberg Montag bis Donnerstag von 6 bis 20 Uhr fahren zu lassen, am Freitag bis 23 Uhr und am Samstag von 9 bis 23 Uhr. Letztendlich würde das aber die Stadt entscheiden.