Neue PV-Anlage bei Mittelricht: Gemeinderat Berngau stimmt 5,8 Hektar Solarpark zu

Von Heidi Bauer · 22. Dezember 2023 um 05:00

Die Solarflächen im Gemeindegebiet Berngau werden weiter ausgebaut: Der Bebauungsplan für das Sondergebiet „SO Photovoltaik Ofen“ östlich von Mittelricht geht in die nächste Runde – eine Vergabe für eine andere Anlage wurde jedoch vertagt.

Dass der Bebauungsplan für das Sondergebiet weiter verfolgt wird, beschloss der Gemeinderat in seiner Sitzung am Mittwoch. Die Vergabe für die Anlage am Berngauer Weg bei Dippenricht wurde mit 7:6 Stimmen auf Januar vertagt. Die Gründe sind vielfältig.

In der November-Sitzung hatte der Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan der Firma BBV LandSiedlung GmbH „SO Photovoltaik Hasenäcker in Röckersbühl“ aufgehoben, weil das Unternehmen seinen Antrag zurückgezogen hatte. Daraufhin bekundete die Firma SRE Bau Interesse, in Röckersbühl einen Solarpark mit einer Bruttofläche von 6,5 Hektar zu errichten.

Nur zehn Hektar Solarflächen erlaubt

Der Haken: Die Richtlinien für Photovoltaik-Freiflächen-Anlagen der Gemeinde Berngau sehen für Röckersbühl eine zulässige Gesamtfläche von zehn Hektar vor. Da es bereits Anlage gibt, stehen für eine weitere nur noch rund fünf Hektar zur Verfügung. Das scheint Betreibern unwirtschaftlich, weswegen die Nachfrage entsprechend dünn ist, erklärte Erster Bürgermeister Thomas Meier.

SRE Bau erstellt hingegen in unmittelbarer Nähe zu der ins Auge gefassten Fläche „An den drei Weihern“ / Erlenbrunn einen Solarpark und könnte Synergieeffekte nutzen, wie Christian Sachs seitens der Firma erläuterte. Da es aber noch Fragen wegen des Mindestabstandes zum Wohngebiet gibt und ob ein Grundstück der Gemeinde mit einbezogen werden kann und auch weitere Bewerber noch eine Chance haben sollen, entschied sich das Plenum mit knapper Mehrheit, dass das Thema noch einmal auf die Tagesordnung soll.

Grünes Licht für neues Baugebiet „Am Dümpfel“

Einmütig hingegen stimmte der Gemeinderat dem überarbeiteten Entwurf des Bebauungsplans „SO Photovoltaik Ofen“ und einer weiteren öffentlichen Auslegung zu. Die Südwerk Energie Burgkunstadt plant etwa 900 Meter östlich von Mittelricht eine 5,8 Hektar große Photovoltaik-Freiflächenanlage mit einer Gesamtleistung von gut 5800 kWp, mit der eine jährliche Strommenge von rund 5,97 Millionen kWh erzeugt werden kann.

Grünes Licht gab der Gemeinderat für den Bebauungsplan „Am Dümpfel“ nördlich von Berngau, der als Satzung beschlossen wurde. Auf einer Fläche von 6,6 Hektar sollen rund 60 Bauparzellen für Einfamilien- sowie Doppelhäuser entstehen. 9000 Quadratmeter sind für eine Mehrfamilienhausbebauung vorgesehen.

Nach kurzer Diskussion beschlossen die Gemeinderäte bei einer Gegenstimme eine Bauverpflichtung von drei Jahren für die neuen Wohngebiete in Berngau und Röckersbühl. Wird diese nicht eingehalten, macht die Gemeinde von ihrem vertraglich festgesetzten Wiederkaufsrecht Gebrauch.

Gemeinde muss den Gürtel enger schnallen

Umfassend und positiv fiel die Jahresbilanz des Ersten Bürgermeisters aus. Die Pflasterarbeiten in der Dorfmitte, in der Freystädter Straße sowie in Tyrolsberg hätten nicht nur für ein ansprechenderes Erscheinungsbild gesorgt, sondern trügen auch zu mehr Sicherheit bei. Das neue „Lukas“ werde nach Fertigstellung ab 2024 einen spürbaren Mehrwert bieten. Die Umgestaltung des Sendner-Anwesens, die Sanierung der Kreisstraße und des Kanals in Dippenricht seien wichtige Infrastrukturmaßnahmen und verbesserten die Lebensqualität.

Jedoch hätten Defizite im Bereich der Kläranlagen zu unplanmäßigen Mehrausgaben geführt. Auch für die nächsten Jahre seien finanzielle Herausforderungen wegen einer höheren Kreisumlage, steigenden Personalkosten sowie notwendigen Sanierungen von Kläranlagen sowie öffentlicher Gebäude zu erwarten. Die Gemeinde werde den Gürtel finanziell enger schnallen, kündigte Meier an. Mit Blick auf die bisherige konstruktive Zusammen zeigte er sich aber zuversichtlich, dass hier Lösungen gefunden würden.

Für beispielhaftes Engagement ausgezeichnet

Besonderer Dank des Verwaltungschefs galt vier „außergewöhnlichen Persönlichkeiten“ von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk, die ihr Fachwissen einbrachten, um ein gemeindliches Katastrophenschutzkonzept zu erstellen: Dafür wurden Michael Seitz, Daniel Eyermann, Gerhard Schmirrler und Matthias Gleinig ausgezeichnet.

Ihr Engagement sei ein „herausragendes Beispiel“: Durch ihr „vorausschauendes Denken und handfestes Tun“ konnten konkrete Pläne zur Einspeisung von Strom in Notfällen erstellt werden, so der Bürgermeister.

Ab September über VGN angebunden

Wie Meier weiter informierte, wird Berngau ab September 2024 Berngau nicht mehr mit Bussen der Stadtwerke Neumarkt, sondern über den VGN angebunden. Das bringt nicht nur eine bessere, weil fast stündliche Anbindung, sondern auch eine finanzielle Ersparnis von 30000 Euro für die Gemeinde. Die Kosten für die VGN-Anbindung trägt laut Bürgermeister der Landkreis.

Als ein leuchtendes Vorbild bezeichnete der Bürgermeister Thomas Meier (rechts, Gemeinde Berngau Landkreis Neumarkt) Gerhard Schmirrler (von links), Matthias Gleinig, Daniel Eyermann und Michael Seitz (im Bild mit Gattinnen). Foto: Heidi Bauer