Familien verlieren bei Brand in Bergham alles – Nittenauer starten eine umfangreiche Hilfsaktion

Innerhalb kürzester Zeit konnten in Nittenau zahlreiche Sachspenden für die Opfer der Brandkatastrophe vom vergangenen Donnerstag gesammelt werden. Bürgermeister Benjamin Boml (FW) zeigte sich bei der Eröffnung der zentralen Sammelstelle am Anger „richtig stolz auf den Zusammenhalt“.
Am 14. Dezember änderte sich das Leben für die Bewohner eines Mehrfamilienhauses in der Berghamer Straße in Nittenau schlagartig. Kurz nach 20 Uhr war dort ein Feuer ausgebrochen. Durch schnelles Eingreifen von insgesamt etwa 200 Einsatzkräften unterschiedlicher Feuerwehren konnte das Feuer innerhalb weniger Stunden gelöscht und alle Bewohner in Sicherheit gebracht werden. Die Geretteten verloren neun Tage vor Heiligabend ihren gesamten Besitz.
Hausbewohner verlieren ihren ganzen Besitz
Neben dem rein Materiellen gingen auch Erinnerungsstücke wie Fotos oder sonstige Andenken verloren, wie Silke Lichtenwald ergänzt. Sie organisierte innerhalb weniger Tage eine Aktion zur Sammlung von Sachspenden für die betroffenen Familien. Sie hätten „ihr ganzes Leben verloren“, weshalb es für die Leiterin von Silke’s Pflegedienst eine „absolute Selbstverständlichkeit“ gewesen sei, sie in dieser schwierigen Phase zu unterstützen.
„Du meinst, sowas ist ganz weit weg und auf einmal passiert es mitten im Ort“, sagt Boml. Der Bürgermeister war noch in der Nacht des Brands vor Ort und konnte einem Bewohner eine Unterkunft vermitteln.
Stadt Nittenau bündelt die Spenden in einem Raum am Anger
Zunächst waren auf private Initiative drei Sammelstellen für die Sachspenden organisiert worden. Mittlerweile konnte die Stadt den Raum am Anger zur Verfügung stellen, in dem ein Großteil der Spenden zusammengeführt wurde. Bei der Menge an Spenden keine einfache Aufgabe: Laut Lichtenwald halfen insgesamt etwa 30 Freiwillige von den lokalen Feuerwehren, dem Bayerischen Roten Kreuz und Silke’s Pflegedienst beim Sortieren und dem Transport. Auch Freunde und Bekannte packten mit an, so dass der Umzug kurz nach der Bereitstellung bewerkstelligt werden konnte. Boml betonte, dieser Einsatz sei „nicht selbstverständlich“.
Im Raum türmen sich Berge an Kleidungsstücken und weiteren Sachspenden auf. „Innerhalb von drei Tagen ist die Menge an Spenden explodiert“, erzählt Lichtenwald. Kaum sind die Türen der Halle geöffnet, kommen immer wieder Besucher vorbei, die Spenden abgeben wollen.
Raphael (6) hat seine Spielsachen gespendet
Unter ihnen ist auch der sechsjährige Raphael. Seine Mutter Diana hatte einen Spendenaufruf gelesen und Sachen zusammengepackt. Aus eigener Motivation hätte er daraufhin Spielsachen zusammengesucht, um sie an die betroffenen Kinder weiterzugeben. Und da in wenigen Tagen Weihnachten ist, verpackte er sie selbstständig in einen großen Geschenkkarton, wie seine Mutter erzählt.
Seit Dienstag ist die Halle bis auf Weiteres von Montag bis Freitag von 16 bis 19 Uhr und am Samstagvormittag geöffnet. Betroffene Familien können laut Lichtenwald vorbeikommen und alles mitnehmen, was benötigt werde. Aktuell laufe die Suche nach neuen Wohnungen. Erste Besichtigungen fänden laut der Nittenauer Pressesprecherin Alexandra Oppitz bereits statt.
Das Gebäude selbst kann weiter nicht betreten werden, da es erst von Statikern untersucht und freigegeben werden muss. Auch die Polizei dürfe es nicht betreten, wie die Inspektion Burglengenfeld mitteilt. Die Straße vor dem Wohnhaus ist immer noch halbseitig gesperrt.
So können Sie den Brandleidern helfen
Empfänger der Spenden: BRK Kreisverband Schwandorf
IBAN: DE59 7505 1040 0380 0020 30
Verwendungszweck: Brand Nittenau. Eine Spendenquittung ist über das BRK erhältlich.
Sachspenden: Was derzeit gebraucht wird, kann auf der Facebookseite „Silke’s Pflegeengel“ entnommen werden.
Sammelstelle: Am Anger 1
Geöffnet: Montag bis Freitag von 16 bis 19Uhr sowie samstagvormittags
