Nach Brand in Nittenau: Bewohner verlieren kurz vor Weihnachten ihr Zuhause

Rund 200 Feuerwehrleute kämpften am Donnerstagabend beim Brand eines Mehrfamilienhauses in der Berghamer Straße in Nittenau drei Stunden gegen die Flammen. Am Tag danach steht das ganze Ausmaß des Schadens noch gar nicht fest.
Denn: Bis ein Statiker das Gebäude genau geprüft hat, darf es nicht betreten werden. Und so kann die Polizei Burglengenfeld, die die Ermittlungen aufgenommen hat, auch noch keine Angaben zur Brandursache machen. Hinweise auf Brandstiftung liegen den Beamten aber aktuell nicht vor.
Am Donnerstagabend brach kurz nach 20 Uhr ein Feuer in dem Mehrfamilienhaus in der Berghamer Straße aus. Um 20.17 Uhr ging der Notruf bei der Leitstelle ein. Es hieß, dass Rauch aus dem Gebäude aufsteige. Die Integrierte Leitstelle löste daraufhin Großalarm aus. Rund 200 Feuerwehrleute, 15Helfer des Rettungsdienstes, Einsatzleiter Dominik Schmid, drei Krankenwagen und zwei Notärztinnen eilten in die Berghamer Straße.
Die FF Bergham war als erstes vor Ort – und rettete zwei Bewohner mit der Drehleiter
Die Aktiven der Feuerwehr Bergham waren als erste an der Einsatzstelle. Schnell war klar, dass sich noch Personen im Gebäude befinden. Zwei Bewohner wurden mit Hilfe einer Drehleiter gerettet. Zwei weitere Personen wurden von Atemschutzträgern aus dem brennenden Gebäude geholt. Diese beiden mussten mit einer Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht werden, wo sie nach Angaben der Polizei Burglengenfeld über Nacht behandelt wurden. Sie konnten das Krankenhaus am Freitag wieder verlassen.
Kreisbrandmeister Hans-Jürgen Schlosser betonte, dass durch das schnelle Eingreifen der FF Bergham Menschenleben gerettet werden konnten. Auch ein Hund wurde von den Einsatzkräften vor den Flammen in Sicherheit gebracht. Die weiteren Bewohner konnten das brennende Gebäude selbstständig verlassen.
Sechs Atemschutztrupps waren im Wechsel im Inneren des brennenden Hauses unterwegs
Mit zwei Drehleitern wurde das Feuer von oben bekämpft. Weithin sichtbar schlugen die Flammen aus dem Dachstuhl. Gleichzeitig waren sechs Atemschutztrupps im Wechsel unterwegs, die versuchten, den Flammen im Inneren des Mehrfamilienhauses Herr zu werden. Gegen 22.45 Uhr war der Brand gelöscht. Die Nachlöscharbeiten dauerten bis weit in die Nacht hinein. Die Brandwache übernahm die Feuerwehr Nittenau, teilte ein Sprecher der zuständigen PIBurglengenfeld mit.
Vor Ort waren Einsatzkräfte aus Bergham, Nittenau, Bruck, Bodenwöhr, Hof am Regen, Neuhaus, Bodenstein, Steinberg am See, Reichenbach, Walderbach, Roding, Steinberg, das THW sowie die Führungsebene der Landkreisfeuerwehr. Einsatzleiter war Mathias Markl. Zur Brandbekämpfung wurden mehrere Abschnitte gebildet, die von verschiedenen Führungskräften geleitet wurden.
Drohne der Feuerwehr Bruck half dabei, letzte Glutnester ausfindig zu machen
Gegen 22.30 Uhr kam dann auch noch die Drohne der FFBruck zum Einsatz. Mit ihr verschafften sich die Einsatzkräfte nicht nur einen Überblick über die Lage, es konnten so auch letzte Glutnester ausfindig gemacht werden. Nittenaus Bürgermeister Benjamin Boml machte sich während des Einsatzes ein Bild von der Lage.
Da alle sieben Wohnungen, die sich in dem Haus befinden, momentan unbewohnbar sind, musste für die Bewohner eine Bleibe gefunden werden. Bis auf eine Person konnten alle bei Verwandten oder Freunden unterkommen. Für einen Bewohner organisierte Bürgermeister Boml eine Unterkunft. Wann und ob die Bewohner ins Haus zurück können, ist derzeit noch unklar.
Bevor Brandfahnder in das Gebäude können, muss erst der Statiker kommen
Laut Aussage von Polizeihauptkommissar Florian Beck, stellvertretender Leiter der PI Burglengenfeld, konnten sich noch nicht einmal die Brandfahnder im Gebäude umsehen. Zuerst müsse ein Statiker prüfen, ob es überhaupt begehbar sei. Aus Sicherheitsgründen sei auch die Straße beim Haus halbseitig gesperrt worden.
Etwas umfangreicher gestalteten sich am Freitagvormittag auch die Aufräumarbeiten. Da Eternit-Teile des Daches herabfielen, musste die Berghamer Straße für mehrere Stunden gesperrt und von einer Fachfirma gereinigt sowie das Eternit entsorgt werden.
Die Schadenshöhe ist noch offen
Der Sachschaden dürfte nach Angaben der Polizei „mindestens im sechsstelligen Bereich“ liegen, hänge aber auch stark vom Ergebnis der Prüfung durch den Statiker ab.
Der Pressesprecher der Feuerwehren, Kreisbrandmeister Hans-Jürgen Schlosser, lobte die sehr gute Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte. „Es hat alles reibungslos funktioniert. Die Feuerwehren, das BRK und das THW arbeiteten schnell und umsichtig Hand in Hand.“ Dominik Schmid, der Einsatzleiter Rettungsdienst, bedankte sich auch noch bei Braumeister Sebastian Jakob, der sie mit Getränken versorgte. Schlosser betonte, dass dieser Brand, so kurz vor Weihnachten, für die Bewohner sehr tragisch sei. Aber auch die Rettungskräfte stecken solche Einsätze nicht so leicht weg.

