Die Fahrten mit dem Kexi in Neustadt steigen stetig

Von Wolfgang Abeltshauser · 22. Mai 2023 um 15:00

Seit rund einem halben Jahr sind alle Neustädter Ortsteile mit dem Kexi erreichbar. Die Zahlen zeigen, dass die Bürger die Entscheidung, den Fahrplan auszuweiten, annehmen. Deshalb soll sich an der Organisation in Zukunft auch nichts ändern.

Die Zahlen, die Bürgermeister Thomas Memmel nennt, sprechen eine deutliche Sprache. Exakt 641 Fahrten wies die Statistik für den Premierenmonat im März 2022 auf. Damals steuerten zwei eingesetzte Kleinbusse Ziele im Kernort, in Bad Gögging, Heiligenstadt, Mauern und Mühlhausen (Zone 1) an.

Im Oktober des Vorjahres waren es wie berichtet bereits knapp 2000 Fahrten. Diese Entwicklung war mitentscheidend dafür, das Fahrplangebiet auf alle Ortsteile und dazu den Marktplatz Pförring auszuweiten (Zone 2). Auf diese Weise kamen noch einmal 62 Haltestellen und ein weiteres Fahrzeug hinzu. Insgesamt sind es 140 Haltestellen.

Das zahlt sich weiter aus, Memmel stellt fest: „Kexi erfreut sich in Neustadt immer größerer Beliebtheit.“ Die jüngsten Zahlen belegen das durchaus: So gab es im März 3005 Fahrten, im April sogar 3504.

System in Neustadt ändert sich nicht

Wie eine Nachfrage bei der Pressestelle der Stadt ergab, steigen Fahrgäste vor allem morgens zwischen 6 und 8 Uhr sowie nachmittags zwischen 16 und 18 Uhr ein. Die Haltestellen Bahnhof, Stadtplatz, Wöhr, Schwaigfeld, sowie Bad Gögging Kurzentrum und Therme sind besonders frequentiert.

Wegen dieser positiven Entwicklung sahen die Neustädter Stadträte keinen Anlass, das bestehende System zu ändern. Sie haben sich jetzt entschieden, ihren Mitbürgern keinen Wechsel der Rahmenbedingungen zuzumuten. Man musste sich jüngst entscheiden, ob die Zone 2 in das vom Landkreis angestrebte Land-Kexi-System übergeführt werden soll. In dem Fall wäre die Nutzung für Neustädter Fahrgäste, die in beiden Zonen fahren wollen, komplizierter. Denn für das Landkreissystem müssten sie eine spezielle App nutzen. Die ist ansonsten nicht notwendig.

Dieser Artikel könnte Sie interessieren:Mit dem Kexi aufs Standesamt

Außerdem wäre laut Bürgermeister die Fahrt dann in vielen Fällen kostspieliger für die Nutzer. Deshalb sprach man sich dagegen aus. Auch die Verwaltung hatte zu diesem Schritt geraten. Ganz bewusst nimmt Neustadt Mehrkosten für die Kommune in Kauf. Denn für das Land-Kexi-System würden Zuschüsse vom Landkreis fließen, die jetzt nicht kommen. Wie viel der Kommune das zusätzlich kostet, kann laut Memmel nicht exakt beziffert werden. Die Summe sei abhängig von verschiedenen Faktoren wie etwa den Fahrgastzahlen. Er rechne aber mit einer Summe von 20 000 bis 30 000 Euro pro Jahr.

Fahrpreis erhöht sich um einen Euro

Um das Defizit dennoch möglichst gering zu halten, hat der Stadtrat weiter beschlossen, den Fahrpreis um jeweils einen Euro auf dann drei Euro in Zone 1 und vier Euro in Zone 2 zu erhöhen. Die Preise sind laut Bürgermeister auch so in den meisten Fällen günstiger als bei der zur Land-Kexi-Variante des Landkreises.

Bei angenommenen 1100 Fahrten pro Fahrzeug und Monat würde das zu Mehreinnahmen von 13 200 Euro führen. Allerdings sei noch nicht absehbar, wie sich das Deutschlandticket, das auch beim Kexi gelten soll, auf die Einnahmesituation der Kommune auswirkt. Denn dann werde es wohl auch Fahrgäste geben, die sich ihr Ticket nicht bei der Stadt gekauft haben, sondern beispielsweise bei der Bundesbahn.

In der Regensburger Straße befindet sich eine der 140 Haltestellen in Neustadt an der Donau. -Foto: Abeltshauser